Poncho und gesangsstarke Briten – Das war das «Stars in Town»

«British Weather for British Artists» – unter diesem inoffiziellen Motto stand der zweite komplett verregnete Festivaltag des diesjährigen «Stars in Town» in Schaffhausen. prisma war live dabei.

Atemberaubende Kulisse für das «Stars in Town» 2019 in Schaffhausen. (zvg © StarsinTown)

Das Wetter hatten die Künstler wahrscheinlich wirklich von der Insel mitgebracht. Schon als wir nachmittags um etwa halb vier von St. Gallen über Winterthur nach Schaffhausen fuhren (natürlich mit dem Zug – Greta wäre stolz auf uns), nieselte der Regen gegen die Scheibe. Trotz des Wetters waren wir aber hochmotiviert, was eventuell auch an unserem Zwischenstopp im «Drinks of the World» lag.

Als wir dann um kurz vor fünf in Schaffhausen ankamen (mindestens ab diesem Zeitpunkt hiess das Festival zu Recht Stars in Town – Scherz am Rande) und uns auf die Suche nach dem Welcome Desk machten, um unsere Medienpässe abzuholen, wurden wir von der Stimmung in der Schaffhauser Altstadt überrascht. Schon weit vor dem Festivalgelände gab es diverse Street Food Stände und Bars, denen wir, als durchgehend hungrige (und besonders durstige) Journalisten, kaum widerstehen konnten. Etwas näher am Gelände wurden wir dann auf die Startrampe aufmerksam, auf der zahlreiche Jungtalente ihre musikalischen Künste unter Beweis stellen konnten. Unter anderem mit dabei: Die von HSG-Studierenden gegründete Band «AVA». Obwohl ihr Song «go home» uns mehrmals dazu aufforderte, war es für uns noch lange nicht Zeit, nach Hause zu gehen.

Fast schon VIP

Nach dem Abholen unserer Medienpässe ging’s auch schon zum Eingang (ok, ja, es gab noch das eine oder andere Bild für die Instagram-Story), wo uns bereits eine lange Schlange erwartete. Als wir uns überlegten, das Anstehen aufzugeben und wieder zur Startrampe und den Ständen zurückzukehren, um dort zu warten, bis sich die Festivaltore öffnen, wurden wir netterweise von der Crew an der Schlange vorbei auf das Gelände begleitet. Auf dem noch leeren Festivalgelände angekommen, erkundeten wir zuerst die Umgebung, bevor wir uns dann schon mal frühzeitig mit den Bars und dem Angebot der Essensstände vertraut machten.

Zum Glück probierten wir jedoch noch nicht allzu viel, denn im Medienhaus (dem Rückzugsort für Medienschaffende) angekommen, wurden wir direkt mit einem Glas Wein und einem Bier begrüsst. Auch wenn es uns etwas reizte, den ganzen Abend an der Bar im Medienhaus zu verbringen, entschieden wir uns dann doch raus in den strömenden Regen zu gehen, um den ersten Act live mitzuerleben. Diesem Artikel wird es sicherlich gutgetan haben.

Dicke Schotten und regnende Scheine
Hinterlegt mit «Here comes the money» und herunterregnenden Dollarscheinen betrat dann um 18 Uhr Lewis Capaldi die Bühne. Mit den Worten «if you like fat guys singing sad songs, you’re in for a fucking treat» begrüsste uns der 22-jährige Schotte, welcher wohl statt einer Karriere in der Musikbranche auch sein Glück als Komiker hätte versuchen können. Ich denke, die meisten Festivalbesucher würden uns da zustimmen. Jedoch überzeugte Capaldi auch stimmlich absolut. Besonders mit seinem Hit «Someone You Loved» brachte er einige Herzen an diesem Abend zum Schmelzen.

Nach der letzten Zugabe von Capaldi stürmten dann alle Besucher die Essensstände. Wir entschieden uns, gegen den Strom zu laufen und einen Blick hinter die Bühne zu werfen. Auch wenn wir leider keinen Backstage-Zutritt hatten, lernten wir einen ehemaligen HSG-Studenten kennen, der für die Security zuständig war. Er gab uns spannende Einblicke in seine Arbeit an Festivals und während wir mit ihm sprachen, konnten wir den ein oder anderen Blick auf einen Star erhaschen.

Nachdem sich alle Besucher verpflegt und wir es wieder auf die richtige Seite der Bühne geschafft hatten, war es Zeit für den Auftritt von James Bay. Dieser ging die ganze Sache deutlich ruhiger, aber mindestens so gefühlvoll wie Capaldi an. Wir genossen den Anfang seiner Performance bei einer Portion Pasta, verpassten aber die zweite Hälfte, da wir nach zwei Stunden schon etliche Fotos und Videos gemacht hatten und daher unsere Akkus für die letzte Performance des Abends aufladen mussten.

Pompeii explodiert

Und dann war es endlich soweit – das Highlight des Abends aus Sicht von Bastille-Groupie Jana: Um neun Uhr betraten Dan Smith und Co die Bühne des Stars in Town. Als Medienschaffende hatten wir für die ersten drei Songs Zutritt in den Fotograben direkt vor der Bühne und waren wirklich hautnah dabei, als Bastille ihre Show eröffneten. Da waren sogar die riesigen Bastille-Fans, die es in die erste Reihe geschafft hatten, etwas eifersüchtig auf uns. Die Performance war wirklich spektakulär, inklusive Konfetti-Kanonen bei ihrem Song «Happier». Immer wieder suchte Frontsänger Dan den Weg durchs Publikum – und das im Pullover bei strömendem Regen. Die Show beendeten Bastille mit ihrem Megahit «Pompeii», das «Eh-eh-oh» hallt uns auch während dem Schreiben dieses Textes noch im Ohr nach.

Anschliessend war es Zeit, nach Hause zu gehen. Dank Extrazügen kamen wir sogar noch ohne Probleme bis nach St. Gallen, obwohl es schon spät war und mitten in der Woche (wir hatten sogar noch etwas Zeit, uns Snacks für die Rückreise zu besorgen). Auch einige Tage später und selbst beim Korrekturlesen dieses Artikels nach einem Monat erinnern wir uns gerne an diesen unvergesslichen Abend zurück. An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmal bei allen Mitarbeitenden des «Stars in Town» bedanken, welche diesen Artikel ermöglicht haben und uns bei Fragen immer zur Seite standen. Wir freuen uns jetzt schon auf das «Stars in Town» im Jahr 2020 – dann vielleicht sogar mit etwas Sonnenschein.


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