Von O14 zu O19 – die BWL Reform unter der Lupe

Die BBWL Reform bringt nicht nur die Digitalisierung, sondern auch einige heisse Diskussionen an die Universität St. Gallen. Was sie auf sich hat und mit sich bringt.

Seit Frühling 2018 in aller Munde – die Bachelorstudierenden mit der Vertiefung in Betriebswirtschaft sprechen über die neue Reform. Kaum ist die Freude über das bestandene Assessment etwas abgekühlt, stellt sich die Frage: was nun? 

Das Wichtigste in Kürze: Ab Herbst 2019 wird das Curriculum des BWL Studiengangs geändert. Im Zuge der Ablösung der Ordnung 2014 (O14) durch die Ordnung 2019 (O19) werden neue Hauptfächer hinzugefügt, die jedoch mit weniger (vier statt sechs) ETCS gewichtet werden. Somit wird die Kursanzahl bei gleichbleibender Anzahl Credits erhöht, was das Curriculum anspruchsvoller macht. Die Hauptfächer, so wie man sie bisher kennt, werden in dieser Form nicht mehr weiter angeboten – alle neun müssten also noch im Studienjahr 18/19 absolviert werden. Folglich stehen die Studierenden vor der Qual der Wahl: im alten System bleiben oder sich mit dem neuen befassen?

Warum das Ganze?

Die Reform BBWL soll dazu beitragen, das akademische Niveau der HSG zu erhöhen. Hierzu wird zum ersten Mal seit langer Zeit Informatik wieder in die Kernfächer aufgenommen. Dies steht im Zusammenhang mit der Berufung der vier neuen IT-Professuren, welche per 1. August eingestellt wurden, der Gründung des neuen IT-Departments sowie der Einführung der neuen IT-School im kommenden Februar. Letztere wird bei positiv ausfallender Abstimmung gar vom Kanton St. Gallen unterstützt. In diesem Fall würde die IT-School auch horizontal auf die verschiedenen Studiengänge ausgeweitet werden. BWL ist hiermit die erste Studienrichtung, bei der diese neue Informatikbewegung eingeführt wird. Ursachen sind die Digitalisierung und die heutzutage notwendigen IT-Skills, welche in einem solchen Studium nicht umgangen werden können.

Unendliche Wahlmöglichkeiten

Die HSG ist bekannt für ihr frei wählbares Curriculum – jeder kann sein Studium im Grossen und Ganzen frei gestalten und dies nicht nur in Bezug auf die Kurswahl, sondern auch auf den Belegungszeitpunkt. Möchte man nun im alten System weiterstudieren, ist man förmlich dazu gezwungen, alle Hauptfächer dieses Jahr abzulegen. Natürlich bietet sich die Möglichkeit, die Prüfungen ein (oder bei Krankheit zwei) Semester später zu schreiben, dies jedoch ohne Kursbesuch. Weiterhin sind Übungen der Fächer, welche bisher im fünften, respektive sechsten Semester belegt wurden, meist überfüllt, denn zwei Jahrgänge besuchen nun diese Kurse. Andererseits wird den Studierenden das zweite Jahr «entspannter» vorkommen: Nebst Wahlpflicht- und Fokusbereich-Fächern bleibt Spielraum für extrakurrikuläre Aktivitäten und Erfahrungen durch Praktika.

Ein Ausweg?

Für Neu-Bachelors, die sich weigern eine Entscheidung zu treffen, gibt es einige Möglichkeiten. Entweder folgt man der Empfehlung der Universität oder aber man wählt einen Ausweg. Zum einen bietet sich das ISC und die Organisation des St. Galler Symposiums an – eine Möglichkeit, nebst wertvollen Erfahrungen zahlreiche Campus-Credits zu ergattern. Zum anderen kann man ein Jahrespraktikum bei einer externen Firma oder Unternehmen ablegen. Alle Studierenden werden aber die Möglichkeit haben, ihr Studium zu vollenden und von der neuen Reform zu profitieren, sei dies mit der neuen Kernfachkombination oder durch das erweiterte Angebot der Fokusbereiche.


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