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  1. Von guten Ratschlägen und “Monopoly-Geld”

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    Es gibt Dinge, die will man als frischgebackener Student einfach nicht hören. Da wär zum einen Mutti, die das kleine Mami-Söhnli nicht gern ziehen lässt und sich sorgt, dass klein Timmy sich zusammen mit seinen zwei WG-Kumpels auch wirklich gut ernährt. Not gonna happen. Zum andern sind da die Väter, welche sich nicht so ganz sicher sind, ob dieses neue Notebook denn auch wirklich nötig ist und es ein PC nicht auch tut. Sorry Daddy, braucht es wirklich. Und dann sind da noch die Grossmütter, die sich sorgen, dass die selbstgenähten Vorhänge nicht passen (Oma, die können auch einen Meter zu lang sein), die Freunde, welche bestimmt nie nach St. Gallen kommen wollen „weil man da eh nicht Party machen kann“ und nicht zuletzt die Freundin, die sich wegen der vielen (hah!) Frauen an der Uni Sorgen macht.

    Worauf man als Erstsemesterstudent noch weniger scharf ist, sind die guten Tipps und Tricks, wie man sein Studium erfolgreich übersteht. „Nein, umhimmelswillen, geh ja nicht in die Vorlesungen, allesfürdfüchs“, hört man da von den Studenten in höheren Semestern. „Macht euch immer Notizen“, gaben die Lehrer aus dem Gymnasium noch mit auf den Weg. Und „im Multiple-Choice Teil der Prüfung gibt es dann Punkteabzüge für falsche Antworten“, wissen gewisse Schlaumeier schon vor der ersten Vorlesung. Spätestens dann läuten die Alarmglocken. Holy… werde ich das wirklich durchstehen, habe ich die richtige Uni gewählt, und wie zum Teufel soll ich all diese tausend Slides, Skripte, Bücher und Notizen auswendig lernen?

    Wie in so vielen Lebenssituationen gibt es hier nur einen Trick, um nicht gleich wahnsinnig zu werden. Lächeln und najadieseseinewort denken. Mal ehrlich: Es nützt rein gar nichts, am ersten Tag schon zu wissen, welche Lernstrategien sich bewähren, welche Vorlesungen eher unnütz sind. Die oft gut gemeinten Tipps sind genau so viel Wert wie Spielgeld aus „Monopoly“ an der Kasse im Migros. Denn es gibt wohl nicht sehr viele weitere Tage im Leben, die eine derart grosse Veränderung des Alltags mit sich bringen, wie der erste Tag als Student.

    Darum gibt es eigentlich nur einen einzigen Ratschlag, dem man als Uni-Neuling Folge leisten sollte: Geniesst dieses Gefühl der Nervosität, gemischt mit Vorfreude und Ungewissheit. Die stressigen Zeiten kommen dann noch schnell genug. Bis dahin muss ausprobiert werden, wie lange der Kleiderschrank überlebt, ohne Wäsche zu waschen und wie viele Tage hintereinander man Döner und Pizza essen mag. Bis dahin ist die Zeit zu geniessen, die man nach den Vorlesungen im AdHoc verbringen kann. Die letzten warmen Tage, die man an den drei Weihern verweilen kann (und die sind in St. Gallen schnell vorbei). Und nicht zuletzt sollen die WG-Parties gefeiert werden, mit den neuen Freunden, und den alten, die eh nie nach St. Gallen kommen wollten, und der obligaten Flasche Prosecco – schliesslich ist man nur einmal im Leben Erstsemesterstudent. In diesem Sinne: Alles Gute für den Start an der Uni St. Gallen!

  2. Anreizgeld verdirbt den Charakter und die Produktivität

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    Das Sprichwort “Geld verdirbt den Charakter” gilt oft auch für finanzielle Incentives als Führungsinstrument. Man will mit Anreizgeldern ein bestimmtes Verhalten motivieren, die Leute mit Geld “belehren”, aber der Schuss geht nach hinten los. Das zeigen verschiedene verhaltenswissenschaftliche Experimente. (mehr …)