Kuschelklausuren

Neue Prüfungszeiten sollen den Studierenden ein angenehmeres Prüfungserlebnis verschaffen – wird es noch weitere Anpassungen geben, welche unsere Leistungen steigern?

Wer sich wohl fühlt, liefert gute Leistungen, so die aktuellsten Studien der „Organisation für leistungsstarke Studierende“. Nun hat sich die HSG die neuesten Richtlinien aus dem im Sommer erschienen Leitfaden „Studieren, sich wohl fühlen“ zu Herzen genommen und zu Beginn dieses Semesters eine erste einschlägige Änderung am Prüfungsformat vorgenommen. Per sofort werden die morgendlichen Prüfungszeiten um 09.15 Uhr, statt wie bis anhin eine Stunde früher, angesetzt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Studierenden zumindest im entferntesten ihren gewohnten Lebensrhythmus einhalten können. Natürlich sei den Verantwortlichen bewusst, dass dies nur einen ersten kleinen Schritt, ja noch eher einen symbolischen Akt darstellt, als dass es tatsächlich etwas an der prekären Lage ändern würde.

Nichtsdestotrotz wird das Umdenken innerhalb der obersten Gremien der universitären Fachstelle für Prüfungsleistungen seitens Studierenden begrüsst. „Endlich fühle ich mich verstanden. Es geht bergauf!“, so der enthusiastische Kommentar eines Kommilitonen kurz nach Bekanntgabe der Neuigkeit.

Nicht nur die Termine zur unmenschlich frühen Morgenstunde waren den Klausurschreibenden schon immer ein Dorn im Auge. Auch die Dauer der Strapaze wurde in den letzten Jahren vermehrt kontrovers diskutiert. „Kurz und schmerzhaft“, fordern die Einen, „individuell dehnbare Intervalle mit Atemübungen zur zwischenzeitlichen Entspannung“ die Anderen.

In diesem Sinne wird in Zukunft vermehrt auf den Megatrend Individualismus gesetzt und den Studierenden die Wahl gelassen. Um gleichzeitig deren Flexibilität zu gewährleisten, wird per Anfang Lernphase ein Doodle-Link zur Verfügung gestellt werden, mithilfe dessen man sich bis eine Stunde davor für ein gewünschtes Prüfungsdatum sowie -format entscheiden kann.

Dass die Leistungen heute noch immer mithilfe Papier und Stift erbracht werden müssen, war ein weiterer Bereich, der den radikalen Neuerungen unterliegen soll. Im Sinne der Digitalisierung wird dies abgeschafft und somit das Risiko einer Sehnenscheidenentzündung, welche zweimal jährlich dutzende von Studierenden trifft, beträchtlich minimiert werden. Natürlich soll trotzdem jedes Individuum auch darüber selbst entscheiden dürfen.

Neu kann es also durchaus vorkommen, dass Studentin A ihre Klausur per Hörverständnis zuhause im Malm-Bett innerhalb einer Zeitspanne von 24 Stunden zu lösen hat, während Student B ganz klassisch mit Stift und Papier zu Meeresrauschen und Regenwaldklängen im Audimax Häkchen setzt. Ein Dritter hält möglicherweise gar nichts mehr von Bewertungen im Zahlenformat und wird vom Dozierenden ein beurteilendes Emoji fordern.

Wie diese Welle des Fortschrittes konkret implementiert werden soll, ist nicht gänzlich geklärt, dass neue Tech-Institut der HSG forscht jedoch schon fleissig daran herum. Wir sind gespannt und bleiben dran.

…oder so könnte es sein #fakenews

Die progressive Vision der Universität für das zukünftige Prüfungsformat.


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