Author Archives: Simone Steiner

  • Das Stiefelchen in der Grabenhalle

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    Durch den Tod seiner geliebten Schwester Drusilla seiner jugendlichen Naivität beraubt, verfällt Gaius Iulius Caesar, vielleicht besser bekannt als Caligula, in einen Wahn. Trunken vor Macht und dem Willen, Unmögliches zu erreichen, beginnt der zuvor gutmütige Kaiser seine Untertanen zu drangsalieren. Mit bestechender Logik begründet er sein Vorgehen; trotzdem zweifeln die Anderem an seinem Verstand. Nach und nach dezimiert sich die Anzahl seiner Anhänger, die Überlebenden verschwören sich gegen ihn und versuchen auch seine letzten Unterstützer zu überzeugen, sich von ihm abzuwenden. Doch wenn man nicht für ihn ist – ist man gegen ihn?

    Mit dem Stück von Albert Camus, das von historischen Texten inspiriert ist, hat sich das Studententheater St. Gallen eine schwere Kost vorgenommen. Durch die gleichzeitig moderne, aber mit den Kostümen trotzdem “wahrheitsgetreue” Inszenierung gelingt es dem Ensemble aber, die düstere Atmosphäre im caligulianischen Palast aufzulockern. Wenig überraschend war denn auch die gestrige Premiere in der Grabenhalle ausverkauft. Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Studententheaters überzeugten durch ihre Leistung, allen voran die beiden Hauptdarsteller Sophia Stöckl als Caesonia und Manuel Schär als Caligula, die den Wahnsinn gekonnt darzustellen wussten. Durch den Einsatz von Videotechnik gelang es dem Ensemble zudem dem Publikum ein Bühnenbild zu bieten, das man so auch aus grossen Häusern kennt.

    Die Inszenierung läuft noch heute und morgen Abend in der Grabenhalle, jeweils um 20.00 Uhr. Plätze sollten vorreserviert werden, Informationen zum Vorverkauf finden sich auf der Facebookseite des Theaters.

  • Kleines Theater ganz gross

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    Mit dem Stück «Der Gemeindepräsident» versucht sich das Studententheater an einem eigens geschriebenen Stück. Wenn der Wille nach Veränderung die Vernunft um jeden Preis überzeugt – eine kurze Review.

    Gallwils Gemeindehaus bröckelt. Es ist derart baufällig, dass es nicht einmal betreten werden darf. So hat sich der Gemeindepräsent Bernhard Durrer, gespielt von Benjamin Gertsch, kurzerhand im Gasthaus «Löwen» einquartiert, mitsamt Akten und KV-Stiftin Miriam (Anne Gisler). Solitär spielend vertreibt er seine Tage, während der Unmut der anderen Gemeindemitglieder wächst. Sie wollen Gallwil wieder gross machen! Da kommt es nicht ungelegen, dass Simon Dubois, ein kreativer Architekt aus der Stadt, gespielt von Peter Simon Caplazi, mit seiner Freundin und Assistentin Tanja (Tanja Hessel) das Rathaus renovieren und seine Utopie einer Stadt, Futura, in der kleinen Gemeinde verwirklichen will. Schnell erkennt der gerissene Buchhalter Paul Gretto, gespielt von Manuel Schär, seine Chance, endlich an die Macht zu kommen und die Ära Durrer zu beenden. Zusammen mit dem Inhaber des Baugeschäfts Helg, Claudio Helg (Daniel Brantschen), überzeugt er den Gemeindepräsidenten davon, Gallwil wieder gross zu machen und das Dorf zu revolutionieren. Diese Zutaten führen zu einem explosiven Gemisch, dessen fatale Wirkungen sich im Laufe des Stücks rasant entfalten.

    Das Stück «Der Gemeindepräsident» schrieb Regisseur Benjamin Gertsch selbst. Nach den letzten eher schwermütigen Themen hat sich die Theatergruppe mit dieser Eigenproduktion an ein vermeintlich heitereres Stück gewagt, dessen Komik perfekt die Tragik unserer heutigen Zeit wiederspiegelt. Mehr als einmal blieb das Lachen im Halse stecken. Der Wunsch, nach «mehr», nach «grösser», «besser«, nach «great», ruft uns schmerzlich den zurückliegenden US-Wahlkampf in den Sinn. Das Stück beschreibt treffend, wie aus der Hilflosigkeit der Gesellschaft heraus der Wille nach Veränderung – um jeden Preis – die Vernunft überzeugt. Nicht Fakten, sondern Emotionen spielen die Musik. So erkennt man dann auch die Charaktere des Stücks in seinem eigenen Umfeld wieder: Sei es der KMUler, der über die Bürokratie und die Staatsangestellten wettert, der Schöngeist, der seine Utopie zu verwirklichen sucht, die eiskalte Anwältin, die über Leichen geht oder der Unternehmer, der – ein offenes Geheimnis – regelmässig die Damen im ortsansässigen Bordell beglückt. Die Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler des Studententheaters war mehr als überzeugend und auch die oben nicht namentlich Genannten unterhielten und bereicherten das Schauspiel – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine vortreffliche Inszenierung!

    Das Stück ist noch heute Abennd, 14. Dezember 2016, in der Grabenhalle zu sehen. Tickets können über studententheater.stgallen@gmail.com reserviert oder direkt an der Abendkasse besorgt werden.

  • Asiatisches Allerlei

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    Es gibt fast nichts Besseres als fettiges Essen vom Chinesen an einem faulen Sonntag. Ausser vielleicht diese gesündere und selbstgekochte Variante.

    Zutaten für (ausnahmsweise) 2 Personen:

    • 250g Kalbsgeschnetzeltes
    • 3 Frühlingszwiebeln
    • 1 Brokkoli
    • 2 kleine Pak Chois
    • ca. 150g Kefen
    • 1 Peperoncini
    • 1 Knoblauchzehe
    • etwas frischer Ingwer
    • 4 Eiernudelnester
    • Teriyakisauce
    • Sojasauce
    • eine Handvoll Cashewkerne
    • frischer Koriander
    • Salz

    Zubereitung: 

    Etwas Teriyakisauce in einen Suppenteller geben. Eine Knoblauchzehe in den Teller pressen und etwas Ingwer mit einer feinen Raffel dazu reiben. Das Kalbsgeschnetzelte mit etwas Mehl bestäuben und danach in der Sauce marinieren. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, die Kefen rüsten, den Brokkoli rüsten und in Röschen zerteilen. Das Gemüse kurz dämpfen – es sollte aber bissfest bleiben. Die Nudeln bereits jetzt schon nach Anleitung kochen, kalt abspülen und zur Seite stellen. Vom Pak Choi die äussersten Blätter entfernen, den Rest gut waschen und in Streifen schneiden. Das Fleisch in einer tiefen Bratpfanne mit etwas Öl braten, danach auf einen Teller geben. In der gleichen Pfanne die Frühlingszwiebeln anbraten, die Cashewkerne mitanbraten und danach das gedünstete Gemüse anbraten und Sojasauce dazugeben. Die Peperoncini untermischen. Den Pak Choi dann ebenfalls kurz mit”dünsten”. Danach das Fleisch zum Gemüse geben und die Nudeln mit dem Ganzen kurz braten lassen. Zum Schluss den frischen Koriander hacken und darüber streuen.

    Zeitaufwand: ca. 30 Minuten, mit dem ganzen Schnippeln

    Kosten: Je nach verwendeter Fleischmenge und vorhandenem “Asiabestand” in der Küche ca. 30 Chf.

  • Frankenstein 2.0

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    Frankensteins Monster – wer kennt es nicht? Mit Schrauben im Hals, stumm und grimmig, wankt es durch so manchen Horrorfilm, nicht wirklich furchteinflössend, aber doch – ein Monster. In der Adaption des Klassikers von Mary Shelley durch Nick Dear bekommt das Monster plötzlich eine menschliche Seite, es wird sich nämlich sich selber bewusst. Es lernt sprechen und lesen, ist gebildet und hinterfragt seine Herkunft, mehr noch, konfrontiert seinen Schöpfer, Viktor Frankenstein, mit dem was er getan hat. „Es“ – auch im Stück von Dear, unter der Regie von Danny Boyle bleibt Frankensteins Monster ein „es“. Sein Schöpfer hat ihm keinen Namen gegeben und auch sonst niemand.

    Frankensteins Monster wird gespielt von Benedict Cumberbatch, bekannt aus der TV-Serie Sherlock, und Jonny Lee Miller, bekannt aus Elementary. Die beiden spielen abwechselnd die Rolle des Monsters und seines Schöpfers. Dieser regelmässige Rollentausch führt dazu, dass sie ihren „Gegenspieler“ mehr herausfordern können, denn sie kennen ja die Rolle, wissen, wie sie diesen Moment spielen würden. Der Rollentausch führt aber auch dazu, dass Schöpfer und „Geschöpf“ zu einer Einheit vermischen – keiner der beiden ist nur eins. Eins ist sicherlich klar – die Besetzung ist hervorragend. Die Inszenierung mag zwar überraschen und weicht erheblich vom Original ab, trotzdem ist ein Besuch im Kino lohnenswert. Kino? Ja, exakt. Die Inszenierung von Frankenstein wird als Broadcast in Kinos auf der ganzen Welt übertragen, so zum Beispiel am 20. November nach Konstanz. Wer sich also den etwas anderen Frankenstein nicht entgehen lassen möchte, findet hier weitere Informationen. Und wer sagt er gehe nicht gerne ins Theater, muss sich für diese Termine leider eine andere Ausrede einfallen lassen.

  • Have a Break – Have a Cheesecake

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    Ich war nie wirklich ein Freund von Cheesecake, aber dieses Rezept schmeckt einfach zu gut…

    Zutaten (für eine Springform mit 24-26cm Durchmesser):

    für den Boden:

    • 200 g Kekse (Leibniz o.Ä.)
    • 100 g Butter
    • 2 EL Zucker

    für die Kuchenmasse:

    • 450 g Philadelphia
    • 150 g Zucker
    • 2 Eier
    • 100 g Crème fraîche
    • TK-Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren,…) aufgetaut
    • etw. Vanillezucker

    für die Glasur:

    • 150-200 g weisse Schokolade
    • 100-150 g Crème fraîche
    • u.U. etwas rote Lebensmittelfarbe
    • Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren für die Deko

    Zubereitung:

    Für den Teigboden die Kekse in eine durchsichtige Tüte, z.B. einen Gefrierbeutel, packen und mit einem Mörser zerbröseln. Wer keinen Mörser zu Hause hat, kann auch einfach ein Wallholz, eine leere Glasflasche oder sonst etwas Schweres nehmen. Es dürfen sich noch einzelne “grössere” Stücke finden, der Grossteil der Kekse sollte aber zu einem “Keksmehl” zerstossen werden. Danach die Butter schmelzen und zusammen mit dem Zucker unter die Kekse mischen, so dass eine klebrige Masse entsteht. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und den Rand einfetten. Danach die Keksmasse mit einem Löffel auf dem Boden verteilen und festdrücken. Am Rand die Keksmasse etwa 1-2cm hochziehen. Die Form danach in den Kühlschrank stellen.

    Für den “Cheese” Philadelphia mit Zucker, Vanillezucker, Eiern und den Beeren mischen. Danach die Crème fraîche unterrühren. Vorsichtig – die ist etwas zickig und bildet Klümpchen, also nicht zu früh aufgeben. Am einfachsten geht das Mischen natürlich mit einem Mixer, aber auch von Hand funktioniert es – dauert nur etwas länger. Die Masse danach auf den Keksboden giessen und im vorgeheizten Ofen bei 175°C ca. 45 Minuten backen. Die Masse ist danach in der Mitte noch nicht ganz fest, wird sie aber noch, keine Angst. Den Kuchen nicht direkt aus dem Ofen nehmen, sondern noch ca. 30 Minuten bei leicht geöffneter Ofentür drin lassen. Der Ofen wird für diesen Schritt jedoch bereits ausgeschaltet – die Restwärme genügt. Danach rausnehmen und über Nacht in der Form in den Kühlschrank stellen.

    Für die Glasur die weisse Schokolade schmelzen und danach die Crème fraîche unterrühren. Bei meinem Exemplar kam noch rote Lebensmittelfarbe für das “Mädchenfeeling” dazu.

     Zeitaufwand: Aktiv (ohne Backen und Kaltstellen) ca 40 Minuten

    Kosten: 15 – 20 ChF

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  • Wähe – so einfach und so guet!

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    Wähen haben den Vorteil, dass man sie beliebig belegen kann, ob salzig oder süss oder frei nach dem Motto „Was hat es noch im Kühlschrank ausser Bier, und ah ja, Bier“. Natürlich kann man bequem einen Teig bei einem Schweizer Einzelhändler kaufen, allerdings ist dieser Expressteig hier so einfach, dass der Gang zum Geschäft fast schon länger dauert.

    Zutaten Teig (für eine Form mit 26cm Durchmesser – für ca. 4 Personen):

    • 150 gr Mehl
    • eine gute Prise Salz
    • 55 gr Butter
    • ¾ dl Wasser

    Für eine Apfelwähe:

    • Ca. 1 dl Rahm
    • 1 Ei
    • Zucker
    • Zimt
    • 3-4 Äpfel

    Für die salzige Variante mit Spinat:

    • Öl oder Butter
    • 1 grosse Zwiebel
    • 1 Knoblauchzehe
    • 150g Speckwürfel
    • 600g tiefgekühlter Blattspinat
    • 1 ½ EL Mehl
    • 2 ½ dl (Halb)rahm
    • Salz
    • Pfeffer
    • Muskat
    • 2 Eier
    • 2 EL Pinienkerne oder Mandelsplitter

    Zubereitung Teig: Die Butter in einer Pfanne auf kleiner Stufe schmelzen und das Wasser dazugeben. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen und eine Mulde formen. Das „Butterwasser“ in die Mulde giessen und von aussen nach innen mit einer Kelle einrühren, wenn möglich nicht kneten. Den Teig danach in eine Klarsichtfolie einwickeln oder die Schlüssel damit zudecken und für ca. eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Man kann den Teig somit auch bequem am Abend vorher oder morgens vor der Uni (ja, ich weiss, wer glaubt dran…) vorbereiten.

    Den Teig danach auf wenig Mehl dünn und (je nach Kuchenform) kreisförmig auswallen. Die Form dann mit Butter ausfetten und mehlen, den Teig reinlegen, leicht andrücken und mit einer Gabel einstechen. Danach entweder süss oder salzig belegen.

    Zubereitung Apfelwähe: Wie schon gesagt, kann der Belag völlig beliebig gewählt werden. Eine sichere und einfache Sache sind aber Früchte. Einfach den Boden mit z.B. Apfelschnitzen belegen, lecker und gerade in der Saison sind aber auch Zwetschgen! Für den Guss ein Ei mit ca. 1 dl Rahm (für Kalorienzähler natürlich Halbrahm) mischen, etwas Zucker und Zimt dazugeben und über die Äpfel giessen. Natürlich ist die Menge des Zuckers und Zimts variabel und vom eigenen Gusto abhängig. Zusätzlichen „Kuscht“ bekommt die Wähe, wenn man gemahlene Haselnüsse fein auf dem Boden verteilt, bevor er mit Äpfeln belegt wird oder zwischen den Äpfeln noch Rosinen verteilt. Das Ganze muss dann bei 220 Grad für ca. 25 bis 30 Minuten in der unteren Ofenhälfte backen. Am besten noch warm geniessen…

    Zubereitung Spinatwähe: Zunächst den tiefgekühlten Spinat auftauen und den Backofen auf 220°C vorheizen. Zwiebel hacken, Knoblauchzehe pressen und beides in Butter andämpfen. Die Speckwürfel zugeben und kurz mitdämpfen. Anschliessend den Spinat beifügen und die Flüssigkeit einkochen lassen. Während die Spinatmischung etwas auskühlt, das Mehl in einer weiteren Pfanne in Butter andünsten. Den Rahm zugiessen und unter Rühren mit dem Schwingbesen aufkochen, ca. 5 min köcheln lassen. Die Sauce im Anschluss mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und auskühlen lassen. Die Eier zerklopfen, unter die Sauce rühren, dann alles mit dem Spinat vermischen und auf dem Teigboden verteilen. Zuletzt die Pinienkerne oder Mandelsplitter darüber streuen. Ca. 30 Minuten in der unteren Ofenhälfte backen.

    Zeitaufwand:

    Je nach Variante 15 – 30 Minuten aktiv, zusätzlich ca. 30 Minuten Backzeit

    Kosten:

    Ca. 5-8 Franken für die Variante mit Äpfeln, 10 – 12 Franken für die Spinatwähe

    Spinatwähe

  • Horror ohne Titel

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    Noch bis zum 14. September stellt das Kunsthaus Zürich, in Zusammenarbeit mit dem Astrup Fearnley Museum (Oslo) und dem Moderna Museet (Stockholm), eine Retrospektive zu Cindy Sherman aus – “Untitled Horrors”.

    Cindy Sherman wurde am 19. Januar 1954 in Glen Ridge geboren und hat seither eine beeindruckende Karriere als Künstlerin und insbesondere Fotografin absolviert. In ihren Fotografien inszenierte sie dabei während Jahren sich selbst, bevor sie sich ganz auf Gegenstandsfotografie und danach wieder auf sich selbst konzentrierte. Vor der Linse schlüpfte sie in unzählige Kostüme und verwandelte sich in immer andere Persönlichkeiten. Wenn man durch die Ausstellung im Kunsthaus geht, ist man als Betrachter immer wieder überrascht, wie sehr sich Sherman mit etwas Make Up und anderen Kleidern verändert – fast vergisst man, dass es sich immer um die gleiche Person handelt. Shermans Bilder thematisieren Sexualität, Körper und die Vergänglichkeit. Ihre Fotografien als “schön” zu bezeichnen ist wohl falsch, dafür regen sie den Betrachter zum Nachdenken an.

    Die Ausstellung zeigt rund 100 Werke der Künstlerin und deckt dabei sowohl die Anfangsphase ihres Schaffens, wie auch spätere Serien ab. Ein Besuch lohnt sich entsprechend, insbesondere dank dem Audioguide, der auch bequem als App (auch im Play Store erhältlich) heruntergeladen werden kann.

  • 39. Winterthurer Musikfestwoche – hingehen!

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    In St. Gallen ist das St. Gallerfest schon wieder vorbei – in Winterthur geht die Party weiter. Noch bis zum 24. August finden dort, an drei Locations in der Altstadt und diversen Nebenschauplätzen, die 39. Winterthurer Musikfestwochen statt.

    Konzerte sind dabei eine bunte Mischung verschiedenster Musikrichtungen von Künstlern aus unterschiedlichster Nationalitäten. Musikkabarett aus Zürich von Nils van der Waerden trifft dabei auf Afrobeats aus Ghana von Ebo Taylor, Balkan Beats von Berlinskibeat treffen auf Irish Folk von The Pint. Eine bunte Mischung also, die die ganze Stadt tanzen lässt. Die meisten Konzerte sind kostenlos zugänglich, für einige, wie zum Beispiel für das Konzert von Damien Rice am 23. August oder für Nada Surf am 24. August können Tickets über die offizielle Website bezogen werden. Das Ticket deckt jeweils drei Konzerte ab; es sind auch 3-Tagespässe für den 22.-24. August verfügbar.

    Neben den Konzerten gibt es auch einen Platz für Kleinkunst und Film und auch für eine ausreichende Verpflegung sowohl mit fester als auch flüssiger Nahrung ist ausreichend gesorgt. Und wer sich vor dem Konzert gemütlich noch etwas Gutes gönnen möchte, geht am besten in “Das schmale Handtuch” in Winti und bestellt sich einen Serpentin – Erdbeere und Himbeere wurden bereits für gut befunden.

  • Nein zum Berufsverbot für Pädophile

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    Dass man sich, wenn man sich gegen die Initiative “Berufsverbot für Pädophile” ausspricht, gleichzeitig rechtfertigen muss, sexuelle Handlungen mit Kindern nicht zu befürworten, ist eigentlich schon lächerlich genug – ich werde es hier, dem klaren Verständnis wegen, trotzdem tun: Nein, ich befürworte keineswegs, dass jemand sexuelle Handlungen an Kindern vornimmt und ja, es ist sicherlich unverantwortlich, jemanden mit pädophilen Neigungen, der bereits straffällig geworden ist, weiterhin mit Kindern arbeiten zu lassen. Trotzdem schiesst die lancierte Initiative deutlich über das Ziel hinaus und verletzt damit auch das Prinzip der Verhältnismässigkeit.

    Die Initiative verlangt, so der Initiativtext, dass “Personen, die verurteilt werden, weil sie die sexuelle Unversehrtheit eines Kindes oder einer abhängigen Person beeinträchtigt haben, endgültig das Recht verlieren, eine berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit mit Minderjährigen oder Abhängigen auszuüben”. Da ist der Text klar – keine Einzelfallprüfung, kein Pardon! Dass von einer solchen Regelung aber auch der 19-Jährige, der mit seiner 15-jährigen Freundin schläft, die ergo noch nicht 16 und überdies vier Jahre jünger ist als er, unter diese Regelung fällt, wird von vielen verkannt. Art. 187 StGB hält fest, dass jeder, der mit einem Kind über 14 Jahren sexuell verkehrt und dabei mehr als drei Jahre älter ist als das “Opfer”, eine Straftat begeht. Zur Erläuterung: Nach dem Schweizerischen Strafgesetz sind sexuelle Handlungen erst ab 16 Jahren wirklich gestattet, eine Ausnahme wird aber ab 14 Jahren gemacht, wenn der Partner eben nicht mehr als drei Jahre älter ist. Entsprechend macht sich also auch der junge Mann mit der noch jüngeren Freundin schuldig und kann sich, sofern die Initiative durchkommt, wohl von seiner freiwilligen Arbeit beim lokalen Fussballverein verabschieden, würde er für seine Beziehung verurteilt.

    Weiter lässt die Initiative ausser Acht, dass bereits jetzt in Art. 67 StGB ein Berufsverbot fixiert ist, welches auch in der Praxis Anwendung findet. Das existierende Berufsverbot bietet dabei den Vorteil, dass es eben nicht immer angewendet werden muss und entsprechend auf den Einzelfall angewendet werden kann, wenn dieser es verlangt. Des Übrigen tritt ab 2015 ein Gesetz in Kraft, welches bereits 2013 durch das Parlament verabschiedet wurde und ein erweitertes Tätigkeitsverbot sowie zusätzlich ein Kontakt- und Rayonverbot für verurteilte Straftäter umsetzt, dabei aber die Verhältnismässigkeit wahrt. Die Initiative wird somit unnötig. Überdies ist es bezeichnend, dass Organisationen, die sich explizit für den Kinderschutz einsetzen, wie zum Beispiel Kinderschutz Schweiz oder die Kinderanwaltschaft Schweiz, sich gegen die Initiative aussprechen. Dies nicht, weil sie, wie ihnen häufig vorgeworfen wird, die Täter schützen wollen, sondern weil die Initiative eben nicht wirklich eine Verbesserung bringt und Grundsätze der Rechtstaatlichkeit in Frage stellt.

    Ganz abgesehen vom Inhalt ist wohl auch der Initiativtitel als “unglücklich gewählt” anzusehen. So spricht sie doch explizit von Pädophilen, die nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen, lässt dabei aber ausser Acht, dass nur wenige Männer, die sich an Kindern vergreifen, tatsächlich pädophil im Sinne einer sexuellen Orientierung sind. Häufig weichen solche Täter nur der Einfachheit und Verfügbarkeit halber auf Kinder als Sexualpartner aus. Weiter greift die Initiative nicht in dem Bereich, wo dies am notwendigsten wäre: in der Familie. Denn die Geschichte vom alten Glüschtler, der die Kinder auf dem Schulhof abfängt, ist zwar schlimm – aber eine Ausnahme. Solche Fälle sind zwar nicht zu verharmlosen, doch am schutzlosesten sind die Kinder immer noch gegenüber sexueller Gewalt in der Familie, die aufgrund des Konstrukts an sich nur selten zur Anzeige gelangt und folglich nicht in den Statistiken ersichtlich ist. Doch allein die Fälle, die zur Anzeige gelangen, zeigen, dass der Tatort Familie nicht zu vernachlässigen ist. Sind doch im 2013 1’330 Anzeigen wegen sexuellen Handlungen mit Kindern eingegangen, wovon 300, also rund ein Viertel, innerhalb der Familie stattfanden.

    Die Abstimmung sollte sich nicht um die Frage drehen, ob man für oder gegen Pädophile ist, für oder gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Abhängigen, sondern eben: Ist man für oder gegen ein automatisches Berufsverbot von Menschen, die aufgrund eines dieser Delikte verurteilt wurden? Wer die Sache nun nüchtern betrachtet und das realitätsfremden Bild des alten, kinderfressenden Glüschtlers korrigiert, der kommt zum Schluss, dass die Rechtslage bei einem Nein zur Initiative fairer und rechtstaatlich korrekter gelöst wird, als dies die Initiative je könnte.

  • Wer sind eigentlich Shin und Caroline?

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    Shin und Caroline sind das neue Präsidententeam der SHSG. Wir trafen sie zum Interview, um herauszufinden, wer sie sind und was sie nun vorhaben.
    Wie habt ihr euch als Team gefunden?

    Caroline: Wir kennen uns schon seit dem Assessment. Wir waren zusammen im BWL-Stammteam und hatten danach auch IPL zusammen. Wir lernten uns gut kennen und sind ein super Team.

    Shin: Seither sind wir gut befreundet und sind jetzt sogar im gleichen Studiengang – der Weg war also relativ kurz.

    War die Rollenteilung für euch von Anfang an klar?

    Shin: Ja, denn wir haben beide unterschiedliche Stärken: Ich konnte zum Beispiel im Militär Führungserfahrung sammeln und eine Kommunikationsausbildung absolvieren. Von daher ist es naheliegend, dass ich die Öffentlichkeitsarbeit übernehme.

    Und die Entscheidung, euch zu bewerben, kam spontan?

    Shin: Ich habe den Posten schon immer sehr attraktiv gefunden. Schliesslich ist es eine Position, wo man etwas bewirken kann. Ich bin derzeit bei Act (Asian Culture Transfer) Chairman und  will mich weiterhin studentisch engagieren.

    Gemäss eigenen Angaben habt ihr viele ‚Visionen und Ideen’ – was darf man konkret darunter verstehen?

    Caroline: Eine unserer Ideen ist zum Beispiel die Lancierung einer SHSG-App. Das Ziel dieser App wäre es, alle Informationen, die man auf der Uni-Website sehr zerstückelt findet, zu bündeln; zum Beispiel alle Fristen und Termine. So weiss man dann auch was auf dem Campus läuft, es gibt schliesslich viele attraktive Dinge die man machen kann, die in der Informationsflut aber leider untergehen.

    Shin: Wir sehen Verbesserungspotential vor allem im IT-Bereich und wollen durch diesen Kanal auch die Präsenz der SHSG bei den Studenten steigern. Ich habe den Eindruck, dass den Studenten gar nicht bewusst ist, dass wir ihr Ansprechpartner sind. Eine solche App ist ein Anlaufportal und ermöglicht es, Informationen unter die Studenten zu bringen und den Kontakt zu stärken und zu verbessern. Es wird sich noch zeigen, inwiefern dies umsetzbar ist.

    Ihr studiert beide IA und seid beide im Bachelor – habt ihr nicht das Gefühl, das ist etwas einseitig?

    Caroline: Ich denke nicht. Ich habe neben dem Studium viel Arbeitserfahrung sammeln können und denke, dass ich damit auch eine andere Sichtweise auf die Dinge einbringen kann.

    Shin: Ausserdem werden wir bei der Zusammensetzung des Vorstandes darauf achten, dass wir eine grosse Diversität erreichen. Wir sind ja nicht die einzigen, die Entscheidungen treffen. Entsprechend kann sich jeder Student durch uns vertreten fühlen.

    Caroline: Am Schluss studieren wir alle an der Uni St. Gallen – so weit können die Interessen da gar nicht auseinanderliegen.

    Apropos Vorstand – was für Anforderungen stellt ihr an eure zukünftigen Vorstandsmitglieder?

    Shin: Also der erste Punkt ist sicher Leistungsbereitschaft und auch die Motivation, Zeit zu investieren. Und natürlich sind Vorkenntnisse in gewissen Bereichen, wie zum Beispiel IT oder Finanzen, von Vorteil. Wir freuen uns natürlich über jede Bewerbung.

    Es hat ja jetzt keinen Wahlkampf gegeben, traurig?

    Shin: Es ist sehr schade, wir hätten gerne Wahlkampf gemacht. Wir sind aber natürlich in erster Linie glücklich, dass wir das Amt antreten können und umso motivierter, uns als würdiges Team zu beweisen und die Interessen der Studenten vollumfänglich zu vertreten und ihren Wünschen gerecht zu werden.

    Caroline: Und dadurch haben wir jetzt auch Zeit gewonnen und können uns bereits vorbereiten.

    Grundsätzliche Frage zur SHSG: Was bleibt wie es ist, was muss sich ändern?

    Caroline: Wir haben nicht vor, alles zu ändern, es ist ja im Grundsatz gut so, wie es jetzt ist.

    Shin: Die Strukturen der SHSG sind gut, aber gewisse Bereiche und Sparten kann man noch stärken. So zum Beispiel der Kontakt zu der Stadt und der Bevölkerung. Auch im Bereich Internationalisierung kann noch einiges bewirkt werden – gerade jetzt mit dem Englischtrack und der wachsenden Anzahl an Austauschstudenten wollen wir uns bemühen, dass auch die Studentenschaft internationaler wird und zum Beispiel die myunisg-Seite zusätzlich auf Englisch verfügbar ist.

    Caroline: Wir wollen damit betonen, dass man für alle offen ist.

    Ihr sagt in eurem Wahlprogramm, dass ihr die myunsig-Seite allgemein umgestalten wollt. Wie würde diese Veränderung aussehen?

    Caroline: Inhaltlich finden wir die Seite gut, es ist alles vorhanden. Nur der Aufbau muss etwas angepasst werden und vor allem der Zugriff auf gewisse Inhalte muss vereinfacht werden.

    Wenn ihr euch gegenseitig mit drei Worten beschreiben müsstet…?

    Shin: Caroline ist organisiert, kommunikativ und selbstkritisch.

    Caroline: Ich finde Shin ist sehr begeisterungsfähig, spontan und engagiert.

    Wo seht ihr euch in 10 Jahren oder wo würdet ihr euch gerne sehen?

    Shin: Sehr sehr wahrscheinlich nicht als CEO. Gerade weil ich sehr spontan bin, kann ich mir gut vorstellen einen Job auszuüben, bei dem ich viel reise und viel mit Menschen zu tun habe.

    Caroline: Ich habe sicher den Uniabschluss (lacht.) Und ich hoffe, dass ich dann immer noch viel erlebe und nicht einfach nur in einem Büro sitze von 9 bis 17 Uhr. Aber sonst, s’näh wies chunnt.

    Was würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?

    Caroline: Einen guten Freund oder eine gute Freundin

    Shin: Fussball lohnt sich wohl nicht, wenn ich niemanden zum Spielen hab. Also ein gutes Buch.

    Eine Empfehlung?

    Shin: The Kite Runner.

    Das nächste prisma behandelt das Thema Höhepunkt – was war euer Höhepunkt bis jetzt im Studium? Ausser der Wahl natürlich!

    Shin: Act, letztes Jahr und die Reise nach Berlin mit dem HSG-Fussballteam.

    Caroline: Da gibt es viele, aber meine Startwoche war sicherlich einer davon.

    Wenn ihr jetzt so eng zusammenarbeitet – meint ihr nicht, dass da zwischen euch noch mehr entstehen könnte als Freundschaft?

    Caroline: Ich bin glücklich vergeben und habe nicht vor, dass zu ändern.

    Shin: (lacht) Dann habe ich wohl Pech gehabt.


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