Author Archives: Amelie Scholl

Amelie Scholl

About Amelie Scholl

Ressortleiterin «Menschen»
  • Bunt, schnell, spannend – das Studententheater spielt ‚Container Paris’

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Das Studententheater der Universität St. Gallen hat sich dieses Jahr an etwas ganz Neues herangewagt. Eine moderne Komödie ist es diesmal, und das Experiment ist definitiv geglückt.

    Durch seine schnellen Szenen und den Einstieg mitten in der Handlung reisst ‚Container Paris’ den Zuschauer von Anfang an mit. Zunächst ist die Verwirrung – bei den Protagonisten wie beim Publikum – gross: Wer ist wer, wer hat welche Befugnisse, wer operiert sogar auf Stufe 10 und hat die Lizenz zum Töten und wo, wo bitte ist dieser Container? Diesen zu finden beauftragt ist Hans-Peter Grothe, ein spiessiger und seinem Chef höriger Logistikexperte, der die Aufgabe zunächst pflichtbewusst und gewissenhaft erfüllen möchte, dem diese Spezialanordnung aber im Laufe des Stückes immer mehr zu Kopf steigt. Seine überkorrekte Art sorgt für Lacher, wenn er nach und nach auf immer eigentümlichere Charaktere, wie das Starlet Lynn Preston, die eigentlich nichts möchte als Aufmerksamkeit, die aufdringliche Petra Tegert, den schmierigen Vertreter der Schweizer Regierung und den Bundesfreiwilligendienstleistenden Heinz trifft.

    Eine irrsinnige Konstellation

    Die Containersuche führt die ‚Entourage’ des Herrn Grothe quer durch Europa, wobei der Fall durch absurde Verwicklungen, hanebüchene Theorien und die Konkurrenz der beiden allmächtigen ‚Konsortien’ an Komplexität mehr und mehr zunimmt. Sogar die altehrwürdige katholische Kirche scheint ihre Finger mit im Spiel zu haben. Für den Zuschauer bedeutet das vor allem Bauchweh vor Lachen, ist man doch in der ambivalenten Situation, zum einen die Handlung immer noch nicht ganz begriffen, zum anderen einen Wissensvorsprung vor manchen Charakteren zu haben. Dies garantiert Spannung bis zum Schluss. Denn nachdem sich durch das schneidige Zutun des Wirtschaftswissenschaftlers und Risikoexperten Prof. Dr. Ueli von Rottkamp die Ereignisse überschlagen, wartet das Publikum sehnsüchtig nach einer Auflösung dieses absurden Durcheinanders – und kriegt diese ganz entspannt an einem traumhaften Strand in Papua Neuguinea präsentiert.

    Die Aufführung findet heute und morgen statt

    Mit grosser Professionalität, aber auch mit der nötigen Prise Chaos inszeniert das Studententheater diese Odyssee um die Welt. Ein Besuch der kunterbunten Vorstellung ist absolut empfehlenswert und die Auflösung des Falls lädt zum Denken und Diskutieren ein. Das Stück wird noch am 12. Und 13. Dezember ab 20:00 (Einlass 19:30) im flon hinter dem Bahnhof aufgeführt. Tickets sind zum Studentenpreis von 15 CHF hier erhältlich.

  • Papas Tesla ersetzt den Porsche

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Sport, Super-Papa, Solarenergie – Prof. Dr. Rolf Wüstenhagen. Mit seiner Leidenschaft für Nachhaltigkeit setzt er sich Tag für Tag am Lehrstuhl für Management erneuerbarer Energien ein. Auch privat lebt er umweltbewusst.

    Prof. Dr. Rolf Wüstenhagen trifft mit dem Velo beim neuen Tibits am Bahnhof St.Gallen ein. Hier habe er noch keinen Stammplatz, in Zürich hingegen schon, meint er lachend. Dass Wüstenhagen ein vegetarisches und veganes Restaurant als Treffpunkt vorgeschlagen hat, ist kein Zufall. Nachdem er sich – «ein bisschen Stereotyp muss sein» – einen grünen Smoothie bestellt hat, setzen wir uns in den ersten Stock des Restaurants. Wir bleiben lieber bei einem Cappuccino.

    Die Öko-Diät

    Mit 15 Jahren hat sich Wüstenhagen entschieden, sich vegetarisch zu ernähren. Den Anstoss gab das Buch «Diet for a Small Planet» (deutschsprachiger Titel: «Die Öko-Diät»), das er durch seinen Bruder entdeckte. Je mehr er sich in das Thema einlas, desto klarer wurden ihm die Vorteile einer vegetarischen Ernährung.
    Auf Fleisch zu verzichten ist nur eine von vielen Massnahmen, die für ihn zu einem nachhaltigen Lebensstil gehören. «Im Herbst ziehe ich lieber auch mal einen Pullover an, als gleich die Heizung aufzudrehen.» Einst schleppte Wüstenhagen mit seinem Kollegen eine Tonne für die Entsorgung von Aluminium mit in die Schule – damals war es noch undenkbar, dass man an jedem Bahnhof getrennte Mülltonnen vorfindet.

    Nach Alu kommt Atommüll

    Ausgeweitet hat sich das Interesse für Nachhaltigkeit mit der Katastrophe von Tschernobyl 1986. Erneuerbare Energien kamen zum ersten Mal ins Spiel. Dies inspirierte Wüstenhagen auch bei der Studienwahl. Zuerst dachte er an Physik und Umwelttechnik. «Dann kam irgendwoher der Tipp aus dem Umfeld: Du, Wirtschaft spielt auch eine Rolle.» So kam er zu seinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Karlsruhe und Berlin. Nach einigen Zwischenstationen fand Wüstenhagen den Weg nach St.Gallen, wo er seit 2009 den Lehrstuhl für Management erneuerbarer Energien leitet.
    In seinem CEMS-Master-Kurs «Model UNFCCC» ist Energie ein wichtiges Stichwort. Der Kurs ist keine klassische Vorlesung, in der die Studenten nur dasitzen und zuhören. Stattdessen simulieren die Studierenden aus St. Gallen und sieben anderen europäischen CEMS-Schools aktiv die UNO-Klimaverhandlungen – das setzt viel persönliche Energie frei.
    Auch wenn die HSG mehr für Ökonomie als für Ökologie bekannt ist, hatte sie, im Vergleich zu anderen Universitäten, schon früh ein offenes Ohr für nachhaltige Projekte. Dies dürfte nicht zuletzt dem traditionell hohen Anteil an Drittmitteln zu verdanken sein. Durch Drittmittel können nachhaltige Forschungsprojekte und deren Umsetzung besser finanziert werden. In St. Gallen träfen zudem Leute, die sich für Nachhaltigkeit interessieren, auf solche, die etwas bewegen wollen – daraus ergebe sich eine spannende Mischung, findet Wüstenhagen.

    Photovoltaik nicht fotogen?

    Die Solarzellen auf dem Dach der Universität sind nach wie vor ein sehr heikles Thema. Da das Hauptgebäude unter Denkmalschutz steht, wurden zahlreiche Vorstösse immer mit derselben Begründung abgelehnt. «Ein paar wenige Entscheidungsträger im kantonalen Baudepartement sind felsenfest davon überzeugt, dass die Gebäude stets so bleiben müssen, wie sie sind. Und weil die Flachdächer so schönen Kies obendrauf haben, sei es undenkbar, darauf Solarzellen
    zu installieren», schmunzelt unser Gegenüber.
    Nicht nur Wüstenhagen, sondern auch HSG-Studenten versuchen schon jahrelang etwas dagegen zu unternehmen, bisher jedoch erfolgslos. Besonders der studentische Verein oikos war in diesem Bereich sehr aktiv. Wüstenhagen interessiert es brennend, wie die Studierenden das mit den Solarzellen auf dem Dach des Hauptgebäudes sehen. (Auf der Facebook-Seite von prisma findet ihr eine Umfrage zu diesem Thema.)

    Schlechte Vorbilder

    Nachdem Präsident Trump im August 2017 den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet hat, stellt sich die Frage, wie man Massnahmen für Nachhaltigkeit auf globaler Ebene am besten umsetzt. Wüstenhagen findet, dass westliche Demokratien in dieser Hinsicht ihrer Verantwortung nicht gerecht werden: «Ich habe nach wie vor das Gefühl, dass es eigentlich unterschätzt wird, wie viel Vorbildwirkung wir in wohlhabenden Ländern haben. Der durchschnittliche Bewohner eines Entwicklungslandes träumt davon, so zu leben wie in reichen westlichen Ländern. Wenn wir ihm vorleben, dass man ein zwei Tonnen schweres Auto mit 15 Liter Benzinverbrauch fahren und zweimal im Jahr zum Shopping nach New York fliegen muss, dann will er das auch.» Wir sollten besser auf Teslas oder Velos umsteigen und diese zu den neuen Trends machen.
    «Das Gefährlichste ist, wenn die Leute aufhören selbst zu denken.» Dies geschah in den Augen von Rolf Wüstenhagen in der Vergangenheit viel zu oft und auch heute sei es nicht viel besser. Deswegen ist ein vorbildliches Verhalten in jeder Position wichtig. Ob als Bundesrat, Chefin eines grossen Unternehmens oder als Familienvater, in allen Rollen hat man eine Wirkung auf Andere. Konsistenz durchs Leben hindurch ist ihm ein grosses Anliegen. Wüstenhagen findet es wichtig, seiner Tochter Wissen über ein nachhaltiges Leben mit auf den Weg zu geben. «Damit meine Tochter in Zukunft auch noch gut auf diesem Planeten leben kann, muss man heute etwas tun.» Auch sie beginne sich zu engagieren und habe vor der letzten Energieabstimmung eine Diskussion mit ihrer Klasse und dem 64-jährigen Lehrer geführt.

    OL ohne Limit

    Zeit in der Natur verbringen kann Wüstenhagen nicht allzu viel, denn die tägliche Arbeit nimmt einen Grossteil seines Lebens in Anspruch. Doch wenn er mal länger draussen ist und sich bewegen möchte, dann beim Orientierungslauf (OL). Bereits seit dem Teenageralter ist er begeisterter OL-Läufer und nimmt heute noch an Wettkämpfen teil. Seine Ferien verbindet er wenn möglich mit internationalen Läufen. Wüstenhagens erste Interrailreise im Alter von 15 Jahren führte ihn zu einem 6-Tage-OL nach Schottland, inklusive Abstecher nach Südfrankreich auf dem Rückweg.
    Diese Leidenschaft färbte auch auf seine Tochter ab. «Orientierungslauf ist eine Schule fürs Leben. Man wird ziemlich früh eigenständig. Das sehe ich bei meiner 13-jährigen Tochter, die sich schon ziemlich souverän durch estnische, finnische und britische Wälder bewegt.»

    Schulen im Verzug

    Apropos Schule: Da gibt es in den Augen unseres Interviewpartners noch viel Handlungsbedarf. Themen wie Klima und Nachhaltigkeit kommen im Unterricht nur am Rande vor. Der Lehrplan 21 versucht hier Verbesserungen zu erreichen, ein Problem sei aber die politische Polarisierung. «Es ist noch nicht überall angekommen, dass Nachhaltigkeit eigentlich kein Thema für Rechts-Links-Schubladen ist, sondern uns alle betrifft.» Traurigerweise haben Umweltkatastrophen wie Tschernobyl und Fukushima oft mehr bewirkt als etwa die langen Berichte der Klimaforschung, wenn es darum geht, bei der Bevölkerung etwas auszulösen und sie zum Nachdenken anzuregen.
    Einer Person, die sich noch nicht so mit Nachhaltigkeit auskennt, würde Wüstenhagen folgenden Gedanken mit auf den Weg geben: «Überleg dir mal, wo deine Energie herkommt und wo die Emissionen landen, die du damit verursachst.»

  • «Ich liebe es, Studenten mit dem E-Bike zu überholen»

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Sven Reinecke spricht mit uns über seine anfängliche Skepsis gegenüber der Universität St. Gallen, die Denkweise in Stanford und seine Touren durch das Silicon Valley.

    An einem sonnigen Nachmittag machen wir uns auf den Weg zu Professor Sven Reinecke. Beim Verzehr von frischem Gebäck freuen wir uns, in seinem Wohnzimmer Gast zu sein. «In meiner Studienzeit an der Universität war ich oft international unterwegs», beginnt Reinecke das Gespräch. Der Internationalität ist er bis heute treu geblieben.

    «Nein, St. Gallen kann ich mir nicht vorstellen.»

    Nach seinem Abitur schaute sich Sven Reinecke einige Wirtschaftsuniversitäten im deutschsprachen Raum an. «Ich wollte einfach raus und nicht als weitere Nummer im VW-Werk bei mir in der Umgebung tätig werden». Deshalb begann Sven Reinecke ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mannheim, obwohl er seinen «Ausländer-Aufnahmetest» in St. Gallen erfolgreich absolviert hatte. Damals sprachen jedoch einige Faktoren gegen St. Gallen: «St. Gallen war von der Atmosphäre eher kalt und spiessig. Der Schulgong war zudem schrecklich. Bei der Aufnahmeprüfung wurde man noch nicht einmal richtig begrüsst, sondern es gab nur einen halbmilitärischen Namensappell. Der trübe Herbst damals hatte das Betongebäude der HSG nicht attraktiver gemacht.» Das mag der eine oder andere Student auch heute noch so sehen. Die vergleichsweise guten Studienbedingungen haben ihn dann doch zum Wechsel nach St. Gallen bewegt. «In Deutschland habe ich fast nie einen Platz in der Vorlesung bekommen. Da wollte ich mich dann doch eher an den Gong gewöhnen – zumal die Vorlesungen bei den damaligen Professoren Dubs, Pümpin, Weinhold und Pleitner einfach klasse waren.»

    Sehr früh sehr international

    Sven Reinecke wuchs in Wolfsburg und Lissabon auf, wo er die Zeit zwischen seinem 6. und 13. Lebensjahr verbrachte und die portugiesische Revolution miterlebte. In seinem Gap Year absolvierte er Praktika in den USA und Brasilien. «Das Praktikum in den USA war schön, Detroit aber noch viel kälter als St. Gallen.» Glücklicherweise ging es gleich im Anschluss nach Belo Horizonte ins sommerliche Brasilien. «Dieses AIESEC-Praktikum bei Mannesmann war genial, zumal über diese studentische Organisation eine tolle Integration in die lokale Studentencommunity gegeben war.» Natürlich konnten die Unterschiede nicht grösser sein: «Ich bin aufgefallen wie ein bunter Hund». Blondes Haar, ohne brasilianischen, aber dafür mit portugiesischem Akzent, und mit deutscher Pünktlichkeit. «Zu Beginn der Zeit in Brasilien haben wir uns unter Studenten 20 Uhr als Treffpunkt ausgemacht. Da musste ich dann aber fast zwei Stunden warten, da die Brasilianer wie in der südamerikanischen Kultur üblich, erst gegen 22 Uhr eintrafen.»

    «Früher war das Semester noch High-Life».

    Während des Semesters gab es überhaupt keine Prüfungen – dementsprechend wurde es in grossen Zügen genossen. Dann begannen jedoch die sogenannten «Ferien»: Die Prüfungen waren jeweils drei Wochen vor Start des nächsten Semesters. Der grosse Nachteil bestand natürlich darin, dass der Sommer voll und ganz dem Lernen gewidmet war. «Da bin ich immer aus St. Gallen geflüchtet, da ich es nicht mehr aushalten konnte. Die Mensa war stets voll und immer wurde gefragt, ob man «dies und das» schon gelernt habe. «Jeder machte sich da verrückt.» Was für uns heute eigentlich nach ganz normalem Bib-Alltag klingt, war auch damals kurz vor den Prüfungen üblich.

    Mann für alles beim prisma

    Bereits zu seiner Schulzeit war Sven Reinecke in der Schülerzeitung aktiv gewesen. Somit war der Schritt zum prisma verständlich. Besonders hatte ihm aber die überzeugende Vorführung zu Beginn des Semesters zugesagt. Diese bestand aus einem prisma-Mitglied, das in der Aula Bälle jongliert und mit Witz geworben hatte. Sven Reinecke entwickelte sich dann bei prisma zum «Mann für alles»: Inserate, Redaktion, Layout und Druckkoordination lagen in seinem Aufgabenbereich. Auch hat er eben diese Rubrik – Profs Privat – mit eingeführt. «Für uns war es wichtig, die Ausgabe menschlicher zu machen. Menschen interessieren sich für Menschen», begründet Reinecke diesen Schritt. Die Heftgrösse fand er früher allerdings angenehmer. Damals gab es noch Ausgaben im A5-Fomrat: «Die konnte man noch einfacher in einer langweiligen Vorlesung lesen.»

    Eine unerwartete Herausforderung

    Während seiner Habilitation verschlug es Sven Reinecke dann nach Cambridge in die USA. Dort hat er vor allem empirisch gearbeitet, wobei er mit einer unerwarteten Herausforderung zu kämpfen hatte. Der Professor, mit dem er zusammenarbeitete, leitete das Marketing Science Institute und war offiziell nicht in Cambridge, sondern an der Wharton  Business School in Philadelphia angestellt. Aus diesem Grund sollte die postalische Umfrage zwar aus Cambridge abgeschickt, jedoch nach Philadelphia zurückgeschickt werden. Kein Problem aus deutscher Sicht, sollte man meinen. «Doch die US Postal Services waren so lokal organisiert, dass ich extra nach Philadelphia reisen musste, um dort persönlich ein Portokonto zu eröffnen.» Dennoch: Die gemeinsame Zeit mit seiner heutigen Frau Sabine in Cambridge, die Veranstaltungen am MIT und der Harvard University möchte er nicht missen.

    Ruf aus St. Gallen nach Berlin

    Nach seiner Habilitation erhielt Sven Reinecke das Angebot, als Professor und Rektor den Berliner Campus der renommierten französischen ESCP Europe zu leiten. «Nach langem Hin und Her und aufgrund der Tatsache, dass meine Frau Berlinerin war, hatte ich mich eigentlich schon entschieden. Doch nach einer schrecklichen Nacht überlegte ich es mir doch anders – ich konnte nicht aus der Schweiz weg. Meine Freiheiten in Forschung, Lehre und Projekten am Marketinginstitut an der HSG wollte ich nicht gegen einen französischen Chef in Paris eintauschen.»

    Forschungsaufenthalt in Stanford im Bereich Maschinenbau

    2014 verbrachte Reinecke einen Forschungsaufenthalt in Stanford. Interessanterweise war er nicht
    dem Marketing, sondern der Maschinenbau-Fakultät zugeordnet. Wie kam es dazu? In Stanford forschte Sven Reinecke im Bereich Design Thinking, der wiederum an der Stanford University zur Fakultät für Maschinenbau gehört. «Mit Maschinenbau im engeren Sinne hatte ich nichts zu tun, doch die Interdisziplinärität des sogenannten Hasso Plattner Institute of Design (d.school) ist beeindruckend.»

    Das Uncoolste im Silicon Valley ist, gestresst zu sein

    «Das Tolle in Stanford ist die hohe Anzahl von Veranstaltungen.» Dazu zählen TedTalk, Start-up-Pitches, Medienkongresse und Gastvorträge aus aller Welt. Aber auch die HSG mache viele Sachen sehr gut. «Die Verwaltung an der HSG ist toll, insbesondere auch die betriebswirtschaftliche Führung und die Professionalität der Institute.» So seien Slides oder Veranstaltungspläne in Stanford nicht immer zu Semesterbeginn vorhanden, und die operative Verwaltung ist sehr schwerfällig. Die HSG ist ebenso wie Stanford mit der Wirtschaft sehr gut vernetzt, auch wenn die Spenden aus der Privatwirtschaft um Dimensionen niedriger ausfallen als in Stanford. Aus Sicht des Design-Thinkings und des Entrepreneurships hat die HSG neben allerlei Stärken jedoch auch einen Nachteil. «Die HSG ist keine Volluniversität – wir haben hier keine Ingenieure, Naturwissenschaftler und technischen Informatiker. Das macht das Design Thinking natürlich aus – das Arbeiten in interdisziplinären Teams macht Spass, ist aber auch anstrengend. Wichtigster Unterschied ist das Mindset. Als beispielsweise für einen Professor versehentlich mehre Veranstaltungen mit Top-Führungskräften gleichzeitig geplant wurden, sagte dieser: ‹Weisst du, Sven, was das Schlimmste im Silicon Valley ist? Selbst wenn man total gestresst und genervt ist, muss man cool tun. Das Uncoolste im Silicon Valley ist es, gestresst zu sein.›»

    Jährliche Tour ins Silicon Valley

    Das Silicon Valley besucht Sven Reinecke auch weiterhin regelmässig. Seit ungefähr sechs Jahren machte er über sein Institut gemeinsam mit seinem Kollegen Marcus Schögel und Google einen jährlichen Management Study-Trip. «Da geht es dann von einer Firma zur nächsten, von Google, Uber, Airbnb zu Twitter und Facebook.» Für Aussenstehende kann sich das schnell repetitiv anhören – Reinecke versichert uns, dass es das nicht ist. Denn: «Kulturen und Unternehmen ändern sich sehr schnell im Silicon Valley.» Dies scheint auch auf Sven Reinecke zuzutreffen. Nur an den Universitätsgong scheint er sich noch nicht gewöhnt zu haben.

    Bilder: Florian Meyer

  • Vielfalt und Nachhaltigkeit

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Un-dress begeistert mit überraschenden Kreationen

    Das Un-dress Fashionevent hat sich inzwischen als fester Bestandteil im Kalender des Frühjahrssemesters an der HSG etabliert. Das grosse Finale, die Modenschau, fand dieses Jahr in beeindruckender Atmosphäre in der Tonhalle statt. Begleitet von lässiger elektronischer Musik und Licht in Blau- und Lilatönen nahmen die studentischen Models ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Vielfalt nachhaltiger Fashion.

    Besonders spannend waren dabei die verschiedenen Stilrichtungen, die gekonnt kontrastiert zur Schau gestellt wurden.Joy + Grief zum Beispiel stellten coole It-Pieces in gedeckten Farben und mit einzelnen silberfarbenen und weißen Kontrasten aus. Auf der anschließenden Ausstellung gab es neben der Kollektion auch Anstecker mit der Aufschrift „All black everything“ zu erstehen. Maison Stella Sallaku auf der anderen Seite blieb dem Publikum mit frühlingshaften Blumenkleidern aus der Kollektion „Daisy“ in Erinnerung. Vorgestellt wurden auch Taschen, Schmuck, Schuhe, Socken und die von traditionellen Schweizer Trachten inspirierte Mode der Marke Stockberg.

    7T0A6731
    7T0A6722
    7T0A6826
    7T0A6822
    7T0A6808
    7T0A6803
    7T0A6802
    7T0A6797
    7T0A6774
    7T0A6768
    7T0A6761
    7T0A6758
    7T0A6755
    7T0A6744
    7T0A6430
    7T0A6307
    7T0A6303
    7T0A6294
    7T0A6285
    7T0A6716

    Diese interessante Mischung sorgte sehr zielsicher dafür, dass die Modenschau zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde. Dazu trugen aber auch die beiden Stepptänzerinnen bei, die als Zwischenacts die Show auflockerten und mit ihren beeindruckenden Auftritten viel Applaus ernteten.

    Auf der anschließenden Designerausstellung war bei den Organisatorinnen genau wie beim Publikum eine angenehm gelöste Stimmung auszumachen. Bei Jazzmusik und Prosecco schlenderten die Modebegeisterten zwischen den Ständen umher und begutachteten die zuvor präsentieren Stücke genauer.

    Un-dress hat sich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt. Mittlerweile zählen sie neben den anderen zahlreichen Events an der HSG zu den etablierten Veranstaltungen. Nach diesem weiteren erfolgreichen Event freuen wir uns auf das nächste Jahr.

  • Ein kurzer Rückblick auf das Business Game St. Gallen

    Schreiben Sie einen Kommentar

    15-04-17_BGSGSwarovskiChallenge_jpeg-8205Eine ganz besondere Stimmung war am Wochenende im Einstein Congress St. Gallen wahrzunehmen – Anspannung, Konzentration, Kreativität, Hektik, Teamgeist, Herausforderung. Einhundert Studenten aus aller Welt – die Besten aus einer Schaar von Bewerbern – nahmen am Wochenende am Business Game St. Gallen teil. Sie traten jeweils als Zweierteams an, wobei immer zwei Teams gemeinsam die Challenges bestritten. Vier Stunden Zeit hatten sie für die Bearbeitung einer solchen Aufgabe. So sollte zum Beispiel ein neues Marketingkonzept für Swarovski, ein CSR-Konzept für Nespresso oder eine Strategie für Zurich erarbeitet werden. Ebenso gab es eine Pitch Challenge mit BDO. Diese namhaften Partner gaben dem Business Game einen sehr professionellen Flair. Es war faszinierend zu sehen, wie engagiert und strukturiert die Kandidatenteams vorgingen. In der großen Kongresshalle herrschte teilweise hochkonzentriertes Schweigen, teilweise aber auch kreatives Chaos. Die Resonanz vor Ort in den Pausen, die natürlich auch zum Networken genutzt wurden, war durchweg positiv. Das Business Game für sich entscheiden konnten am Ende Alice Nušlová and Martin Vavrouch.

    Ingesamt kann sicher auch das Organisatorenteam des 2. Business Game St. Gallen mit ihrem perfekt geplanten und erfolgreichen Projekt zufrieden sein.

    15-04-17_BGSGZurichChallenge_jpeg-9538

    15-04-16_BGSGNespressoChallenge_jpeg-7973

    15-04-18_BGSGPresentations_jpeg-9973

  • Erfahrung und Tatendrang – ein unschlagbares Team?

    Schreiben Sie einen Kommentar

    prisma traf das Kandidatenteam Dardan und Bobo zum Interview und hat nach der gestrigen Podiumsdiskussion für euch nachgefragt. Das Interview mit den Gegenkandidaten lest ihr hier.

    Ihr befindet Euch gerade mitten im Wahlkampf. Ist es so, wie ihr Euch das vorgestellt habt?

    Dardan: Wirklich etwas vorgestellt haben wir uns nicht konkret, aber spannend ist es auf jeden Fall. Mich persönlich freut vor allem die Zustimmung, die wir bis jetzt bekommen haben – dass die Leute auf einen zugehen und sagen: Hey, ich finde super, was Ihr macht! Das gibt mir schon ein positives Gefühl. Aber Wahlkampf ist trotzdem nichts, um das man sich reissen muss.

    Bobo: Ich konnte mir vorher auch nicht viel darunter vorstellen. Aber alles, was bis jetzt schon passiert ist, die Termine, die wir hatten, die Interviewtermine – ich finde es spannend. Und ich freue mich auch, wenn man auf uns zukommt und uns schreibt. Das motiviert mich!

    Wie ist es dazu gekommen, dass Ihr gemeinsam als Team antretet? Dardan, hast Du Bobo einfach angesprochen?

    Dardan: Ich wollte unbedingt einen Vize, der schon selbst in der Studentenschaft engagiert ist, der also die Struktur schon kennt. Bobo hat sich dann einfach angeboten, als junger talentierter Mitarbeiter des Evaluationsteams, der alle mit seiner Arbeit überzeugt hat. Er ist einfach ein bisschen ein Workaholic. Die Kombination aus meiner Erfahrung und seinem jungen Eifer und Tatendrang macht uns zu einem unschlagbaren Team. Wir haben einfach die gleichen Überzeugungen, in welche Richtung die Strategie der Studentenschaft gehen soll.

     Wart Ihr vor Eurer Kandidatur schon befreundet?

    Dardan: Wir kannten uns schon ein bisschen von verschiedenen Events der Studentenschaft und Homeparties.

    Bobo: Und mit Hinblick auf die Entscheidung, dass wir zusammen kandidieren wollen, haben wir uns natürlich oft zusammengesetzt.

    Bobo, kannst du in drei Sätzen beschreiben, warum Dardan ein guter Präsident wäre?

    Bobo: Dardan bringt sehr viel Erfahrung mit, was ich extrem wertvoll finde. Er ist extrem motiviert und will aus ehrlicher Überzeugung einen Mehrwert für die Studenten schaffen. Und wir passen menschlich, als Team einfach super zusammen.

    Dardan: Oh, Merci!

    Und wieso ist Bobo ein super Vize?

    Dardan: Bobo ist unglaublich fleissig und motiviert. Er handelt proaktiv, er wartet nicht bis Aufträge kommen. Er überlegt sich selbst, was zu tun ist. Und das schätze ich sehr.

    Dardan, Du hast über dich selbst geschrieben, dass eine deiner Schwächen ist, dass du zum Teil impulsiv bist. Bobo, wie reagierst Du in so einer Situation?

    Bobo: Also zunächst einmal, das kommt ja sehr selten vor. Aber in so einem Fall sage ich dann, dass wir jetzt einen kleinen Break machen. Dann kann er kurz ein bisschen spazieren gehen und seine Gedanken sammeln. Es wird auf jeden Fall kein grosser Streit ausbrechen.

    Dardan: Wenn ich auch noch etwas dazu sagen dürfte: meine Aussage muss man im grösseren Kontext betrachten. Wenn ich mich für etwas entscheide, steckt viel Überlegung dahinter. Und wenn ich mich für etwas einsetze, bin ich mit vollem Herzen dabei. Und genau aus diesem Grund muss ich, wenn etwas nicht so läuft wie es sollte, einfach sagen: Hey Leute, konzentriert Euch und los! Ich schreie auf keinen Fall Leute an.

     Lasst uns inhaltlich über Eure Vorhaben sprechen. Wichtig ist für Euch das Projekt Innovation Lehre. Was habt Ihr für konkrete Ideen?

    Dardan: Es geht zunächst darum, die Interessen der Studierenden zu vertreten. Das ganz Projekt ist meiner Meinung nach noch ein bisschen schwammig: es ist klar, dass in der Lehre einiges passieren muss, aber es ist nicht klar was. Jetzt werden gemeinsam neue Lösungen gesucht.

    Bobo: Eine konkrete Idee wäre zum Beispiel ein Anreizsystem zu schaffen, das die Dozenten motiviert, neue Technologien und Lehrformen anzuwenden.

    Dardan: Es geht darum, dass die Dozierenden über die nötigen Bedingungen verfügen, um möglichst viel aus ihrem Unterricht heraus zu holen. Wie das genau funktionieren soll, wissen wir noch nicht. Aber es geht darum, dass die Interessen der Studierenden von Anfang an vertreten werden.

    Wieso habt Ihr Euch ursprünglich für die HSG entschieden? Was findet Ihr besonders an unserer Uni?

    Dardan: Ich wollte ursprünglich Medizin studieren, habe dann aber zunächst bei der Credit Suisse gearbeitet. Dort habe ich gemerkt, dass mich Unternehmensstrategie und Unternehmensentwicklung sehr interessieren. Und um mir mehr Wissen in diesem Bereich aneignen zu können, wollte ich an die HSG – weil ich der Meinung bin, dass es hier die besten Voraussetzungen gibt.

    Bobo: Bei mir ist es ja noch nicht so lange her. Ich bin aus der Region und war in St. Gallen auf der Kanti. Deswegen war schon ganz früh mein Interesse für Wirtschaft geweckt. Von meinem Schwerpunkt Wirtschaft und Recht kannte ich auch schon das St.Galler Management-Modell. Und weil ich wie gesagt aus der Region bin, war das eine sehr schnelle Entscheidung.

    Gibt es noch etwas, das Ihr sagen möchtet?

    Dardan: Für weitere Informationen geht auf unsere Facebook-Page. Dort steht noch einmal genau, was unsere Motivation ist und welche Anliegen und Ziele wir haben. Informiert Euch also, und wenn Euch das zusagt, dann wählt uns! Wir freuen uns auf Eure Stimme! Und schreibt uns gerne eine Nachricht!

    Kriegt Ihr tatsächlich viele Nachrichten?

    Bobo: Ja, auch um halb Eins in der Nacht!

    Dardan: Ich bin wirklich positiv überrascht. Die Leute schreiben uns ihre Ideen und Anregungen.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Dardan: Und vote, vote, vote!

  • Durch Innen- und Aussenperspektive zur Symbiose?

    Schreiben Sie einen Kommentar

    prisma traf das Kandidatenteam Lou und Daniel nach der gestrigen Podiumsdiskussion zum Interview. Das Gespräch mit der Konkurrenz findet ihr hier.

    Wie gefällt es Euch, Wahlkampf zu führen?

    Lou: Der Wahlkampf hat ja heute Morgen erst begonnen. Aber bis jetzt gefällt mir sehr, dass wir zwei so engagierte Konkurrenten haben, die alles geben. Es ist spannend für uns.

    Daniel: Es ist wie ein wirklicher Wettkampf. Man verfolgt, was die anderen so machen. Und das weckt unseren Ehrgeiz.

    Was verbindet Euch und macht Euch zu einem guten Team?

    Lou: Zusammen sind wir voller Energie. Wir freuen uns, Dinge gemeinsam anzupacken und treiben uns gegenseitig an. Und dadurch können wir super performen.

    Daniel: Es ist lustig, wie wir uns kennen gelernt haben. Das war auf einer Homeparty vor circa zwei Jahren, auf der wir uns eigentlich zuerst nicht so gut verstanden haben.

    Lou: Der erste Eindruck war eigentlich nicht so gut. Aber danach fingen wir an, uns immer besser zu verstehen. Jetzt sind wir gute Freunde.

    Ihr wart also schon vor Eurer Kandidatur befreundet. Wieso fandst Du, Lou, dass Dein Freund Daniel doch super geeignet wäre als Vizepräsident?

    Lou: Wir haben einfach eine Symbiose. Wenn wir zusammenarbeiten, entsteht eine super Energie.

    Daniel: Und es passt auch zeitlich. Wir können uns unsere Kurse frei einteilen und haben daher Zeit, uns voll für dieses Amt einzusetzen.

    Lou: Die Studentenschaft ist eine super Sache, und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten. Und Wir sind uns des uns gegenübergebrachten Vertrauens voll bewusst!

    Und wieso ist Lou der richtige Kandidat als Präsident für die Studentenschaft?

    Daniel: Die Präsidentschaft ist ehrenamtlich und mit sehr viel Aufwand verbunden. Es ist deshalb wichtig, dass man eine Prise Humor mitbringt und sich wirklich engagieren will. Lou macht das nicht nur für das Prestige.

    Daniel war zuvor noch gar nicht in der Studentenschaft aktiv. Wie wird dir der Einstieg in die Organisation trotzdem leicht fallen?

    Daniel: Das alte Präsidententeam arbeitet das neue ein. Trotzdem wird man ja ein bisschen ins kalte Wasser geworfen. Aber davor haben wir beide keine Angst. Und dass ich die Studentenschaft noch nicht so gut kenne, kann auch ein Vorteil sein. So kann man Strukturen wie ein Aussenstehender hinterfragen und ganz neue Ideen einbringen.

    Ihr wollt die Remotefunktion in der Lehre verstärkt einsetzen. Wie genau stellt ihr Euch das vor?

    Lou: Das wäre ein Video der Vorlesung, so wie man es aus dem Recht im 1. Semester kennt. Das kann man sich überall und wann man will anschauen. Das hilft vor allem denen, die neben dem Studium noch arbeiten. Ausserdem kann man dann seine eigene Geschwindigkeit festlegen. Es gibt diese technologischen Möglichkeiten und ich frage mich, warum wir sie nicht nutzen..

    Daniel: Und ich glaube nicht, dass dann niemand mehr an die Vorlesungen kommen wird. Es gibt ja immer noch den Vorteil, dass man dann Fragen stellen kann.

    Wieso habt Ihr Euch eigentlich ursprünglich für die HSG entschieden?

    Lou: Ich kam an die HSG, weil ich mich sehr für Wirtschaft interessiert habe. Ausserdem habe ich von Bekannten gehört, dass die HSG gerade wegen ihrer vielen Vereine grossartig sei. Zuvor war mir gar nicht bewusst, dass das die HSG ausmacht. Ich habe mich dann für IA entschieden, weil es interdisziplinär ist und ich mir so ein breites Allgemeinwissen aneignen kann. Im Master werde ich mich dann fokussieren.

    Daniel: Im Gymnasium war ich in der Klasse immer die Anspruchsperson für wirtschaftliche Fragen. Ich habe dann auch den Schwerpunkt Wirtschaft/Recht gewählt. Mein Lehrer war von der HSG und hat auch viele Materialien von der Uni verwendet. Dass ich ein Wirtschaftsstudium machen werde, war für mich dann klar. Ich kannte auch viele Leute, die schon an der HSG waren. Von dieser Uni kommen Leute, die Ecken und Kanten haben und für etwas stehen. Darum habe ich mich für die HSG entschieden.

    Gibt es noch etwas, das Ihr sagen wollt?

    Lou: Wir freuen uns, dass sich zwei so gute Opponenten gefunden haben, die wirklich Gas geben…

    Daniel: …und einen fairen Wahlkampf betreiben.

    Lou: Wir hoffen, dass wir die Wahl gewinnen werden. Schlussendlich wird das Team, das mehr Stimmen vereint verdient gewinnen.

    Vielen Dank für das Gespräch!
  • Eine lebhafte Podiumsdiskussion zu Standardthemen

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Bei einer gut besuchten und lebhaften Podiumsdiskussion stellten sich die Präsidentschaftskandidatenteams heute den Fragen von Moderator und Publikum. Die diskutierten Themen reichten von der Genderproblematik bis zum Lifestyle Menue.

    Als Gemeinsamkeit der beiden Teams stellte sich nach der Vorstellungrunde zunächst der Fokus auf das Projekt ‘Innovation Lehre’ heraus. Das Team Zeqiri/Djordjević erläuterte dessen Hintergründe ausführlich und brachte die Entwicklung eines Anreizsystems für Dozenten als Verbesserungsvorschlag vor. Auf Nachfrage des Moderators mussten sie jedoch eingestehen, dieses noch nicht im Detail ausgearbeitet zu haben. Saegesser und Egger gingen zunächst nicht konkret auf das Thema ein und bekräftigten stattdessen, dass die Vereine an der HSG keines Falls unter dem Projekt Lehre leiden dürften. Einen ersten Streitpunkt lieferte die dann doch von Saegesser vorgeschlagene sogenannte Remotefunktion der Lehre, also die Möglichkeit, zuvor aufgenommene Vorlesungen online anzuschauen. Saegesser und Egger sehen darin grosse Vorteile für berufstätige Studierende, während Borislav Djordjević die Befürchtung äusserte, dass dann niemand mehr an die Universität kommen würde.

    Bis zu diesem Zeitpunkt wurde von den Kandidaten noch nichts vorgetragen, was nicht schon in den jeweiligen Bewerbungen nachzulesen war. Auch weil Lou Saegesser auf Dardan Zeqiris Vorschlag hin, Bloomberg-Kurse einzuführen, bemängelte dies beschneide die Kompetenzen des Trading Clubs, verfestigte sich der Eindruck, dass für das Team Saegesser/Egger die Vereinslandschaft der HSG und deren Förderung an erster Stelle steht.

    Die Diskussion wird lebhafter und lockerer als der Moderator die Teams abschliessend nach ihrem wichtigsten Zielen fragt. Schnell rückt die Bibliothek ins Zentrum des Gesprächs, wobei Zeqiri/Djordjević sich für mehr Arbeitsplätze, Saegesser/Egger für erweiterte Öffnungszeiten einsetzen wollen.

    Einigkeit zwischen den Konkurrenten besteht bei der Notwendigkeit, ein besseres Bidding-Interface zu entwickeln, besser mit Studentenparlament und prisma zusammenzuarbeiten und bei HSG-internen Bachelors keinen Nachteil gegenüber externen Bewerbern entstehen zu lassen.

    Bei der anschliessenden Publikumsfrage zur Genderdiskussion waren sich die Kandidatenteams einig: Wichtig sei vor allem die demokratische Legitimation solcher Entscheidungen.

    Auch hier entstand, wie oft, der Eindruck, dass das Team Saegesser/Egger wenn aufgerufen selten eigene Positionen vertrat, sondern oft auf ihre Konkurrenten einging und deren Argumentation folgte. So schlossen sich Saegesser und Egger auch spontan Dardan Zeqiris Vorschlag an, im Notenauszug neben der jeweiligen Note auch den Jahrgangsschnitt anzugeben, um eine bessere Einschätzbarkeit der Leistung sicherzustellen.

    Bedingt war dieser Eindruck aber auch durch die Tatsache, dass der Moderator fast ausschliesslich dem Team Zeqiri/Djordjević das erste Wort zukommen liess.

    Insgesamt lieferte Dardan Zeqiri die meisten und ausführlichsten Beiträge der Runde. Sein Teamkollege Borislav Djordjević beteiligte sich relativ wenig an der Diskussion.

    Das Konkurrenzteam schien seine Aufgaben klar verteilt zu haben: während Lou Saegesser gerne mit Dardan Zeqiri diskutierte, antwortete Daniel Egger regelmässig ausführlich und überlegt auf konkrete Fragen oder übernahm das erläutern von Vorschlägen.

    Insgesamt war die Diskussion sehr lebendig und gab den Teams die Möglichkeit, die Vorschläge und Forderungen ihrer Wahlprogrammen zu unterstreichen.

    15-03-23_SHSGPodiumPräsident_jpeg-prisma-8501

    15-03-23_SHSGPodiumPräsident_jpeg-prisma-8542