Friedrich Merz und die gehobene Mittelschicht

Der Kampf zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz um den CDU-Vorsitz bestimmt die Medien in den vergangenen Wochen. Besonders die Selbsteinschätzung Merz, er gehöre zur oberen Mittelschicht, hat ein großes Medienecho provoziert.

Wann gehört ein Mensch zur gehobenen Mittelschicht? Ist es vielleicht ein Karl Lagerfeld, der gelegentlich mit Jogginghosen das Haus verlässt, Zuckerberg, der ein mehr oder weniger bekanntes Unternehmen führt oder eben ein Friedrich Merz, der nur mit seinen 2 Privatflugzeugen zu Interviewterminen fliegt? Ich glaube, man kann sich einig sein, dass die gehobene Mittelschicht etwas darunter liegt und für die Selbsteinschätzung in eben jene zu gehören, wird Friedrich Merz seit Tagen stark kritisiert. Zuletzt gab er zu, um die 1 Millionen Euro brutto zu verdienen.

Aber seien wir mal ehrlich, ist es wirklich schlimm, wenn ein Mensch, der so viel verdient sich selbst zur gehobenen Mittelschicht zählt? Wer mit Reichtum prahlt, gewinnt selten eine Wahl, es kommt einfach nicht gut an. Daher ist es nur verständlich, man könnte sogar sagen bescheiden, sich nicht als großen Verdiener darstellen zu lassen. Natürlich kann ein Interessenkonflikt entstehen, aber wenn er Transparenz zeigt, dann reicht es aus und das Thema ist abgehakt. Vielleicht ist es sogar ganz positiv, denn jemand der viel verdient, hat meist auch viel Verantwortung und Erfahrung. Alles positive Attribute für einen Platz in der Politik.

Nirgendwo steht geschrieben, dass solche Ämter nur an Menschen vergeben werden, die unter einer Maximaleinkommensgrenze verdienen. Die Debatte um die Personalie wird daher überflüssig und künstlich um eine Thematik gehalten, die in keiner Weise inhaltlich relevant ist.

Es ist egal ob Merz 50.000 oder 1 Millionen Euro verdient hat. Relevant sind Aussagen wie die von Kramp-Karrenbauer. Diese vergleicht Homo-Ehe mit Inzest und Polygamie und will die doppelte Staatsbürgerschaft abschaffen. Aber darüber liest man nix. Geld regiert die Welt – und die Medien.


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