Make IW, not War

Wer dem grauen Uni-Alltag entfliehen möchte, dem bieten International Weeks auf der ganzen Welt die Möglichkeit dazu – Ein Erlebnisbericht aus Israel.

Ich weiss nicht genau, was du letzte Woche gemacht hast. Bestimmt hast du Interessantes gelernt, Indifferenzkurven verschoben, Bundesgerichtsentscheide analysiert oder dir Gedanken über die strategische Neuausrichtung einer Investmentbank im Nahen Osten gemacht. Vielleicht auch nicht. Wie dem auch sei, ich möchte dir erzählen, was ich letzte Woche gemacht habe.

Am Freitagmorgen bin ich in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, hab meine Tasche gepackt und bin mit meinem Mitbewohner durch die vernebelten Strassen St. Gallens in Richtung Bahnhof marschiert. Es hat ein bisschen geregnet. Die Stadt war grau, die Menschen auch… ihr kennt das. Doch schon bald entfliehen wir beide dieser Trostlosigkeit und setzen uns in das Viererabteil eines ICE. Die Woche kann beginnen.

Shana Tova. Welcome to Israel, Ziv heisst uns am Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv willkommen und fährt uns im weissen Peugeot 206 zu seinem Apartment mitten im Zentrum der Wirtschaftsmetropole Israels. Als nächstes heisst es Badehose, Flip-Flops und Shades montieren, denn es geht an den Sandstrand, wo uns neben Eineinhalbmeter-Wellen und 26°C Meerwasser auch noch die weiteren Teilnehmer der International Week Tel Aviv erwarten. Sie sind aus der ganzen Welt angereist, unter anderem aus Polen, Holland, Spanien, China, Ungarn, Schweden, Finnland und Japan. Wir lernen uns, Mojito schlürfend im Schatten der Sonnenschirme kennen und tauschen unsere Erwartungen und Vorstellung zur kommenden Woche aus. Gegen Abend verabschieden sich die Teilnehmer kurz, um sich in den Wohnungen ihrer studentischen Gastgeber für die kommende Rooftop-Party frisch zu machen. Die offizielle Eröffnungsparty beginnt mit einem BBQ à la Israel. Hummus und Shish Kebab, in der Schweiz nennen wir es «Schpiessli», dürfen da auf keinen Fall fehlen. Nach und nach werden die Speisen abgetragen, die Bar wird dafür vermehrt genutzt. Yael, die Hauptverantwortliche der International Week Tel Aviv, bringt einen Toast auf die Woche aus und wir stossen alle an. Lechaim!

Das Programm der Woche war ausgesprochen abwechslungsreich. Hier ein kleiner Abriss davon: Kayaking im Jordan, Besuch einer Winzerei in den Golanhöhen, Stadtführung durch Jerusalem, Unternehmensbesichtigung einer Patentfirma, eines StartUp-Betreuungsdienstleisters, und Testfahrt elektrischer Autos bei «BetterPlace». Wir haben ebenfalls ein Kibbuz – eine sozialistisch geführte ländliche Gemeinschaft – besucht und dort übernachtet. Für die meisten Teilnehmer dürfte das Highlight der Highlights jedoch der Kamelritt mit anschliessender Übernachtung in einem Beduinenzelt und der darauffolgende Wellnesstag im Toten Meer gewesen sein. Fantastisch!

Die Studentenschaft der Universität Tel Aviv ist nur eine von über 25 Organisationen weltweit, die jährlich eine solche International Week organisiert. Im März 2011 wird die Studentenschaft der Universität St. Gallen die Swiss International Week ausrichten und damit internationales Flair und Stimmung auch in die Schweiz holen.Das Programm und die Struktur dieser Wochen ist von Land zu Land unterschiedlich, jedoch versuchen alle Organisatoren mit Hilfe von Partnern aus der Industrie die IW für die Teilnehmenden kostenlos zu gestalten. Wir mussten den Organisatoren keinen einzigen Rappen bezahlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

*