Studienadministration wird zum Swisscom Shop umfunktioniert

Die Studienadministration hat ein Rebranding durchlaufen und heisst neu «Dean’s Advisory Office». Hat sich das Institut für Marketing einfach nur ausgetobt oder hat sich wirklich etwas geändert?  

Die Öffnungszeiten des DAO sind schon seit langer Zeit ein Issue. Hier sieht man einen Studenten, der fürs qualvolle Warten mit seinem Leben bezahlen musste.

Während den Semesterferien herrscht an der Universität St. Gallen regelmässig tote Hose. Die meisten der Studierenden haben sich in die Ferien verzogen. Noch ein paar wenige treiben sich an der HSG herum; verlorene Seelen, die an ihrer Bachelor- oder Masterarbeit rumdoktorn müssen oder gar erst mit dem Schreiben angefangen haben. Dementsprechend gibt es auch für die Institute, die Lehrstühle und die Universität im Allgemeinen weniger zu tun – solange nicht gerade irgendein Skandal die Uni durchschüttelt. Abgesehen von Umbauarbeiten scheint die Flaute an herumlaufenden Studierenden bei gewissen Instituten eine Langeweile hervorgerufen zu haben. Anstatt Ferien zu machen, entscheidet sich der bezahlte Staatsangestellte dann öfters dazu ein Projekt anzugehen, welches – sagen wir mal – in erster Linie für Beschäftigung sorgen soll. Langeweile war noch nie ein guter Kreativitäts-Katalysator.

Es scheint, als sei das Institut für Marketing durch den grauen Alltag in eine derartige Überdrüssigkeit geraten, dass ihnen nichts mehr anderes eingefallen ist, als sich an das Rebranding der Studienadministration zu machen. Jener Einheit der HSG-Services, die anscheinend wie keine andere «von den gesellschaftlichen Veränderungen und der Digitalisierung administrativer Prozesse» betroffen ist – so steht es auf Compass in einer offiziellen Mitteilung unter dem Namen «Wichtige Informationen zum Studium HS2018».    

Nun, wie sieht eine auf die Digitalisierung angepasste Studienadministration genau aus? Natürlich sollte sie direkt einen neuen Namen verpasst bekommen. Seit Beginn des Semesters trägt sie die Bezeichnung «Dean’s Advisory Office (DAO)». Wer ist eigentlich dieser Dean, den das «Office» neu «advisen» soll? Nun es handelt sich dabei um niemand geringerens als den Rektor. Was dieser genau mit administrativen Anliegen rund ums Studium zu tun hat, bleibt schleierhaft. Dass sich Thomas Bieger für Fragen zum Thema Semestereinschreibung, Kurswahl, Bidding, Prüfungen, etc. interessiert, scheint ausserdem illusorisch. Momentan hat er sicherlich Wichtigeres zu tun.

Das DAO macht das gleiche, wie es bereits die Studienadministration gemacht hat. Inhaltlich hat sich somit nichts geändert. Die neue Beratungszone erinnert an den örtlichen Swisscom Shop. Als ich dort ein Abo kaufen wollte, erntete ich nur verständnislose Blicke. In der Zukunft soll es möglich sein individuelle Beratungstermine online zu buchen, ebenfalls wird ein Ticketsystem eingeführt, wie man es aus jeder gewöhnlichen Postfiliale kennt. Das einzige, was mal hätte angepasst werden können, sind die Öffnungszeiten. Das Dean’s Advisory Office hat somit immer noch nur jedes Schaltjahr, in einem drei minütigen Zeitfenster geöffnet, sofern sich der Studierende vor dem Eingang dreimal im Kreis dreht und laut «Thomas Bieger» ruft.


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