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Alessandro Massaro

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Präsident
  • Heizpilze für die gebeutelten Raucher der HSG

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    Der gewöhnliche Raucher an der HSG ist ein Rudeltier, sehr kontaktfreudig und nimmt normalerweise den Bus. Wenn er trotzdem mal den Rosenberg hochläuft, hört man sein lautes Keuchen bereits von weitem herannahen. Diese Problematik zu lösen wäre eigentlich sehr einfach: weg mit den nikotinhaltigen Glimmstängeln und hin zu einem gesünderen Lebensstil. Doch das ist nicht so einfach, bringt der Konsum von Kippen doch zahlreiche (nicht mit der leidenden Gesundheit aufzuwiegende) Vorteile mit sich. Vor allem wird einem die Tür zu einer ganz eigenen Subkultur geöffnet, welche der Raucher nur ungern hinter sich lassen möchte.

    Die Raucher an der Universität St. Gallen haben seit der Einführung der Raucherzonen ein schweres Leben. Wie Aussätzige sieht man sie bei den Unterständen zusammengepfercht. Dort gehen sie ihrer Nikotinsucht nach. Vor allem während der kalten Jahreszeit spielen sich teilweise dramatische Szenen ab. Sie drängen sich zusammen und versuchen die dringend benötigte Zigarette innerhalb kürzester Zeit fertig zu schloten. Der Gang in die Kälte wird dabei so lange wie möglich hinausgezögert. Wenn es gar nicht mehr auszuhalten ist, schwärmen die «Lungenzieher» langsam aus den Tiefen des Universitätsbaus an die Oberfläche. Dort begegnen sich Doktoranden, Master-Studenten, Bachelor-Studenten und ja, auch «herzige» Assessies zum gemeinsamen Schloten. Selbst wenn man eigentlich keine Lust mehr zum Qualmen hat, trifft man sich immer noch gerne mit seinen «Raucherbuddies».

    Die Universitätspolitik hat den Rauchern schon genug ihrer Freiheiten genommen, weshalb es Zeit wird, Ihnen etwas zurückzugeben. Wenn sich schon derart um deren Gesundheit gesorgt wird, kann gerade so gut sichergestellt werden, dass niemand qualvoll an einem erbärmlichen Kältetod verendet – oder zumindest nicht den Rest der Universitätsangehörigen mit einer Erkältung ansteckt. Deshalb sollten im Hinblick auf die anstehenden Minustemperaturen, welche der harsche St. Galler Winter unweigerlich mit sich bringen wird, Heizpilze bei den verschiedenen Raucherzonen platziert werden. Damit die Umwelt unter diesen unglaublichen CO2-Schleudern nicht leiden muss, bietet es sich an sogenannte «Infrarotwärmer» mit einer Zeitschaltuhr als Alternative zu etablieren.

    Die Universität hat diese Problematik mittlerweile erkannt und prüft die Einführung einer entsprechenden Infrastruktur, um die Unfreiheit der Raucher an dieser hochwürdigen Institution etwas Erträglicher zu machen.

    Proudly brought to you by #FakeNews

  • Studienadministration wird zum Swisscom Shop umfunktioniert

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    Während den Semesterferien herrscht an der Universität St. Gallen regelmässig tote Hose. Die meisten der Studierenden haben sich in die Ferien verzogen. Noch ein paar wenige treiben sich an der HSG herum; verlorene Seelen, die an ihrer Bachelor- oder Masterarbeit rumdoktorn müssen oder gar erst mit dem Schreiben angefangen haben. Dementsprechend gibt es auch für die Institute, die Lehrstühle und die Universität im Allgemeinen weniger zu tun – solange nicht gerade irgendein Skandal die Uni durchschüttelt. Abgesehen von Umbauarbeiten scheint die Flaute an herumlaufenden Studierenden bei gewissen Instituten eine Langeweile hervorgerufen zu haben. Anstatt Ferien zu machen, entscheidet sich der bezahlte Staatsangestellte dann öfters dazu ein Projekt anzugehen, welches – sagen wir mal – in erster Linie für Beschäftigung sorgen soll. Langeweile war noch nie ein guter Kreativitäts-Katalysator.

    Es scheint, als sei das Institut für Marketing durch den grauen Alltag in eine derartige Überdrüssigkeit geraten, dass ihnen nichts mehr anderes eingefallen ist, als sich an das Rebranding der Studienadministration zu machen. Jener Einheit der HSG-Services, die anscheinend wie keine andere «von den gesellschaftlichen Veränderungen und der Digitalisierung administrativer Prozesse» betroffen ist – so steht es auf Compass in einer offiziellen Mitteilung unter dem Namen «Wichtige Informationen zum Studium HS2018».    

    Nun, wie sieht eine auf die Digitalisierung angepasste Studienadministration genau aus? Natürlich sollte sie direkt einen neuen Namen verpasst bekommen. Seit Beginn des Semesters trägt sie die Bezeichnung «Dean’s Advisory Office (DAO)». Wer ist eigentlich dieser Dean, den das «Office» neu «advisen» soll? Nun es handelt sich dabei um niemand geringerens als den Rektor. Was dieser genau mit administrativen Anliegen rund ums Studium zu tun hat, bleibt schleierhaft. Dass sich Thomas Bieger für Fragen zum Thema Semestereinschreibung, Kurswahl, Bidding, Prüfungen, etc. interessiert, scheint ausserdem illusorisch. Momentan hat er sicherlich Wichtigeres zu tun.

    Das DAO macht das gleiche, wie es bereits die Studienadministration gemacht hat. Inhaltlich hat sich somit nichts geändert. Die neue Beratungszone erinnert an den örtlichen Swisscom Shop. Als ich dort ein Abo kaufen wollte, erntete ich nur verständnislose Blicke. In der Zukunft soll es möglich sein individuelle Beratungstermine online zu buchen, ebenfalls wird ein Ticketsystem eingeführt, wie man es aus jeder gewöhnlichen Postfiliale kennt. Das einzige, was mal hätte angepasst werden können, sind die Öffnungszeiten. Das Dean’s Advisory Office hat somit immer noch nur jedes Schaltjahr, in einem drei minütigen Zeitfenster geöffnet, sofern sich der Studierende vor dem Eingang dreimal im Kreis dreht und laut «Thomas Bieger» ruft.

  • Altersrestriktionen für Soziale Medien – längst überfällig?

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    «Der moderne Mensch will von jedem akzeptiert werden», sagte bereits Psychologe Erich Fromm. In der heutigen Zeit vernetzen wir uns zunehmend auf den sozialen Medien, ohne welche wir eine unabwendbare Isolation befürchten. Dort ziehen wir uns zwanghaft idyllische Ferienbilder, traumhafte Hochzeitsbilder, verliebte Pärchen und zahlreiche, unreflektierte Kommentare rein. Die Auswirkungen auf die junge Generation und deren Schutz sind dabei selten ein Thema.

    Wie eine Studie aus Grossbritannien gezeigt hat, wurde Social Media zu einem Raum, in welchem Beziehungen gebildet werden, Identitäten geformt werden und Selbstverwirklichung stattfindet. Ein Einfluss auf die Psyche ist damit unabwendbar. Dies kann vor allem während der sogenannten Adoleszenzphase heikel sein.

    Im Laufe der Adoleszenz erwirbt der Mensch Charaktereigenschaften wie Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle. Jugendliche Gehirne befinden sich bis zum Erreichen des frühen Erwachsenenalters – konkret bis ungefähr ins 20. Lebensjahr – noch im Entwicklungsstadium. Es fehlt ihnen an den kognitiven Fähigkeiten der eigenen Bewusstheit und Privatheit. Dies kann zur Folge haben, dass unangebrachte Nachrichten, Bilder und Videos gepostet werden. Die Langzeitwirkungen rücken dabei oftmals in den Hintergrund. Ausserdem riskieren Jugendliche damit in einen potenziellen Teufelskreis des Mobbings zu geraten.

    Die sozialen Medien vermitteln ein ganz bestimmtes, gar perfektes Ideal, welches es um jeden Preis zu erreichen gilt. Es geht um das Streben nach einem Prominenten-Status, wobei unmögliche Erwartungen gebildet werden. In dieser Welt ist alles perfekt. Dies kann auch die eigene Körperwahrnehmung beeinflussen. Gedanken über die vermeintlich eigene Unvollkommenheit sind wohl vor allem im jugendlichen Alter von eher zerstörerischen Charakter: Depressionen und wenn es ganz hart auf hart kommt Suizid.

    Für mich zeigen diese – wissenschaftlich bereits seit längerem vorliegenden – Erkenntnisse ganz klar eines: Der (negative) Einfluss von Social Media auf die Jugendlichen wird in unserer Gesellschaft unterschätzt. Deshalb sollte der Schutz der heranwachsenden Generation – in der Form eines Mindestalter – höhere Priorität erhalten.

    Wie bereits erwähnt, endet die Adoleszenzphase ungefähr im 20. Lebensjahr. Jugendliche erhalten in unserer Gesellschaft bereits im Alter von 16 Jahren Freiheiten (wie auch Pflichten) und können bereits dann auf bewusstseinserweiternde Stoffe wie Alkohol zugreifen. Deshalb macht es nur Sinn das Mindestalter für die Nutzung der Sozialen Medien ebenfalls auf 16 Jahre anzuheben. Die Umsetzung dieser Forderung wird sicherlich nicht von leichter Natur sein, jedoch gibt es bereits jetzt Ansätze diese Problematik zu lösen. Ausserdem sollte dies auf keinen Fall das einzige Argument gegen eine Regulierung der Sozialen Medien sein.

  • #jesuisbieger – wenn sich Studierende hinter ihren Rektor stellen

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    Mit Fahrradhelm, Wind im Rücken und stets grüssend – so fährt der sportliche Professor den Rosenberg hoch. Doch nun hat der Wind gedreht und das liegt für einmal nicht am St. Galler Wetter. Seit einigen Tagen wird der Name Thomas Bieger von vielen in den Mund genommen. Die Medien verkaufen das Bild eines erneut gescheiterten HSG-Funktionärs.

    Auch an der diesjährigen Senatsklausur – wo Professoren und Studierende gemeinsam über die Entwicklung der HSG diskutieren – drehen sich die Gespräche um die Causa Bieger. Als jedoch von Vertretern des Tagblatts die Frage fällt, ob die Studierenden der HSG überhaupt irgendetwas vom Geschehen mitbekommen, herrscht Entrüstung: So etwas Banales sollte eigentlich selbstverständlich sein.

    Sogar beim Abendessen in geschlossener Gesellschaft wird eifrig darüber diskutiert. Einige Professoren erkundigen sich bei den anwesenden Studierenden, was für eine Wirkung die Angelegenheit auf diese habe. Was wohl den meisten bei dieser Frage durch den Kopf geht, ist die Tatsache, dass diese ganze Geschichte nur limitiert etwas mit der HSG als Bildungsinstitution zu tun hat. Durch die Nähe zur Praxis und bedingt durch die damit verbundene unternehmerische Tätigkeit sollte für die Dozierenden die Möglichkeit Fehler zu machen oder gar zu scheitern, eine Selbstverständlichkeit darstellen.

    Auf ins Gefecht – für die Alma Mater

    Mit verschiedenen Bewegungen über die sozialen Netzwerke zeigen sich einige Studierende alles andere als eingeschüchtert – weder vom Tagblatt noch von anderen Medien. Im Gegenteil: mit Hashtags wie «jesuisbieger» oder «onelovebieger» zeigen sie Solidarität gegenüber demjenigen, der ihre allererste Vorlesung an der Uni hielt und gegenüber jener Person, welche die HSG und damit jeden einzelnen Studierenden repräsentiert. Natürlich bekommen die Studierenden mit, was ausserhalb der HSG geschieht – manchmal finden sie auch Zeit, den einen oder anderen Zeitungsartikel zu lesen. Und selbst wenn man sie mit Perlen des Qualitätsjournalismus füttert, wie in den letzten Tagen, gar Monaten geschehen, ändert sich an ihrer Grundhaltung gegenüber den Dozierenden nicht viel.

    Für die Studierenden der #jesuisbieger Bewegung sind der Rektor Thomas Bieger und der Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahn Thomas Bieger zwei verschiedene Personen. Das ist ein Detail, welches sämtliche Medien bewusst zu ignorieren scheinen. In zahlreichen Aussagen, die sich um den Skandal drehen, wird Bieger als Rektor der Universität genannt. Das eine hat mit dem anderen in diesem Kontext überhaupt nichts zu tun. Ausserdem werden sämtliche Affären im gleichen Artikel genannt, welche die HSG in den letzten Monaten erschüttert haben. Das Tagblatt und die restlichen Medien tragen damit zu einem Reputationsschaden der HSG bei. Die Universität sieht sich gezwungen, zusätzliche Ressourcen zur Bewältigung dieses neuen «Skandals» aufzuwenden, sei dies im Rektorat oder in der Kommunikationsstelle. Ressourcen, welche für die Studierenden eingesetzt werden sollten. Es werden Stunden für Medienmitteilungen, Stellungnahmen und E Mail-Bewirtschaftung verschwendet. Das steht in keinem Verhältnis zu dem, was vorgefallen ist und hat absolut nichts mit der Person des Rektors zu tun. Eine Negativspirale, welche die Universität und somit auch die Region viel Geld kostet. Trotzdem sind sich die Studierenden bewusst, dass die HSG als öffentliche Institution zu Transparenz verpflichtet ist, jedoch stehen die Medien in der Verantwortung ein gesundes Mass zu finden. Dieses wurde jedoch verfehlt, denn die Berichterstattung über die HSG ist zu einer Verzerrung des Geschehenen verkommen.

  • Ein Stück Erinnerung

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    Die Studienzeit wird mit vielen Emotionen verbunden.
    David Dreher hat selber einen HSG Pullover designt, welcher
    dem patriotischen Studenten ermöglicht voller Stolz seine
    Zugehörigkeit zu seiner Alma Mater zu zeigen.

    Die Beziehung der Studierenden zu ihrer Universität ist etwas ganz Spezielles. Mehrere Jahre haben sie an der Universität studiert, sind durch die verwinkelten Gänge des Gebäudes zu ihren Kursen gewandelt und haben zahlreiche neue Freundschaften geschlossen. Dabei wurden viele neue Geschichten geschrieben. Erinnerungen an diese Zeit bleiben noch bis in die ferne Zukunft. Den zukünftigen Kindern berichtet die HSG-Alumna oder der HSG-Alumnus wehmütig von dem spannenden Lebensabschnitt.
    Bereits nach dem bestandenen Assessment, spätestens aber nach dem Abschluss des Bachelors ist für viele Studierende klar, dass jetzt ein Erinnerungsstück hermuss. Genau so war es für David Dreher. Nach dem Bestehen des Assessment wollte er sich einen HSG-Pulli kaufen. Die Pullis im HSG-Shop sprachen ihn aber nur wenig an. «Ich hatte ein bestimmtes Bild vor Augen, eine bestimmte Vorstellung davon, wie mein Pulli aussehen soll», erzählt Dreher.
    Er machte sich an die Arbeit und entwarf ein eigenes Design. Dieses sollte auffallender sein und die Zugehörigkeit zur Universität St. Gallen widerspiegeln. Gleichzeitig aber hatte der Pullover bequem und warm zu sein, um gegen das widerspenstige St. Galler Wetter bestehen zu können. Schnell zeigte sich: Die Pullover waren beliebt. Zuerst verkaufte Dreher sie an einige Freunde. Später kamen weitere Interessenten dazu. Die Pullis gibt es in grün, grau und schwarz – mit englischem Aufdruck und leicht verändertem Design.
    Bei der Druckart handelt es sich um «Siebdruck». Dabei wird das Design auf eine Platte gezeichnet und daraufhin mit den jeweiligen Farben übergossen.
    Das Ziel für Dreher ist ganz einfach: Der Pulli soll als stylisches Erinnerungsstück dienen und den Studierenden Freude bereiten. «Er soll dir ein Gefühl geben, dass du stolz auf das sein kannst, was du an der Uni erreicht hast», meint Dreher. Mit dem HSG-Shop war Dreher bereits im Gespräch. Ob es einmal zu einer Zusammenarbeit kommt, steht noch offen. Bis dahin erhält der gewiefte Sparfuchs den Pullover von Dreher für weniger Geld, als jenen im HSG-Shop.
    Für all jene unter euch, die ein stylisches Erinnerungsstück haben wollen, bietet der Pullover von Dreher eine preisgünstige Lösung. Der Pulli soll bezwecken, dass man seine Uni mit Stolz präsentieren kann. Wenn du ihn trägst werden dich Leute beispielsweise fragen: «Hey, du warst an der HSG?»

  • Medizinstudenten machen erste Schritte an der HSG

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    Der Joint Medical Master St. Gallen soll als zukunftsweisendes Medizinstudium innovative Akzente setzen. Doch was halten eigentlich die zukünftigen Master-Studierenden vom Studiengang?

    An der Universität St. Gallen und am Kantonsspital St. Gallen sollen ab dem Herbstsemester 2020 neu 40 Studierende ihre Masterausbildung in Humanmedizin absolvieren. Das Angebot basiert auf einer Kooperation der Universitäten St. Gallen und Zürich. Die Bachelorstudierenden des sogenannten «St. Galler Tracks» beginnen schon dieses Herbstsemester ihr Studium an der Universität Zürich. Ziel der Kooperation ist eine Stärkung der medizinischen Versorgung in der Ostschweiz. Dem bereits bestehenden Fachkräftemangel und den damit zusammenhängenden demografischen Entwicklungen soll entgegengewirkt werden.
    40 Studierende haben am 16. September die Kick-off-Veranstaltung des geplanten Medical Master besucht. Drei von ihnen haben mit prisma über ihre Erwartungen und Bedenken betreffend den Studiengang gesprochen.

    Wie präsentierte sich dein Bild der
    HSG noch vor einem Jahr? Dachtest du beim Brand HSG an eine versnobte Wirtschaftsuni?

    Natürlich kennen viele die Vorurteile gegenüber den typischen HSG-Studierenden – doch was sagen die angehenden Medizinstudenten dazu? Einige von ihnen haben bereits Kolleginnen und Kollegen, die hier studieren und das sind alles tolle Leute. Trotzdem geistern halt die klassischen Klischees im Hinterkopf herum. Die HSG sei und bleibe jedoch eine Wirtschaftsuniversität und man müsse einsehen, dass man auf ganz andere Leute treffe, als beispielsweise an der Universität Zürich. Das sei gut so und mache die einzelnen Universitäten aus.

    Welche Erwartungen hast du an
    den Joint Medical Master?

    Sämtliche Studenten fühlten sich durch die dem Kick-off-Event vorangehenden Informationen noch nicht gänzlich über die Ausbildung informiert. An der Veranstaltung selber konnten schliesslich viele offene Fragen geklärt werden. Das Ziel des Events war wohl eher den angehenden Medizinstudenten das Gefühl zu geben, dass sämtliche Beteiligte der Projektleitung darum bemüht sind, ihnen einen guten Start zu ermöglichen.
    Einen Eindruck darüber gewonnen, was das Studium eigentlich alles beinhaltet und was sie erwartet, hat nur ein Befragter nicht wirklich gewinnen können.

    Die endgültige Einführung des Joint Medical Masters ist von einer Volksabstimmung abhängig. Inwiefern vermag dich diese Tatsache zu beunruhigen?

    In der Tat wird das Jahr 2018 neben der MedicalMaster- und Platztor-Abstimmung zum «Chancenjahr für die HSG», wie Rektor Thomas Bieger im Interview mit prisma (Ausgabe 368) schilderte. Die Studierenden des Medical Masters werden voraussichtlich 2020 an der Universität St. Gallen ankommen. Beunruhigung ist bei den angehenden Medizinstudenten keine zu spüren. Die Projektleitung schätzt die bevorstehende Volksabstimmung als sichere Sache ein. Sollte dennoch an der Urne eine Überraschung eintreten, wären die Studierenden darüber nur wenig besorgt. Schliesslich könnten sie ihr Studium ganz normal fortsetzen – einfach nicht an der HSG.
    Zu guter Letzt ist festzuhalten, dass sich die neuen Medizinstudenten an der HSG gut aufgehoben fühlen und sich auf einen neuen Lebensabschnitt freuen. Ob die Universität St. Gallen daran teilhaben wird, wird sich spätestens an der baldigen Volksabstimmung zeigen.

  • Vielfalt und Nachhaltigkeit

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    Un-dress begeistert mit überraschenden Kreationen

    Das Un-dress Fashionevent hat sich inzwischen als fester Bestandteil im Kalender des Frühjahrssemesters an der HSG etabliert. Das grosse Finale, die Modenschau, fand dieses Jahr in beeindruckender Atmosphäre in der Tonhalle statt. Begleitet von lässiger elektronischer Musik und Licht in Blau- und Lilatönen nahmen die studentischen Models ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Vielfalt nachhaltiger Fashion.

    Besonders spannend waren dabei die verschiedenen Stilrichtungen, die gekonnt kontrastiert zur Schau gestellt wurden.Joy + Grief zum Beispiel stellten coole It-Pieces in gedeckten Farben und mit einzelnen silberfarbenen und weißen Kontrasten aus. Auf der anschließenden Ausstellung gab es neben der Kollektion auch Anstecker mit der Aufschrift „All black everything“ zu erstehen. Maison Stella Sallaku auf der anderen Seite blieb dem Publikum mit frühlingshaften Blumenkleidern aus der Kollektion „Daisy“ in Erinnerung. Vorgestellt wurden auch Taschen, Schmuck, Schuhe, Socken und die von traditionellen Schweizer Trachten inspirierte Mode der Marke Stockberg.

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    Diese interessante Mischung sorgte sehr zielsicher dafür, dass die Modenschau zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde. Dazu trugen aber auch die beiden Stepptänzerinnen bei, die als Zwischenacts die Show auflockerten und mit ihren beeindruckenden Auftritten viel Applaus ernteten.

    Auf der anschließenden Designerausstellung war bei den Organisatorinnen genau wie beim Publikum eine angenehm gelöste Stimmung auszumachen. Bei Jazzmusik und Prosecco schlenderten die Modebegeisterten zwischen den Ständen umher und begutachteten die zuvor präsentieren Stücke genauer.

    Un-dress hat sich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt. Mittlerweile zählen sie neben den anderen zahlreichen Events an der HSG zu den etablierten Veranstaltungen. Nach diesem weiteren erfolgreichen Event freuen wir uns auf das nächste Jahr.

  • «Fressen Sie mich!» – Studententheater St. Gallen

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    Wenn auf der Bühne unter dem Gelächter der Zuschauer Kasatschok getanzt wird, führt das Studententheater St.Gallen eine Vorstellung auf und begeistert das Publikum mit viel Leidenschaft.

    Das Studententheater St. Gallen feierte am Montag die Premiere mit dem Stück «Onkel Wanja» von Anton Tschechow. Ein eitler, an seinem Alter verzweifelnder, teilweise wahnsinnig erscheinender Professor, offenkundig ein Fabulant und dennoch ein heller Stern am Himmel der Akademikerszene, hält sich eine junge Frau und verdammt seine Tochter und seinen Schwager Wanja zur Plackerei auf dem Landgut. So finanziert sich der jammernde Intellektuelle seinen Lebensstil.

    Tschechow zeigt im Stück die Aussichtslosigkeit des eigenen Daseins. Die snobistischen Stadtmenschen leiden unter einer unkurierbaren Langeweile und laborieren an sich eingebildeten Krankheitsbildern. Wie bei Tschechow vielmals üblich, ist die Liebe aussichtslos, wird lächerlich gemacht und hat keinen Platz im Warten auf das eigene Ende.

    Sollte das nicht ein Drama sein?

    Mit russischen Theaterstücken ist das immer so eine Sache: Aussichtslos, dramatisch und theatralisch werfen sie den Zuschauer in einen tiefen Abgrund. In unseren Breitengraden verliert man schnell den Überblick über die ganzen nicht aussprechbaren Namen der zum Glück nur wenigen Protagonisten und ständig wird Wodka gesoffen, sich fast schon zur Bewusstlosigkeit gegurgelt. Auch in der Inszenierung des Studententheaters St. Gallen wird getrunken – Wasser versteht sich – und so tanzen in einer Szene der Arzt Michaíl Lwówitsch Ástrow und Iljá Iljítsch Telégin in einem trunkenen Wahnsinn den russischen Tanz Kasatschok auf der Bühne. Eine Tschechow-Inszenierung ohne Wodka-Flaschen, in der alle nüchtern sind? Das wäre zweifellos undenkbar.

    Trotz der allen Protagonisten gemeinsamen Hoffnungslosigkeit und dem doch düsteren Thema des Dramas, versetzen genau solche pointierten Darstellungen der Schauspieler mit den teilweise fast schon komödiantisch erscheinenden Einlagen das Publikum in oftmaliges Gelächter. Ob das wohl gewollt war? Dies unter anderem auch mit Sätzen wie «Bin eingeschlafen und habe geträumt, mein linkes Bein sei ein anderes.» oder dem Ausruf des Arztes «Fressen Sie mich!», worauf er sich anschliessend auf den Boden wirft und die Arme nach der Frau des Professors, Jeléna Andréjewna, ausstreckt. Dennoch haben gewisse Schauspieler etwas zu viel der Theatralik in die Darstellung ihrer Rollen gelegt und so hat das gelegentliche Lachen manchmal einen anderen Herkunftsgrund.

    Die Monologe der Hauptdarsteller, als charakteristisches Element für das Drama, wissen zu überzeugen. Vor allem die Darstellung des Onkel Wanja begeistert und es gelingt, dem Zuschauer tiefe Einblicke in die Gedankenwelt und Gefühle der Figur zu gewähren. Eine wunderbare, glaubwürdige Darbietung, die Respekt verdient.

    Grosse Erwartungen an die Zukunft

    Wieder konnte das Studententheater die Zuschauer mit den schauspielerischen Leistungen für sich gewinnen. Das letzte Mal schon mit der düsteren Darstellung von Max Frischs Graf Öderland und dieses Mal erneut mit der „Komödie“ Onkel Wanja von Anton Tschechow. Vergleichen kann man die beiden Aufführungen schon aufgrund der Unterschiedlichkeit der Handlung nicht, aber das ist auch gar nicht nötig. Beide bleiben für sich einzigartig und vor allem gelungen. Jenen, die sich die Aufführung noch nicht angesehen haben, bietet sich Dienstag bis Donnerstag, 10. bis 12. Mai 2016, jeweils um 20.00 Uhr im Figurentheater die Gelegenheit.

    Bilder Alexander Wolfensberger

  • Un-Dress: «Nachhaltigkeit spielt eben doch eine Rolle!»

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    Am 20. April fand in der Lokremise der fünfte, eintägige Un-Dress Event statt. prisma hat sich unter die Besucher gemischt, mit Designern gesprochen und war an der fulminanten Fashionshow mit dabei.

    Eingelullt von der kreativen Atmosphäre der Lokremise laufen wir vorbei an kleinen Ständen der eingeladenen Labels und bewundern die extravaganten Kleidungsstücke. Es scheint eine sehr spezifische Besuchergruppe angelockt worden zu sein. Die Garderobe wurde nach den schönsten, glanzvollsten Kostbarkeiten durchsucht, welche sich nun an die Körper der Anwesenden schmiegen. Ein Biologe wäre trunken von dem hier vorzufindenden, erstklassigen Genpool und müsste sich wie in einer optimierten Genfabrik vorkommen. Im Vorhinein schwirrte natürlich schon eine gewisse Erwartung an den Event in den Köpfen umher, denn keine Überraschung ist es, dass in der Welt der Mode Heimische, meistens nicht über fehlende Schönheitsattribute zu klagen haben. Die Hand schwebt reglos über dem seltsam nutzlos vorkommenden Notizbuch, angesichts solch vorherrschender Anmut.

    Jede neu entgegenkommende Person erscheint sympathischer als jene zuvor und die eigenen Kleider fühlen sich an wie Lumpen. Noch nie war die eigene Sterblichkeit deutlicher zu verspüren als in jenem, klaren Moment, umgeben von absoluter Perfektion.

    Un-Dress – eine Studentische Initiative

    Die Studentische Initiative Un-Dress wurde von oikos, einer gemeinnützigen Organisation, welche sich für Nachhaltigkeit in verschiedensten Gebieten einsetzt, ins Leben gerufen und bietet eine Plattform für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung von nachhaltiger Mode an. Die Nachfrage nach dem eintägigen Event war im Vorhinein bereits sehr gross und die Tickets schnell ausverkauft. Ganz in Manier des letztjährigen HSG-Balls (prisma berichtete in den HSG-Short News) wurden noch am Vortag auf Sharing is Caring Erkundigungen eingeholt, ob es noch Tickets für die Veranstaltung zu verkaufen gebe. Informationen über die auf dem Schwarzmarkt angebotenen Preise liegen prisma zu diesem Zeitpunkt leider nicht vor.

    In der kreativen und architektonisch zu begeisternd wissenden Atmosphäre der Lokremise bietet der Event verschiedenste Workshops an, mit dem Ziel Interessierten einen Einblick in die Problemstellung verantwortungsbewussten Kleiderkaufs und der fairen Herstellung von Textilien und Modeaccessoires entlang der gesamten Supply-Chain zu bieten. Diese werden von unterschiedlichen Expertinnen und Experten aus verschiedensten Disziplinen geführt. Den Workshops am frühen Nachmittag und damit verbundenen Vorträgen von verschiedensten Modeexperten, folgt eine öffentliche Designerausstellung, welche es den Gästen ermöglicht, auch Kleidungsstücke und sonstige Accessoires direkt vor Ort zu erwerben. Ausgewählte Teile werden exklusiv im Globus St. Gallen – einem Partner des Events – zum Kauf angeboten.

    Die Expo verführt zum Verweilen

    Auch die Designer, welche von Un-Dress eingeladen wurden, können bereits von weitem erspäht werden. Sie zeichnen sich allesamt durch eine unaussprechliche Grazie aus und einen Stil, der seinesgleichen sucht. Wir sprechen mit der Designerin Sonja Fritschi von «Fashion by Sonja Fritschi», die schon zum zweiten Mal am von Un-Dress organisierten Event teilnimmt. Sie erzählt uns, dass dieser im letzten Jahr doppelt so gross gewesen sei und im Hotel Einstein auf zwei Stöcken stattfand. Inwiefern sich der heutige Event denn vom letztjährigen unterscheide, fragen wir sie. «Es ist die Atmosphäre, das Licht und vor allem das schöne Wetter. Es passt alles einfach super zusammen.» Wir merken an, dass die Wirksamkeit der Location sicherlich auch bei den Besuchern spürbar sei. «Auf jeden Fall! Die Begeisterung ist auch im späteren Verkauf im Globus wahrnehmbar.» Das hänge ganz klar vom vorherrschenden Ambiente ab.

    Gleichsam begeistert von der Stimmung in der Lokremise ist Sandra Haldi von «Atelier S&R», die von Phillip Hachen – Mitglied des Un-Dress Teams – persönlich zum Event eingeladen wurde und den Weg von Zürich auf sich genommen hat. «Als Online Design Shop sind wir vor allem an Messen aktiv. Wir sind zum ersten Mal hier und ganz begeistert.» Das Schweizer Designlabel stellt eigene Produkte her und zeichnet sich ebenfalls – wie alle anderen anwesenden Labels – durch ökologisch nachhaltige Arbeitsprozesse aus.

    Durch die ganze Veranstaltung spielt Nachhaltigkeit die grösste Rolle. Es wurden im Vorhinein zwölf Kriterien der Nachhaltigkeit definiert. Diese umfassen unter anderem «Recycling, Natürliche Rohstoffe, Sozialverträglichkeit, ökologische Materialverarbeitung usw.». Jedes Label kann sich je nach Engagement diese verdienen. So wurde zum Beispiel «Sanikai – Ethical Vegan Clothing» mit neun von zwölf erfüllten Kriterien belohnt.

    Ein Label, welches ebenfalls durch eine interessante, nachhaltige Idee zu begeistern weiss, ist «Vieri». Es zeichnet sich durch eine ausschliessliche Verarbeitung von ethisch nachhaltig erwirtschaftetem Gold aus und einer engen Zusammenarbeit mit den Minenarbeitern, denen der Juwelier ein Gesicht und eine Stimme gibt. «Respect the beautiful» ist das Motto des Juweliers und fasst ebenso den ganzen Event auf eine schöne Art und Weise zusammen.

    Die Fashionshow als fulminanter Abschluss

    Langsam bewegt sich die plötzlich angeschwollene Menschenmenge in Richtung Eingang in den für die Fashionshow vorbereitenden Saal. Mit einer kleinen Verspätung beginnt das Spektakel moderiert von Sven Epiney, der uns mit seinem sympathischen Berner-Dialekt begrüsst. Jeder Schweizer kennt Epiney von unzähligen – fast zu vielen – Sendungen im Schweizer Fernsehen. Sämtliche Models sind HSG-Studenten, mit einigen wenigen Ausnahmen. Mit den stylishen Outfits und der chilligen Musik von DJ «Herr Vogel» stimmt das Gesamtpaket. Nacheinander präsentieren alle Labels ihre Kollektion ausgestattet mit verschiedensten Accessoires wie Brillen von «VIU», Ledertaschen von «Atelier S&R» und Schmuck von «Vieri».

    Eines der Highlights der Show bildet die Breakdance Gruppe «Lastremix» aus Neuchâtel dar, die ihre akrobatischen Moves unter tosendem Applaus präsentieren. Auch sie haben sich passend zum Abend unter dem Thema der Nachhaltigkeit mit alten Trainern gekleidet und scheinen einem Old-School Hip-Hop Musik Video entsprungen.

    Am Schluss der Show bittet Epiney das Un-Dress Vorstandsteam auf die Bühne, welche für ihre tadellose Arbeit mit einem herzlichen Applaus belohnt werden. Ganz nervös bedankt sich Marie Droll bei den zahlreichen Sponsoren, den Helfern und den Designern, ohne die der ganze Tag nicht möglich gewesen wäre. Sven Epiney verabschiedet sich mit dem Schlusssatz, dass «Nachhaltigkeit eben doch eine Rolle spielt», was uns der von Un-Dress organisierte Event ohne jeden Zweifel gezeigt hat.

    Bilder Simone Brunner

  • Mit der Axt auf der Suche nach Freiheit – Studententheater St. Gallen

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    Das Studententheater feierte am vergangenen Montag die Premiere des Stücks Graf Öderland. Dabei konnten die Schauspieler durch ihre leidenschaftlichen Darstellungen überzeugen und zwingen uns, die Definition eines Laientheaters zu überdenken – ein Rückblick.

    Ein gewissenhafter, gewöhnlicher Bankangestellter erschlägt scheinbar grundlos einen Hausmeister mit einer Axt. Damit beginnt die Handlung von Max Frischs Graf Öderland und das Studententheater St. Gallen zieht uns in eine düstere, blutige Welt axtschwingender Wahnsinniger, geführt durch die Gestalt eines ominösen nach Freiheit suchenden Grafen, der gar keiner ist. Der Staatsanwalt Martin sieht keine Möglichkeit einen Mörder anzuklagen. Der Mord geschah ohne jegliches Motiv. Er wurde jedoch aus einem ganz bestimmten Grund begangen, den der Staatsanwalt nur zu gut kennt. Aus Ekel vor der Eintönigkeit und Alltäglichkeit des Lebens, die sich ohne eine Möglichkeit zur Flucht tagaus, tagein wiederholt.

    «In dieser Welt der Papiere, in diesem Dschungel von Grenzen und Gesetzen, in diesem Irrenhaus der Ordnung» kann er nicht weiter sein. Er lässt somit sein bisheriges, bürgerliches Leben zurück, zieht in den Wald und wird die aus einer Legende entsprungene Gestalt des Graf Öderland. Er tötet, gewinnt Gefolgschaft und wird zum Anführer einer Rebellion, die das Zeichen der Axt trägt, welche auch seine bevorzugte Waffe darstellt. Der Staat wankt und der Graf sieht sich vor die Frage gestellt, ob er die Macht ergreifen soll.

    Eine Achterbahn der Gefühle

    «Erwache!», ruft Martin am Ende des Stücks verzweifelt und auch das Publikum erwacht aus einer Trance, aus einer etwas mehr als einer Stunde andauernden Mischung von Eindrücken, durchsetzt von Gefühlen der Nachdenklichkeit, Schockierung, Begeisterung und Belustigung. Kurz gesagt: alles, was es zur Unterhaltung braucht. Dabei konnte das Studententheater durch ihre leidenschaftlichen Darstellungen überzeugen. Es scheint, dass die Bezeichnung «Laientheater» dem Studententheater zunehmend Unrecht tut. Vor allem die solide besetzten Hauptrollen begeistern durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten.

    Dem Studententheater gelingt es für einen kurzen Augenblick den Zuschauer in die Welt des Grafen Öderland zu entführen. Das Bühnenbild ist dabei ziemlich schlicht gehalten und unterstreicht so die Aussichtslosigkeit, den allgemeinen Terror und die Schrecklichkeit der Morde. Auch gewisse Schwierigkeiten – so sprang in einer bestimmten Szene das Radio auch nach mehreren Versuchen nicht an – konnten auf gelungene Art und Weise überspielt und durch eine lustige Improvisation seitens der Darsteller vertuscht werden. Dieses bedingungslose Engagement erklärt auch den jubelnden Beifall, der den Schauspielern am Schluss entgegenbrandete.

    Jenen, die sich die Aufführung noch nicht angesehen haben, bietet sich heute Abend und am Mittwoch, dem 3. Dezember, um 20:00 Uhr in der Grabenhalle nochmals die Chance dies nachzuholen.

    Das Öderländische im gewöhnlichen Mann

    Nie war das Theaterstück von Max Frisch aktueller als in der heutigen Zeit, welche dominiert wird vom Terrorismus des Islamischen Staats und in welcher eine zunehmende Erstarkung rechtsextremistischer Bewegungen zu beobachten ist. In Max Frischs Theaterstück wird der Ausbruch vom Staatsanwalt aufgrund romantischer Gefühle, aufgrund der Suche nach der persönlichen Freiheit lediglich zu einer Täuschung, einem Schein, der nicht ist. Diese Suche hat keinerlei ideologische Botschaft inne und geschieht lediglich unter dem plakativen Symbol der Axt. Sie soll den Verlust jeglicher moralischer und ethischer Grundregeln rechtfertigen für den Kampf nach der Freiheit.

    Dabei ist es doch schrecklich mitanzusehen, wie sich ein gewöhnlicher Bürger, ein Jedermann in die furchtbare Gestalt eines Wahnsinnigen verwandelt, der sich mit seinem Gefolge auf einen selbsternannten Kriegszug begiebt. Das Öderländische in einem gewöhnlichen Mann ist es, was wirklich einen schalen Geschmack im Maul hinterlässt, gepaart mit den sinnlosen Morden. Doch spenden angesichts dieses Terrors die Worte des Innenministers im Stück von Max Frisch einen gewissen Trost, nämlich, dass «wer um frei zu sein, die Macht stürzt, am Ende das Gegenteil von Freiheit erhält.»

    Bilder: Livia Eichenberger