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  1. „Bedingungslos ist nur, was man bekommt, nicht, was man bezahlt“

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    Für das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) zeichnet sich bei den kommenden Abstimmungen ein Nein ab. Viele der öffentlichen Debatten, welche die Vorlage aufgeworfen hat, werden uns aber über die Abstimmung hinaus erhalten bleiben.

    prisma hat sich mit Monika Bütler, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG, über das BGE und Soziale Sicherheit unterhalten. Entstanden ist dabei nicht nur eine Lektüre für noch Unentschlossene, sondern auch für all jene, die sich fragen, ob wir aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung nicht sowieso bald alle arbeitslos sind.

    Gemäss Ihren Beiträgen, beispielsweise in der NZZ und auf BATZ.ch, werden Sie am 5. Juni zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) ein klares Nein einlegen. Ist dies ein Nein zum BGE in dieser Form und / oder zu diesem Zeitpunkt oder ein ganz generelles Nein zu einem Grundeinkommen?

    Hätten Sie mich vor 15 Jahren gefragt, hätte ich zu einem Grundeinkommen vermutlich eher ja gesagt. Mit etwas Einfachem, Schlankem nicht nur Steuern, sondern gleich alle Sozialversicherungen abdecken, wieso nicht? Wie Milton Friedmans negative Einkommenssteuer. Nach Jahren in der Forschung mit Daten zu den Sozialversicherungen sehe ich es ein bisschen anders. Die Menschen sind so unterschiedlich. Da gibt es die Jungen, die noch kein Einkommen haben, Personen mit psychischen Problemen oder Ältere, die aus dem Arbeitsmarkt gefallen sind. Ganz ohne zu schauen, weshalb die Menschen kein oder ein geringes Einkommen haben, geht es nicht. Denn Unterstützung besteht meistens nicht nur aus Geld.

    Etwas provokativ gefragt: Wieso muss es den Staat überhaupt interessieren, ob der Einzelne kein Einkommen hat?

    Der Staat muss nicht wissen, ob jemand ein Einkommen hat. Wir haben aber in der Bundesverfassung ein Recht auf Existenzsicherung. Als ich Ende April beim „Club“ des Schweizer Fernsehens zu Gast war, hat mein Sohn mich gefragt, worum es da gehe. So ein Grundeinkommen zu bekommen, wäre doch eine tolle Sache, meinte er dann. Ich glaube, dies ist aber genau das Problem: Wir müssen auch die Einnahmeseite des Staats anschauen. Bedingungslos ist nur, was man kriegt. Ein Grundeinkommen zu bekommen, mag Freiheit bedeuten. Für all diejenigen, die es finanzieren müssen, ist es ein beträchtlicher Einschnitt in die Freiheit. Ich finde es wichtig, dass wir ein Gleichgewicht finden zwischen Empfängern und Zahlungspflichtigen. Dieses Gleichgewicht sehe ich durch das jetzt diskutierte Grundeinkommen gestört.

    Apropos Gleichgewicht, wie sieht es eigentlich bezüglich der Finanzierung des Grundeinkommens aus? In Gastbeiträgen auf Ihrem Blog rechnet der HSG-Emeritus Gebhard Kirchgässner vor, dass das BGE Grenzsteuersätze von 60 bis 80 Prozent erfordern würde, wenn es existenzsichernd sein sollte. Schliessen Sie sich seiner Einschätzung an?

    Ja, absolut. Wie Herr Kirchgässner schreibt, gilt es bei der Finanzierung auch zu bedenken, dass AHV-, IV- und ALV-Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber wegfallen, wenn das Grundeinkommen diese Versicherungen ersetzen soll.

    Schlussendlich sind aber alle Berechnungen auf BATZ.ch sehr konservativ: Es wird angenommen, dass die Menschen genau gleich viel weiterarbeiten, das heisst, man geht davon aus, dass es keine verhaltensbedingten Veränderungen auf der Einnahmeseite des Staats gibt. Dies halte ich nicht für realistisch. Die Forschung zeigt, dass bei starken negativen Anreizen das Arbeitsangebot sinkt.

    Welche Umverteilungen würden Sie durch das Grundeinkommen erwarten?

    Dies hängt stark von der Umsetzung ab, etwa davon, wie das Grundeinkommen finanziert wird. Was ich allerdings bezweifle, ist, dass es tatsächlich primär ärmeren Schichten zu Gute kommt. Am meisten profitieren würden wohl Lebenskünstler.

    Meinen Sie damit Leute wie die Initianten?

    Ob sie davon profitieren würden, weiss ich nicht. Es ist auch nicht wichtig. Auf jeden Fall sind dies alles gut situierte Personen, junge, gesunde Menschen, die keine Unterstützung vom Staat bräuchten.

    Der Vorschlag wirkt auf mich zuweilen ein bisschen wie eine Religion. Die Initianten möchten eine neue Welt ohne Druck erschaffen, in der alles viel besser wäre. Ökonomisch realistisch ist er hingegen – mindestens in der diskutierten Version – nicht.

    In Ihrem NZZ-Artikel „Was wir von der Krise in Island lernen können“ vom 20. März 2016 sprechen Sie Schwierigkeiten bei empirischen Studien zum BGE an. In Lausanne wurde vom Stadtparlament kürzlich ein Pilotversuch mit Sozialhilfebezügern beschlossen. Bei der Hälfte der Studienteilnehmer werden Bedingungen für den Bezug der Gelder gestellt, bei der anderen nicht. Was lernen wir überhaupt von diesem Pilotversuch?

    Wir werden sicher etwas lernen, aber nur über die untersuchte Gruppe der Sozialhilfeempfänger. Wir werden hoffentlich besser verstehen, wie sich Bedingungen bei der Sozialhilfe auswirken, unter anderem auf die Arbeitsmotivation. Die Bedingungslosigkeit könnte auch bei anderen Gruppen getestet werden, beispielsweise bei den über 55 Jährigen, die ihre Arbeit verloren haben. Viele der heutigen Massnahmen sind für diese Gruppe nicht zielführend. Andererseits scheinen andere Massnahmen den Betroffenen wirklich zu helfen. Es wäre spannend und wichtig zu erfahren, wie sich eine Lockerung oder Veränderung der Bedingungen für ältere Arbeitslose auswirken würde.

    Solche Resultate dürfen aber nicht auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Sie als Studierende etwa müssten sich doch wehren, wenn man die Ergebnisse von Sozialhilfeempfängern eins zu eins auf Sie übertragen würde.

    Zum Thema externe Validität: Ist das Experiment in Finnland überhaupt mit der Schweiz vergleichbar, gegeben, dass der Betrag tiefer angesetzt ist als das von den hiesigen Initianten vorgeschlagene soziale Existenzminimum?

    Nun, das Grundeinkommen in Finnland deckt kaum das Existenzminimum ab, geschweige denn ein soziales Existenzminimum. (Anm. der Red.: Das Ziel des sozialen Existenzminimums ist nicht nur die Sicherung des physischen Überlebens, es soll auch die Teilhabe am Sozial- und Erwerbsleben ermöglichen.)

    Das grösste Hindernis für neue wissenschaftliche Erkenntnisse ist allerdings, dass der Versuch auf zwei Jahre begrenzt ist. Die Leute suchen unter diesen Umständen vielleicht etwas länger und gezielter nach einer Arbeit. Die ganz grossen Effekte werden hingegen nicht erfasst – weder die positiven, noch die negativen. Etwa, dass sich einige mit dem Grundeinkommen begnügen und gar nicht mehr arbeiten oder sich weiterbilden. Wer will  schon nach dem Experiment bei einer Bewerbung sagen müssen, er habe sich die letzten zwei Jahre mit dem Grundeinkommen ein schönes Leben gemacht?

    Grundsätzlich ist die externe Validität bei einem solchen Experiment immer heikel. Die Ergebnisse stehen ganz klar in einem bestimmten Kontext von Land, Höhe und Zeitdauer.

    Das heisst, die grossen makroökonomischen Konsequenzen werden wir niemals im Voraus abschätzen können?

    Genau, sie werden wohl immer eine Wette bleiben.

    Ein Grundeinkommen wird immer mal wieder in einem Atemzug mit der vierten Industriellen Revolution genannt. Das Argument lautet, dass ein Grundeinkommen nötig wird, wenn neue Technologien mehr Jobs vernichten als sie schaffen. Den breiten Bevölkerungsschichten könnte die Arbeit ausgehen, während sich die grossen Profite auf eine kleine Elite konzentrieren. Müssen wir mit diesem Szenario rechnen?

    Wir Ökonomen – ja ganz allgemein wir Menschen – sind schlecht im Prognostizieren. Für mich ist darum die Geschichte ein wichtiger Orientierungspunkt. Wenn man sich bisherige technologische Revolutionen anschaut, kam es zwar immer zu massiven Umschichtungen, schlussendlich aber zu grosser Wohlstandssteigerung.

    Die erwarteten strukturellen Veränderungen beunruhigen Sie nicht?

    Sie beunruhigen mich weniger als etwa Umweltprobleme und der Klimawandel. Grundsätzlich bin ich optimistisch. So macht die mediale Berichterstattung den Eindruck, dass Ungleichheit und Armut immer grösser werden. Die Daten stützen diesen Pessimismus nicht, diverse weltweite Trends sind erfreulich: In vielen Gegenden ist die Kindersterblichkeit praktisch ganz verschwunden. In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der Menschen in extremer Armut sowohl relativ als auch absolut gesunken. Es zeichnet sich ab, dass die Weltbevölkerung nicht mehr ewig weiterwachsen wird. Ich empfehle Ihnen die Website „Our World in Data“ von Max Roser. Sie zeigt anschaulich, wie sich die Welt über die letzten Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte entwickelt hat.

    Sie denken also nicht, dass die Geschwindigkeit der technologischen Veränderungen grosse Probleme mit sich bringen wird?

    Wir werden schon einige „Hick-ups“ haben, spontan fällt mir die Datensicherheit ein – denken Sie etwa an die personalisierte Medizin – oder die erhöhte Störungsanfälligkeit. Wir sind extrem abhängig. Das wird jedem schnell bewusst, wenn das Internet schon nur für kurze Zeit ausfällt. Auch Unfälle mit selbstgesteuerten Maschinen werden Herausforderungen bringen.

    Schlussendlich müssen wir uns aber auch bewusst sein, dass die technologische Entwicklung abnehmenden Grenznutzen hat. Eine Vertausendfachung der Rechenkapazität führt nicht zur tausendfachen Produktivität. Vor einer Weile hat dies der MIT-Ökonom David Autor in einem Interview gut beschrieben. Er berichtete von einer Konferenz, an welcher ein Teilnehmer aufstand und sagte: „Ihre Waschmaschine heute hat mehr Rechenpower als das gesamte Apollo Mondprojekt.“ Der Teilnehmer wollte damit auf die hohe Rate des Fortschritts hinweisen. Für David Autor hingegen bedeutete dies nur eines: „Abnehmender Grenznutzen“. Seine Waschmaschine fliegt nicht zum Mond.

    Zum Schluss noch einmal zurück zur Schweizer Politik: Das Grundeinkommen und seine potenziellen Auswirkungen werfen Fragen auf, die selbst mit ökonomischer Expertise schwierig zu beantworten sind.  Finden Sie es problematisch, dass die öffentliche Debatte zu einem ökonomisch so komplexen Thema stark von Nichtökonomen geprägt wird?

    Nein, ich finde es positiv an unserer Demokratie, dass wir auch Debatten über utopische Ideen führen. Für ein Forschungsprojekt haben wir uns kürzlich alle Schweizer Initiativen auf Bundesebene angeschaut. Auch Initiativen, die nicht umgesetzt wurden, haben oft politische Prozesse beeinflusst. Auch wenn ich nicht glaube, dass diese Initiative die Politik dahingehend beeinflusst, dass es in absehbarer Zeit ein Grundeinkommen gibt: Es ist gut, dass wir uns genauer mit der Sozialen Sicherheit befassen. Diese müssen wir nämlich bestimmt reformieren, nicht nur wegen des demographischen Wandels, sondern vor allem im Hinblick auf Veränderungen in der Arbeitswelt. Beschäftigungsmuster wie Uber oder Airbnb erfordern ein ganz anderes Modell für Steuern und Versicherungen. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass die gleiche Digitalisierung, die den Arbeitsmarkt verändert, auch bei der Lösung offener Probleme bei der Absicherung der Menschen hilfreich ist.

  2. Die Zukunft kommt nach St. Gallen

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    Das Bankenkonsortium R3 ist daran, die Finanzindustrie mit Hilfe der Blockchain radikal und für immer zu verändern, SpaceX revolutioniert gerade die Raumfahrt, Hyperloop könnte den Transport zwischen Städten völlig neu erfinden, und über alldem thront die technologische Singularität, diese mythologisierte, jedoch täglich realer werdende Vision, welche in einer künstlichen Superintelligenz mündet, die sowohl unser Ende als auch unsere Unsterblichkeit bedeuten könnte. Und wo kommen alle diese Dinge zusammen? Richtig, an der HSG!

    Der START Summit ist ein Glücksfall für die HSG, vor allem aber auch für deren Studenten. Nirgendwo sonst kommt man als Jungunternehmer so einfach in Kontakt mit potenziellen Mitstreitern und potenziellen Investoren. Doch auch für den Rest der Studenten kann sich ein Besuch lohnen. Ob als Entscheidungsträger oder einfach nur als Konsument: Die Zukunftstechnologien die am 18. & 19. März am Summit präsentiert und diskutiert werden, könnten im späteren (Arbeits-)Leben durchaus noch relevant werden. Und mal ehrlich, wie oft hat man als Student schon die Chance, an einer internationalen Konferenz teilzunehmen?

    prisma hat bei seinen Nachbarn im Start-Up-Container vorbeigeschaut und sich mit Jonas Muff, dem Präsidenten von START, unterhalten.

    Jonas Muff

     
    Jonas, noch drei Wochen bis zum Summit, wie laufen die Vorbereitungen?

    Auf Hochtouren! Auch dieses Jahr wollen wir unser Professionalitäts-Niveau wieder erhöhen. Der START Summit findet zum ersten Mal in den Olma Hallen statt, was mit neuen Herausforderungen im Organisationsprozess verbunden ist. Im Moment sind wir allerdings „good on track“. Die operativen Ausgestaltungen laufen, das Speaker Line-Up steht und die Finanzierung von einer halben Million ist ebenfalls sichergestellt. Unsere grössten Herausforderungen im Moment sind es noch weitere qualitative Start-Ups für die Bewerbung am START Summiteer Wettbewerb zu gewinnen und noch mehr HSG-Studenten als Hosts für die fast 800 Studenten aus aller Welt zu finden.

    Eine Woche vor dem eigentlichen Summit organisiert ihr in diesem Jahr auch zum ersten Mal einen Hackathon. Kannst du erklären was dort abgehen wird und wieso ihr auf die Idee eines Hackathons gekommen seid? Das ist ja schon eher etwas Ungewohntes an der HSG.

    Hackathons erfreuen sich vor allem in der Tech-Szene grosser Beliebtheit. In einem (beinahe) schlaflosen Marathon, welcher in unserem Fall mit Vorbereitung 40 Stunden andauert, entwickeln verschiedene Teams technische Lösungen zu Problemstellungen, welche ihnen von Firmen zusammen mit den entsprechenden APIs bereitgestellt werden. Die rund 200 Teilnehmer kommen aus aller Welt, unter anderem vom MIT, Stanford, Indien oder dem Technion in Israel. Die Gewinnerteams pro Case dürfen ihre Lösung dann am START Summit vor 1200 Personen pitchen.

    Unsere Kernvision ist es die studentische Initiative in der Schweiz, respektive in Europa zu sein, welche Technologie und Business zusammenbringt. Der Hackathon ist strategisch so integriert, dass eine Art „START-Pipeline“ entsteht. An der Konferenz kommen die Tech-Teams mit ihren Prototypen in direkten Kontakt mit techaffinen Businessstudenten, zum Beispiel von der HSG, und können dort vielleicht sogar gleich einen Angel Investor finden.

    Darüber hinaus wollen wir damit indirekt auch das Interesse der HSG-Studenten am Programmieren etwas fördern und ihnen aufzeigen, dass die Tech-Welt auch hier in St. Gallen ist. Direkt vor der Haustüre!

    Wie sieht es am Summit selber aus, worauf setzt ihr in diesem Jahr den Fokus?

    Den geografischen Schwerpunkt legen wir in diesem Jahr auf Israel. Israel ist neben dem Silicon Valley das am stärksten wachsende und mit dem meisten Venture Capital ausgestattete Start-Up Ökosystem der Welt. Wir nehmen dieses Ökosystem unter die Lupe, versuchen die Gründe für dessen Erfolg zu beleuchten und zu erklären wieso es zum Beispiel hier in der Schweiz, im Gegensatz zu Israel, beinahe unmöglich ist Milliarden-Start-Ups, sogenannte Unicorns, aufzubauen.

    Inhaltlich setzen wir den Fokus auf drei Themen: Financial Technology (FinTech), Mobility und Internet of Things (IoT). Im FinTech-Bereich betrachten wir einerseits Cryptocurrencies und aufkommende Blockchain-Anwendungen und andererseits den ganzen Cybersecurity-Bereich, also die Frage wie können die Banken sicher mit digitalen Daten umgehen, quasi das „Bankgeheimnis 2.0“. Hier haben wir auch eine Schnittstelle zu Israel, welches gerade im Bereich von Cybersecurity als führend gilt. In den Bereichen Smart Transportation und IoT versuchen wir die Leute vor allem einmal für die aktuellen Trends zu sensibilisieren, gerade der IoT Bereich kann eine ziemlich grosse Revolution für die Gesamtwirtschaft bedeuten.

    Wie würdest du diejenigen Studenten, die sich bisher noch nicht für die Konferenz oder als Host angemeldet haben, überzeugen es doch noch zu tun?

    Der START Summit ist die führende Initiative in Europa für studentisches Unternehmertum. Die internationale Plattform, die inhaltlichen Schwerpunkte, die Workshops, die unzähligen Möglichkeiten zum Networking, HSG-Studenten mit einer unternehmerischen Ader kommen eigentlich nicht um den Summit herum. Aber auch all diejenigen, welche in einem digitalen und innovativen Umwelt bei Grossfirmen arbeiten möchten, sind bei uns am richtigen Ort. Unternehmen wie zum Beispiel die Deutsche Bank, welche im Moment unglaublich auf der digitalen Schiene fährt und am Summit präsent ist, brauchen hunderte von guten Mitarbeitern aus dem Business und Tech-Bereich.

    Hosting ist ein einmaliges Erlebnis. Die Teilnehmer brauchen nicht viel, sie brauchen eigentlich nur ein Sofa. Trotzdem gibt das immer enorm interessante und coole Konstellationen. Durch das Hosting hat man die Chance auf Leute aus ganz anderen Kulturen zu treffen, welche in der Regel erst noch einiges auf dem Kasten haben. Hosts können zudem mit 20 Franken Rabatt am Summit teilnehmen und am Donnerstag vor der Konferenz gibt es eine Host-Matching-Party im Meeting Point, wo wir auch Stand-Up Speeches von Bibop Gresta, dem COO von Hyperloop Transportation Inc. und José Luis Cordeiro, einem Futuristen von der Singularity University, organisiert haben. Cordeiro war auch schon am letztjährigen START Summit dabei und ist ein unglaublich guter Speaker mit einigen sehr spannenden und radikalen Thesen. Hosten lohnt sich also auf jeden Fall.

    EDIT: Die Preise sind 79 CHF für Hosts, 89 CHF für HSG-Studenten, 99 CHF für Studenten, 199 CHF für Founders, 300 CHF für Besucher und 500 CHF für Investoren (Mir ist ein peinlicher Fehler unterlaufen: Hier stand während ca. 2.5h der Rabatt als Preis für die Hosts. 20 Franken für zwei Tage Konferenz inkl. Essen und Getränke sind dann doch etwas zu schön um wahr zu sein. Ich bitte um Entschuldigung falls deswegen Missverständnisse entstanden sind.) Weitere Infos und die Anmeldung zum Hosten und Teilnehmen findest du auf startsummit.ch, auf Facebook oder am Stand im 09-Gebäude.

  3. Misserfolg als Beweis für Mut

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    Auch wenn er durch einen Unfall beide Arme verloren hat, kam ihm eines nicht abhanden – sein Lebenswille. Ein Interview mit Louis Derungs, einem von zwölf Referenten des vergangenen TEDx Events.

    War das deine erste Präsentation?

    Ja, das war eigentlich das erste Mal überhaupt, dass ich vor mehr als zwei bis drei Personen gesprochen habe. Bis jetzt habe ich hauptsächlich mit Freunden darüber geredet oder mit den Menschen, die ich im Spital kennengelernt habe.

    Was möchtest du erreichen, wenn du dich und deine Geschichte präsentierst?

    Ich denke, es ist sehr schade, dass vielen oft nicht klar ist, wie viel Potential in ihnen steckt. Ich habe Menschen kennengelernt, die traurig und unglücklich sind aus den verschiedensten Gründen. Ich dachte immer, wenn sie nur ein bisschen ihre Einstellung ändern, könnten sie diese Negativität in etwas Grösseres und Besseres umwandeln. Dieser Umstand macht mich traurig. Ich möchte den Leuten klarmachen, dass jede Erfahrung hilf- und lehrreich ist und dass man alles erreichen kann.

    Also ist es alles eine Frage von Motivation und Einstellung?

    Ja genau. Innerhalb der letzten anderthalb Jahren habe ich angefangen eine Methode zu entwickeln. In meinem Vortrag habe ich drei kleine Techniken und Tipps vorgestellt, die ich jeden Tag verwende um mich selbst zu motivieren. Ich versuche auch ein Buch zu schreiben, in dem man alle meine Tricks nachlesen kann, aber das ist noch ein langer Weg. Mein grösstes Ziel ist es, meine Methoden und meine Idee möglichst weit zu verbreiten.

    Behandeln dich die Leute heute anders?

    Ja klar und das nicht nur beim ersten Mal. Auch wenn mir die meisten anders entgegenkommen, versuche ich einfach so zu bleiben, wie ich bin. Oft bedauern die Menschen mich und meine Situation und sobald sie mich besser kennenlernen, verwandelt sich dieses Mitleid in Freude. Genau an diesem Moment, versuche ich dann jeweils anzuknüpfen.

    Hat sich deine Art, wie du auf Menschen zugehst, seit deinem Unfall verändert?

    Der Unfall und die anschliessende Zeit im Krankenhaus, gaben mir viel Zeit um nachzudenken. Das hat sich vielleicht verändert. Ich reflektiere heute viel. Ich fragte mich oft, was ich machen möchte und was ich erreichen will. Meine Persönlichkeit ist hingegen gleichgeblieben.

    Musstest du beweisen, dass du immer noch fähig bist an einer Universität zu studieren?

    Es gab viele Hürden zu überwinden auch aus versicherungstechnischen Gründen. Viele Anpassungen mussten vorgenommen und bezahlt werden. Also ja, ich musste beweisen, dass ich immer noch fähig bin. Auch als ich noch im Krankenhaus lag, habe ich mein Studium fortgeführt und auch abgeschlossen. Dafür musste ich viele Tests bestehen und das tat ich alles aus dem Krankhaus.

    Während deiner Präsentation hast du erklärt, dass Misserfolg in Europa eine strikt negative Konnotation besitzt. Wie lässt sich das deiner Meinung nach ändern?

    Als erstes müssen wir anerkennen, dass Misserfolg auch ein Beweis für Mut ist. Man versucht etwas zu erreichen und selbst wenn jemand scheitert, sollten wir darin Stärke sehen und nicht nur Schwäche. Auch wenn einem etwas nicht gelingt und man am Boden liegt, ist man danach immer noch am Leben, also warum nicht wieder aufstehen und es weiter versuchen.

    Thomas Eddison sagt einmal: ,,Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne nun einfach 10’000 Wege wie es nicht funktioniert.’’ Entspricht das deinem Credo?

    Eigentlich schon, denn auch ich habe 10’000 Wege entdeckt wie es nicht geht, aber gleichzeitig kenne ich nun 10’000 Wege, die mir sagen, wie ich nicht mehr scheitere. Jedes Mal wenn ich scheitere, erhöhe ich die Chance, dass ich Erfolg habe. Es klingt banal, aber man muss das zuerst realisieren.

    Gibt es Momente, in denen du einfach davonrennen willst?

    Ja, mindestens einmal am Tag. Meine Leben ist wie eine Achterbahn. Ich erhalte nie eine gute Nachricht, ohne auch eine schlechte zu bekommen. Ich bin immer noch hier und versuche das Beste aus meiner Situation zu machen. Keine miese Laune wird mich davon abbringen es wieder und wieder zu versuchen. Wenn ich einen schlechten Tag habe, sage ich zu mir selbst, dass dieses Gefühl von kurzzeitiger Dauer ist. Anschliessend stehe ich wieder auf und mache weiter.