10 Dinge, die ein St. Galler niemals sagen würde

by St. Galler Verein an der Universität St. Gallen
Dominic Germann und Dario Isenring

Die Geschichte St. Gallens ist bereits über 1400 Jahre alt und beginnt mit Gallus: Es wird gemunkelt, dass sich der Mönch Gallus eines schönen Tages auf seinem Wege zum Alpstein an einem Feuer ausruhte, als sich plötzlich ein Bär zu ihm gesellen wollte. Gallus hingegen befahl dem Bären, ein Stück Holz ins Feuer zu werfen und danach für immer zu verschwinden. Doch ganz entgegen dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinne“ wurde der Bär ein paar Jahrhunderte später zum Wappen der Stadt, welche auch heute noch den Namen des Mönches trägt: St. Gallen.

Es stellt sich die Frage, über was sich unsere beiden „Urväter” heute, bei einem prächtigem Klosterbräu von der Brauerei Schützengarten, unterhalten würden. Eines ist jedoch sicher: Sicherlich würden sie folgende 10 Dinge nicht sagen:

“S’Wetter in St. Galle isch eifoch immer wunderschön und Nebel het’s fast nie”.

Hier braucht es eigentlich keine Erklärung. Wer bereits ein Herbstsemester in St. Gallen verbracht hat, weiss, dass wir hier normalerweise nicht gerade mit schönem Wetter gesegnet sind. Meistens haben wir jedoch Glück und so entkommen wir dem „Tal-Nebel“, wenn wir Vorlesungen auf dem Rosenberg besuchen.

“Ich gang nume weg de super Acts as Openair”.

Die Tatsache, dass viele Leute nicht einmal wegen der Musik an das Openair St. Gallen (kurz OASG) gehen, mag etwas speziell erscheinen. Man investiert knapp 250 CHF für einen Vier-Tagespass, um alle seine Kolleginnen und Kollegen zu sehen, welche man eigentlich auch einfach einmal unter dem Jahr treffen könnte. Zudem ist man dann auch noch im Stress mit Lernen, da das Festival jeweils mitten in der Prüfungsphase stattfindet.

“En richtige St. Galler trinkt Quöllfrisch“.

Falsch. Natürlich trinken wir hier Schützengarten. Die Brauerei wurde 1779 gegründet und ist damit die älteste in der Schweiz. Neben dem edlen Edelspez werden noch Biere wie beispielsweise Gallus, Weisser Engel oder Klosterbräu im Sortiment geführt. Letzteres wurde 2017 sogar mit dem World Beer Award als bestes Amberbier ausgezeichnet!

“OLMA und OFFA – was isch das?”.

Zweimal im Jahr versammelt sich die gefühlte halbe Ostschweiz in den OLMA-Hallen und verbringt ihre Zeit beim gemütlichen Beisammensein, ein paar Bieren in den Degustationshallen 4 und 5 sowie  dem obligaten „Säulirennen“. Danach geht’s natürlich noch weiter in die „Moststube“ oder ins „FM1-Zelt“ (siehe Punkt 10). Für die besten 16 Tage (OLMA und OFFA zusammen) geben viele Leute sogar Ferien ein und lassen schnell das Geld für einen zweiwöchigen Malediven-All-Inclusive-Urlaub liegen.

“A de Universität St. Galle studiered nume sympathischi und gueti Lüt”.

Leider eilt uns ein gewisser Ruf in der Stadt und dem Kanton voraus. Nicht alle Leute sind von unserer Alma Mater begeistert. Dies lässt sich vor allem in der Kommentarspalte der 20 Minuten erkennen – der Trend zum HSG-Bashing scheint leider noch lange nicht vorbei zu sein. Dabei sind wir jedoch auf die Stimmen der St. Galler Wählerinnen und Wähler für den Baukredit des neuen Platztor-Campus’ angewiesen.

“Echt cool, dass d’AFG-Arena jetzt Kybunpark heisst”.

Seit dem Jahre 2016 heisst das Fussballstadion des FC St. Gallens nun Kybunpark. Am Anfang noch schwer zu merken, haben sich die Leute nun langsam an den neuen Namen gewöhnt. Trotzdem: Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und bis sich solche Änderungen durchgesetzt haben, braucht es anscheinend viel Zeit.

“Mir werded immer vu üsne Kollege vo anderne Kantön für üse schön Dialekt bewunderet“.

Jede St. Gallerin, jeder St. Galler kennt es. Obwohl die HSG im Kanton St. Gallen steht und sich die Studierenden bei der Immatrikulation dem Dialekt der Ostschweizer bewusst sein sollten, sind sie anfangs doch sehr überrascht. So kommt es dann auch, dass in der Startwoche manchmal schöne Parolen gesungen werden: „Hopp St. Galle, Inne mit em Ballä“.

“FM1, eifoch gueti Musik”.

Hier sind wir uns nicht alle einig. Die einen lieben unseren Musikkanal, die anderen mögen ihn eher weniger und weichen ihm lieber aus. Eines muss hier jedoch zwingend festgehalten werden: Mit täglich knapp 250’000 Hörerinnen und Hörern ist FM1 die klare Nummer 1 der Privatsender der Ostschweiz.

“Die binäri Uhr am Bahnhof isch sehr eifoch zum lese! Die CHF 300’000.- defür sind e richtigs  Schnäppli! Und dass mo d’Busazeigetafle drumm für CHF 20’000.- het möse umplaziere, isch ja ned so schlimm.“

Unser neuestes Kunstwerk wurde bereits medial ausgeschlachtet und es wird deshalb auf die Diskussion der Aufgaben der Steuergelder verzichtet. Trotzdem sollte man festhalten: Für so viel Geld hätte man allen Studierenden 4 Gutscheine für Bratwurst und Bier an der OLMA schenken können!

“Zunere guete Brotwurscht ghört definitiv Senf”.

Definitiv nicht! Natürlich isst man die Bratwurst hier immer ohne Senf. Immer. Dies ist schon seit über 600 Jahren so und soll sich auch nicht ändern. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, von welcher Bratwurst (Bratwurst, OLMA Bratwurst oder Kinderfest Bratwurst, welche sich lediglich in der Grösse unterscheiden) man spricht. Senf ist ein „No Go“.

Spass bei Seite: St. Gallen ist viel mehr, als nur ein bisschen Bratwurst (ohne Senf), Schützengarten oder die Olma. Unser St. Gallen ist viel mehr als die Klischees. Wusstest du beispielsweise, dass in jedem iPhone ein Stück Rheintal steckt? So produziert SFS (Intec) die Schrauben, welche das iPhone zusammenhalten. Die kleinsten Schrauben haben einen Durchmesser von knapp 0.5 Millimeter. Nicht zuletzt „gehört“ uns auch ein Stück des Säntis: Ein sehr beliebtes und nicht gerade rege genutztes Instagram-Motiv! Und wer weiss – vielleicht haben wir mit Karin Keller-Sutter demnächst auch eine Bundesrätin aus dem Kanton St. Gallen.

Und sowieso: Richtige St. Gallerinnen und St. Galler sind im St. Galler Verein!


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