Wo steht die HSG?

Seit 2005 befindet sich die Universität St. Gallen in einer kontinuierlichen Wachstumsphase, die mehrere Probleme mit sich bringt. Wie steht es wirklich um unsere Uni?

Die Lehrqualität leidet

Während die einen dies als eine Folge der Qualität an der HSG bezeichnen, ist sicher, dass diese Entwicklung Folgen für die Qualität hat. Infrastruktur und Faculty wachsen, wenn überhaupt, nur langsam und über etliche Jahre. Neben der Qualität droht aber auch die HSG-Kultur zu verwässern. Der gemeinsame Geist der Studierenden und Dozierenden wird durch das familiäre Miteinander geprägt. Auch das neue Rektorat setzt für die kommenden Jahre weiterhin auf „Familiarität und eine kooperative Vertrauenskultur“(Bieger, HSG Blatt). Dies scheint jedoch nur bei einer überschaubaren Grösse und einem engen Kontakt zwischen Studierenden und Dozierenden möglich. Mit einem Betreuungsverhältnis von 55:1 befindet sich die HSG allerdings nicht nur im internationalen, sondern auch im schweizweiten Vergleich eher in der Schlussgruppe. Die Zielgrösse ist das Verhältnis aus dem Herbst 2007 46: 1.

Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der schweizerischen Studierenden auch in diesem Jahr weiter ansteigen wird. Da der relative Anteil ausländischer Studierenden gesetzlich auf 25% begrenzt ist, ermöglicht dies auch ein Wachstum der absoluten Zahl eingeschriebener Ausländer. Beides in Kombination führt dazu, dass unsere Universität an ihre Kapazitätsgrenzen stösst. Denn auch nach dem Umbau ist die Universität lediglich auf 5’000 Studierende ausgerichtet, sodass sich die Platzproblematik bei einer Zahl von 6’800 Studierenden mit steigender Tendenz stetig verschärft.

Wie weiter?

Das neue Rektorat hat sich bezüglich des Grössenwachstums recht deutlich positioniert: Eine Verkleinerung sei aus finanziellen Gründen nicht möglich. Für jeden Studenten erhält die Universität von der öffentlichen Hand CHF 15’000. Um den Lehr- und Forschungsbetrieb im derzeitigen Ausmass aufrecht erhalten zu können, seien diese Einnahmen für die Universität unabdingbar. Darum richtet sich das neue Rektorat auf eine Studentenzahl 8000 plus ein. Die Entscheidung über die nötigen Mittel für einen Ausbau, die Einrichtung neuer Professuren oder elektionsmassnahmen liegt jedoch letztlich nicht beim Rektorat, sondern beim Kantonsrat und dem kantonalen Stimmvolk. Es bleibt deshalb abzuwarten, wie sich die politische Stimmung entwickeln und die HSG in Zukunft aussehen wird.


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