Author Archives: Laura Rufer

  • Tropische Zustände in St. Gallen

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    Traumhafte 23 Grad Celsius soll es in der kommenden Woche werden. Manch ein St. Galler traut seinen Ohren nicht, als er zudem erfährt, dass die Regenwahrscheinlichkeit an manchen Tagen bei mickrigen fünf Prozent liegt. Vorbereitungen müssen umgehend getroffen werden. Im Dachgeschoss findet sich noch eine verstaubte Sonnenbrille und ein Sonnenschirm. Aus den Tiefen des Kleiderschranks werden Shorts hervorgeholt. Trotz der erfreulichen Prognosen bezüglich Niederschlag traut sich der eingefleischte St. Galler nicht, seinen Regenschirm aus dem Rucksack zu nehmen. Denn in St. Gallen hat der Regen schon jeden überrascht. Trotzdem ist der St. Galler bester Laune und überlegt sich, was es denn überhaupt für Freizeitaktivitäten ausserhalb geschützter Mauern gibt. Das Openair St. Gallen ist zwar schon Wochen her – der Regen war da natürlich vorprogrammiert. Ein Ausflug zu den drei Weihern wäre sicherlich eine gute Idee. Obwohl man da in diesem Tropensommer schon einige Male war. Man könnte auch draussen einen Kaffee trinken gehen. Falls sich der St. Galler Petrus von seiner wahren Seite zeigt und sich das Wetter wieder seinem Willen beugen muss, kann noch immer in Windeseile ins Trockene geflüchtet werden. Wenn ab Freitag wieder der altbekannte Regen kommt, wird er sich mit Sonne im Herzen an die unglaublich märchenhaften Tage zurückerinnern und damit den eisig kalten St. Galler Winter ohne heizbare Socken oder gar Eskimomontur überleben.

    Wir vom prisma wünschen natürlich allen Assessment-Studierenden und auch den Alt-Eingesessenen einen erfolgreichen Start und hoffen, dass das Wetter anfangs der Woche ein gutes Zeichen für einen erfolgreichen Semesterstart ist.

  • Nachhaltig, aber nicht förmlich

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    Am 20. und 21. April fand erstmals überhaupt an der HSG die Evolve-Conference statt. Ziel war es, den Teilnehmenden eine neue Perspektive zu bieten und das Angebot der HSG für Social Entrepreneurship zu erweitern.

    «Die Evolve Conference sollte ein Erlebnis für die Teilnehmenden sein», meinte Jannis Braun, Marketingleiter der Konferenz. Besonders wichtig war für ihn, dass eine Vermischung der Leute stattfand. Teilnehmende und Speaker sollten sich unterhalten können. So wurden bei gemeinsamen Apéro am Freitagnachmittag Ideen ausgetauscht und Projekte diskutiert. Die Speaker mischten sich unter die Teilnehmenden und waren offen für neue Ideen. Es entstand ein Gefühl von Community. Dieses war stärker als es bei anderen Konferenzen jeweils der Fall ist, welche oft förmlich daherkommen. Das Organisationskomitee von Evolve setzte bewusst auf eine lockere Atmosphäre und junge Speaker.

    Der HSG-Alumnus und Evolve-Speaker Benjamin Gräub sieht den Wert dieser Konferenz darin, dass die Teilnehmenden die Zukunft erschaffen würden, «die wir brauchen». Social Entrepreneurship soll ihm zufolge etwas zum Guten verändern und dies mit einem innovativen Marktansatz ausprobieren. Gräub ist selbst, als Angestellter des Innovationslabs von Ricola namens Ricolab, in der Innovation tätig. Das Ricolab arbeitet in sogenannten Innovation Sprints daran, innerhalb von drei bis fünf Monaten Prototypen für neue Geschäftsfelder für Ricola zu testen.

    Qualität der Teilnehmer im Vordergrund

    Auf der Webseite der Evolve Conference wurde von 250 Teilnehmenden ausgegangen, tatsächlich waren 180 anwesend. Für Jannis Braun ist dies jedoch kein Grund zur Beunruhigung: «Für uns war die Qualität der Teilnehmenden entscheidend.» Die Anwesenden waren begeistert. Geboten wurden ihnen verschiedene Workshops, Keynotes und Panels. Dies kostete gut 40 Franken für HSGler, bei stark preisdifferenzierten Preisen für Externe. Die Teilnehmenden kamen in Genuss von zweimal Frühstück, Mittagessen und Apéro. Auch sonst hatten die Sponsoren genügend Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt, sodass für Verpflegung stets gesorgt war.

    Bei den Sponsoren wurde sodann auch auf Nachhaltigkeit geachtet. Wirklich nachhaltige Unternehmen zu finden stellte sich als schwieriger als gedacht heraus, da viele Greenwashing betreiben. Plastikflaschen waren an der Konferenz zwar trotzdem zu finden, der Abfall wurde jedoch getrennt und wiederverwertbare Kaffeebecher und Flyer verwendet. Man merkte, dass die Konferenz aus der Feder von Oikos-Mitgliedern stammt.

    Nachwuchsförderung und positives Feedback

    Am Freitagnachmittag hatten auch einige HSG-Start-ups die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen. Youth Engagement, Persedu und Sucloz erhielten diese Chance. Das Ziel von Youth Engagement ist es, Studenten erste Berufserfahrungen zu geben, indem diese für einen guten Zweck arbeiten. Der Fokus liegt momentan vor allem auf der Flüchtlingshilfe. Persedu will eine blockchainbasierte Plattform bieten, um in talentierte Studenten zu investieren, während Sucloz ein E-Commerce-Store für nachhaltige, sexy Kleidung anbietet. Ihr Publikum bei der Präsentation war diversifiziert. Denn nicht nur HSG-Studenten nahmen an der Konferenz teil, auch solche der Universität Zürich, der ETH und sogar ausländischer Universitäten, sowie Organisationsvertreter und Vertreter von Start-ups wohnten der Konferenz bei. Einige Teilnehmer wurden laut Jannis Braun während der Sponsoringsuche für die Inhalte der Konferenz begeistert und wollten dann unbedingt mit dabei sein.

    Das Organisationsteam zieht ein positives Fazit von der Konferenz. Mit den Speakern war es sehr zufrieden und der Ablauf sei ohne grössere Probleme über die Bühne gegangen. So blickt das Team bereits heute freudig der nächsten Evolve-Konferenz entgegen.

  • «Ich will nicht so unoriginell wie der Bachelor werden»

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    Stefan Büsser, Macher der Bachelor-Best-ofs, Comedian und SRF3-Moderator verrät, wer sein Lieblingsbachelor ist, warum er mit den Bachelor-Videos aufhört und wie der typische HSGler für ihn ist.

    Du hast an der HSG das Opening Panel der Talents Conference mit dem Thema «emerging career» moderiert, bei dem unter anderem zwei Influencer als Gäste geladen waren. Was denkst du über Influencer?

    Ich finde Influencer sind die schlimmste Seuche seit der Pest. Aber nicht, weil ich grundsätzlich etwas gegen die Idee der Influencer habe, sondern weil sich inflationär jede Zehntplatzierte der Miss Ostschweiz Wahlen Influencer nennt und das Gefühl hat, ab 100 Likes sei sie tatsächlich wichtig. Dies ist eine Entwicklung, die weder für die sozialen Medien noch für die Werbeindustrie dienlich ist.

    Inwiefern bist du selbst einer?

    Insofern gar nicht, als dass ich gar keine Werbung machen darf. Als SRF-Angestellter ist mir das Werbungmachen verboten. So glaube ich, dass man das Label «Influencer» verliert, wenn man dies nicht darf. Es ist mir klar, dass ich im übertragenen Sinne auch ein Influencer bin. Sprich, ich habe einen «Impact» auf Leute mit den Sachen, die ich mache. Da ich vor allem zur Unterhaltung beitrage, brauche ich meinen Einfluss nicht, um politische Botschaften, Lebensverbesserungen oder Kochbücher zu verkaufen. Meine Arbeit ist reine Unterhaltung. Somit ist es fraglich, ob dies noch als Einflussnahme gilt. Vielleicht hatte ich im letzten Jahr einen Einfluss auf die Zuschauerquote von 3+.

    Wie ist für dich der typische
    HSG-Student?

    (Lacht) Der ist wahrscheinlich gar nicht so weit weg vom Maximilian, den Robin Pickis, der Mann hinter «Schwiizchiste», präsentiert. Es ist wie immer bei Stereotypen, es gibt auch Gegenbeispiele. Erst kürzlich habe ich mich mit jemandem unterhalten, der auch an der HSG studiert, der meinte, es habe schon einige Maximilians hier. Die Teilnehmer des Opening Panels unterschieden sich jedoch optisch nicht gross von den Studenten anderer Unis.

    Wer ist dein Lieblingsbachelor?

    Da bin ich immer für die Originale zu haben. Genau genommen wäre Lorenzo Leutenegger das Original, aber den haben irgendwie alle schon wieder vergessen. Jener, der das Format gross gemacht hat, ist Vujo Gavric. Er ist eine Legende. Vujo ist ein unglaublich lustiger Typ. Mit Janosch verstehe ich mich auch sehr gut. Er ist ein smarter Mann, der ein Business aus seiner Bekanntheit gemacht hat. Dank dem Bachelor konnte er seine Fitnesscenter ausbauen und lebt mittlerweile sehr gut davon. Vujo hat seine eigene Bar und ist wahrscheinlich selbst sein bester Kunde, aber auch das ist ein Business-Modell.

    Wer ist deine Lieblingsbachelorette?

    Da muss ich St. Gallen zuliebe Eli nehmen. Sie hat alleine schon durch ihren Dialekt extrem viel zur Belustigung der Zuschauer beigetragen.

    Gab es auch KandidatInnen
    beim Bachelor/der Bachelorette,
    welche deine Videos nicht mit
    Humor genommen haben?

    Das gab es schon, ich weiss sie aber nicht mehr namentlich. Die kamen nur über Umwege zu mir. Nachdem man mir das sagte, kamen sie auch nicht mehr vor. Ich mache die Bachelor-Best-ofs zur Unterhaltung und nicht, um Menschen fertig zu machen. Jene, die in den Best-ofs vorkamen, wollten dies auch. Teilweise haben sie es auch aktiv gesucht mit ihrem Verhalten und hatten wahnsinnig Freude, wenn sie in den Best-ofs vorgekommen sind. Sie sind sich schon während dem Drehen bewusst, dass ich bestimmte Szenen brauchen werde. Dann heisst es immer: «Das landet nachher beim Büssi.» Mit den Hauptprotagonisten hatte ich immer vor Staffelstart ein Treffen und fragte sie nach deren sensiblen Bereichen, über die ich dann auch nie Witze gerissen habe.

    Warum hörst du mit den
    Bachelor-Videos auf?

    Ich habe immer gesagt, dass ich aufhören will, bevor ich so unoriginell werde, wie das Format selbst. Es wiederholt sich komplett, der Ablauf ist immer derselbe. Als ich zum sechsten Mal irgendwen auf diesem verdammten Partyboot sah, wusste ich nicht mehr, was ich dazu machen soll. Dann ist es besser, du hörst auf, bevor es komplett unoriginell wird. Dies heisst aber nicht, dass die Best-ofs ganz verschwinden werden. Ich werde sie nicht mehr wöchtentlich produzieren, doch es wird sicherlich noch ein paar Gelegenheiten geben, um die dümmsten Momente herauszusuchen.

    Welche anderen Formate
    hast du im Blick?

    Ich würde wahnsinnig gerne SRF-Formate verarschen. Das Problem dabei ist, dass sie auf einem sehr hohen Level produziert werden, das heisst, es gibt sehr wenig «Fremdschäm-Momente». Ich weiss, «Mini Beiz, dini Beiz» gibt ab und zu was her. Aber dies ist natürlich meilenweit davon entfernt, was uns 3+ geboten hat. Ich setze relativ viel Hoffnung in «Switzerland’s Next Topmodel». Ich suche momentan den Kontakt zu ProSieben Schweiz und werde schauen, ob sie offen sind für eine Zusammenarbeit.

    Du bist beim SRF angestellt.
    Darfst du überhaupt Witze über
    deren Formate machen?

    Ja, unbedingt. Das ist sogar erwünscht. Wir machen dies vor allem im Radio, aber auch in der Late-Night-Show «Unterbüsser», welche ich mit Fabian Unteregger gemeinsam mache. Unser Haus zeigt hier sehr viel Selbstironie, was ich cool finde.

    Welche künstlerischen Freiheiten
    bietet dir SRF 3?

    Alle. Ich bin künstlerisch überhaupt nicht eingeschränkt. Die einzige Einschränkung ist die der Werbung. Ich darf keine Werbeverträge unterschreiben. Dies betrifft mich auch als Comedian. Künstlerisch bin ich frei in dem was ich mache. Ich muss alle Verschwörungstheoretiker, die das Gefühl haben, wir bekämen von oben einen linken Kurs eingeimpft, enttäuschen. Ich schreibe meine Moderationen selbst. Dabei hat mir noch nie jemand reingeredet. Bei SRF sind sie viel freiheitsliebender als man vielleicht erwarten würde. Das SRF sagt immer: «Wir wussten, was wir eingekauft haben. Es wäre schade, wenn es jetzt etwas anderes ist.»

    Was stört dich an deiner Arbeit
    beim SRF am meisten?

    Ehrlich gesagt wenig. Aufgrund der Grösse ist es natürlich ein etwas träges Unternehmen. Ich verstehe einige kritische Argumente, die im Zuge der No-Billag-Initiative aufgeführt wurden. Aber verändere mal in einem Laden mit 6 000 Leuten von heute auf morgen etwas. Es geht einfach nicht, ist ablauftechnisch unmöglich. Dafür macht das SRF Fernsehen, Online und Radio. Dies bietet dir in der Schweiz sonst keiner.

    In welchem Punkt siehst du
    am meisten Verbesserungspotenzial
    für das SRF?

    Bezüglich Digitalisierung sind wir auf dem richtigen Weg. Die Entwicklung von neuen Formaten ist problematisch. «Zwei am Morge» ist für mich ein Exempel, in welche Richtung es gehen muss. Sie machen cooles Fernsehen von Jungen für Junge. Das ist nicht irgendwie ein 40-jähriger Redaktionsleiter, der einem 35-jährigen Redaktionsteam, welches das Gefühl hat es sei noch 16 Jahre alt, sagt, was die Jungen lustig finden. Das was ZDF neo macht, wo sich Böhmermann austoben konnte, fehlt uns. Diese Nachwuchsplattformen mit der jungen Zielgruppe entstehen beim SRF
    nur langsam.

    Viele deiner Sketche sind auf ein junges Publikum ausgerichtet. Wie erreichst du auch ein älteres Publikum?

    Ich habe eine AHV-Reduktion bei den Billetten. Nein im Ernst: Das Programm ist vielleicht eher auf ein junges Publikum zugeschnitten. Das Programm handelt aber vom Leben. Davon wie ich auf dem Land aufwuchs und danach in die Stadt gezogen bin, was dies für Besonderheiten mit sich bringt. Dies hat mit dem Alter wenig zu tun. Das erlebt man von 18-88 genau gleich. Mein Publikum ist mehrheitlich jung. Dafür bin ich dankbar. Wenn ich sehe, was manchmal sonst so in Theatern rumsitzt, finde ich, dass dies nicht unbedingt eine Zukunftsvision ist. Ich bin guten Mutes, dass die jetzigen Besucher in zehn Jahren auch noch kommen. Dementsprechend passe ich mein Programm an. Ich glaube, dass mein Publikum auch mit mir älter wird.

    Du leidest an Cystischer Fibrose. Wie gehst du mit dieser Krankheit um?

    Ich hatte jetzt 33 Jahre Angewöhnungszeit, um zu lernen mit dieser Krankheit zu leben. Ich sage bewusst «mit dieser Krankheit zu leben», weil schlussendlich müssen wir irgendwie miteinander klarkommen. Ich kann momentan 80 Prozent arbeiten, ein Comedy-Programm machen und diverse Videos produzieren. Natürlich bin ich atemtechnisch eingeschränkt, mit noch ca. 30 Prozent Lungenvolumen. Aber solange ich noch jeden Tag aufstehen und arbeiten kann, werde ich mich nicht beklagen. Anderen geht es wesentlich schlechter.

    Inwiefern fühlst du dich auf
    die Krankheit reduziert?

    Reduziert nicht, aber wahrscheinlich mehr in Verbindung gebracht, als dass es mir bewusst ist. Ich brauchte kürzlich ein Bild von mir und habe bei Google meinen Namen eingegeben. Der oberste Begriff nach meinem Namen ist Freundin und dann kommt direkt Krankheit. Erst der dritte ist Bachelor. Das zeigt schon, dass es einen grösseren Stellenwert hat, als ich mir bewusst bin. Dies hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich seit 33 Jahren jeden Tag mit dieser Krankheit lebe. Sie ist für mich nichts Besonderes mehr. Menschen, die es nicht wissen, merken es oft gar nicht. Es ist tatsächlich etwas ein Medienhype. Berichte von mir bei «Glanz und Gloria» sind weniger People-Berichte, also schon fast eine halbe Abdankungsrede. Ich muss den Leuten dann immer erklären, dass sie die Beerdigung noch nicht organisieren müssen. Das ist mühsam, gehört aber zum Job dazu. Die Medien müssen irgendwie ihre Berichte füllen und die Geschichte vom todkranken Komiker, der andere zum Lachen bringt, ist natürlich extrem dankbar.

    Du setzt dich sehr stark für
    Organspende ein. Hast du
    ein konkretes Ziel?

    Mit jeder Person, die wir dazu bewegen können, über Organspende nachzudenken, ist das Ziel schon erreicht. Letztes Jahr konnten wir über 100 000 Menschen dazu bewegen einen Organspendeausweis auszufüllen, was dringendst nötig ist. Es sterben jede Woche zwei Menschen, weil wir zu wenig Organe haben. Solange man sich entscheidet, ist es auch völlig in Ordnung, dass man sich dagegen entscheidet. Irgendwann wird dies auch meine letzte Überlebenschance sein.

    Was entgegnest du den Leuten,
    die denken, man würde sie dann
    absichtlich sterben lassen?

    Wir sind von der Fake-News-Schleuder nicht ausgenommen. Da werden Horrorgeschichten im Internet verbreitet. Für mich gehört dies zusammen mit Beschimpfungen für Personen definitiv stärker bestraft. Wenn man nachfragt, fehlen aber die Beweise und die Anschuldigungen. Es ist oft gar nichts hinter diesen Geschichten. Es gibt Leute, die nichts auslassen, um gegen die Organspende vorzugehen. Meist geschieht dies aus religiösen Gründen. Das ist mühsam und kostet uns Menschenleben.

    Was würdest du dir wünschen,
    wenn du drei Wünsche frei hättest?

    Gesundheit, das wünscht sich eigentlich jeder, denn das kann man nicht kaufen. Dann wünsche ich mir, dass es meinem nächsten Umfeld gut geht, weil die immer für mich da sind. Muss ich jetzt noch einen auf Ex-Miss machen und Weltfrieden sagen? Ein bisschen mehr Gerechtigkeit würde im Kleinen und Grossen dienlich sein.

  • «Wir haben in der Regel viele ausgezeichnete Bewerbungen»

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    Um einen neuen ordentlichen Professor zu berufen, braucht es rund zwei Jahre Vorbereitung. Wie der Prozess abläuft und warum Professoren gerne an der HSG arbeiten.

    Rund drei Jahre vor der Emeritierung eines ordentlichen Professors beginnen die Überlegungen und die Suche nach einem möglichen Nachfolger. In diesen Prozess sind unterschiedliche Akteure involviert: von der Universitätsleitung, allen voran der Rektor, über die Schools und Institute bis hin zu Studierendenvertretenden. Die Entscheidung trifft jedoch letztendlich der Senat. Eine Berufungskommission, bestehend aus Vertretenden der Universität, der Schools, des Mittelbaus, der Studierenden und der externen Fachvertretenden bereitet diese vor. Es gibt Fälle, in denen im ersten Anlauf kein passender Ersatz gefunden und vorübergehend eine Lehrstuhlvertretung eingesetzt wird.

    Langjährige Suche

    Einer der ersten Schritte auf der Suche nach neuen Professoren ist die Lehrstuhlplanungssitzung, die einmal im Jahr zwischen dem Rektor und jeder School stattfindet. Es wird diskutiert, ob das frei werdende Forschungsfeld in dieser Ausrichtung wiederbesetzt werden soll, oder ob ein neues Profil gesucht wird. In beiden Fällen wird in einem nächsten Schritt ein Profil für die Stelle ausgearbeitet, welches zur Strategie der Universität passen muss. Anschliessend wird die Freigabe des Lehrstuhls beim Universitätsrat beantragt. Dies geschieht idealerweise rund zwei Jahre vor dem Eintrittsdatum des neuen Professors.
    Der eigentliche Berufungsprozess beginnt im Anschluss und dauert zwischen neun und 18 Monaten. Die entsprechende School schärft das Profil der Stelle. Es folgt eine Ausschreibung der Stelle, auf welche sich interessierte Wissenschaftler elektronisch bewerben. Sie werden von den Berufungskommissionsmitgliedern evaluiert. Aus dem Pool der Bewerbenden werden im Anschluss vier bis sechs Kandidierende ausgewählt, die zu einem Vortrag an die Universität St. Gallen eingeladen werden. Im Anschluss an den Vortrag erfolgt ein Gespräch mit der Berufungskommission, sowie informelle Treffen mit Studierenden, Mittelbau- und Schoolvertretenden. Die Berufungskommission schlägt den aus ihrer Sicht bestgeeignetsten Kandidaten der zuständigen School zur Wahl vor. Anschliessend muss der vorgeschlagene Kandidat von Senat und Universitätsrat gewählt sowie von der Kantonalregierung bestätigt werden.
    Ist der neue Professor eingestellt, so steht die Integration im Zentrum. Beispielsweise an der School of Humanities and Social Sciences bekommen sie einen Mentor zugeteilt. Da die neuen Professoren in der Regel aus anderen Regionen der Schweiz oder dem Ausland hierherziehen, erhalten sie Welcome-Services wie Hilfestellungen bei der Suche nach Wohnraum, Kinderbetreuung, Schulen und einem Job für den Partner. Das Finden qualifizierter Professoren ist eines der zentralsten Anliegen jeder Universität. Deshalb ist eine hohe Anzahl Universitätsangehöriger mit grossem zeitlichen Engagement in diese Suche involviert und es stehen ausreichend finanzielle Mittel der Universität zur Verfügung. Nicht zuletzt wegen der Bedeutung dieser Entscheidungen hat die Universität in den letzten zwei Jahren die Faculty Services neu organisiert und ein neues Faculty Office eingerichtet, das unter anderem für die Berufungen zuständig ist.

    HSG auch bei Juristen beliebt

    Laut Monika Kurath, Direktorin für Forschung und Faculty der HSG, gehören die internationale Wahrnehmbarkeit, die ausgezeichneten Rankingergebnisse und die Praxisnähe zu den wichtigsten Stärken der HSG. Herausforderungen bei der Berufung herausragender Dozierender liegen in der intensiven Konkurrenz um die besten Wissenschaftler unter den Universitäten. Auch bei der Suche nach Dozierenden in den Rechts- und Humanwissenschaften gebe es kaum Schwierigkeiten, erklärt Kurath. «Rechtsprofessoren werden hauptsächlich im Schweizer Markt rekrutiert. Trotz seiner Überschaubarkeit ist auch hier die Bewerbungslage in der Regel sehr gut», erläutert die Direktorin.
    Die Abwerbung von Professoren sowohl hin als auch weg von der HSG scheint kein grosses Thema zu sein. Die gute Ausstattung, die Freiheit in der Forschung und Lehre sowie die wertschätzende Atmosphäre in der Professorenschaft sind wichtige Faktoren, die die Professoren an der Universität halten sollen.

    Jede Frau ein Gewinn

    Auf Ihre grössten Erfolge und Misserfolge bei der Suche nach neuen Professoren angesprochen, erwähnt Kurath den Erfolg bei der Gewinnung von Professoren für den an der HSG neu etablierten Bereich der Informatik. Hier hat sich eine Reihe ausgezeichneter Informatiker mit der Motivation beworben, einen neuen Fachbereich mitaufzubauen. Neben der Anwerbung herausragender Informatiker verbucht Kurath derzeit auch jede Frau, die als Professorin verpflichtet werden kann, als einen Gewinn. «Professorinnen funktionieren als Rollenmodelle insbesondere für Studentinnen und können sie motivieren, ebenfalls eine Führungsposition anzustreben», sagt Kurath. Dem Rektorat sei die stärkere Vertretung von Frauen an der HSG derzeit ein grosses Anliegen.
    Misserfolge ortet Kurath in den Fällen, in denen eine Stelle nicht besetzt werden kann: «Noch schlimmer sind aber Fehlbesetzungen. Solche können zu einem Reputationsschaden führen und sollten mit allen Mitteln vermieden werden.»
    Im Falle einer Nichtbesetzung eines Lehrstuhls kann die Vakanz mit einer Vertretungsprofessur überbrückt werden, bis ein ordentlicher Professor berufen werden kann. Dabei handelt es sich in der Regel um Nachwuchswissenschaftler, die gerne solche Vertretungen übernehmen, da sich dies positiv auf ihren Lebenslauf auswirkt, erläutert Kurath.

    Kontinuierliche Qualitätssicherung

    Die Reputation ist das Kapital einer Universität. Deshalb sind Akkreditierungen und Rankingergebnisse besonders wichtig für Universitäten. Das ist auch an der HSG nicht anders. Die Professoren gelten als die wichtigste Ressource einer Universität. An der HSG werden sie für jeweils acht Jahre gewählt. Für die Wiederwahl wird ihre Eignung in Lehre und Forschung überprüft. Eine Nichtwiederwahl ist äusserst selten, Kurath kann sich an keinen Fall erinnern. Hier müssten schon signifikante Verfehlungen in Forschung und Lehre nachweisbar sein.
    Die Anforderungen an die Professoren sind hoch, im Gegenzug bietet die HSG aber auch grosse Vorteile. Die Freiheiten, die Interdisziplinarität und die internationale Bekanntheit sind die häufigsten Bewerbungsgründe. Das Berufungsverfahren ist professionell aufgestellt und es fliessen substanzielle Ressourcen in die Suche nach neuen Professoren.
    Derzeit laufen an der HSG rund 20 Berufungsverfahren. Gesucht werden beispielsweise Professoren für Strafrecht, Öffentliches Recht, International Economics, Technologiestudien, Soziologie, Alternative Investments and Private Markets, Nachhaltigkeitsmanagement, Marketing, Strategisches Management und Informatik. Wie immer ist die Bewerberlage hervorragend.

  • «Ich bin ein Nerd»

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    Antoinette Weibel, Direktorin des Forschungsinstituts für Arbeit und Arbeitswelten, erzählt, warum auch eine Work-Work-Balance möglich ist, sie nicht an der HSG studiert hat und für eine Frauenquote ist.

    In einem grossen hellen Haus in der Nähe von Zürich empfängt mich Antoinette Weibel in einem bunt gestreiften Oberteil. Es wird Glückstee serviert. Die Katzen, ihre «kleinen Terroristen», werden alle fünf Minuten in das Haus rein- und wieder rausgelassen. Nebst ihren Katzen bewohnt die Professorin das Haus mit ihrem Mann. Kinder hat das Paar keine. Sowieso habe sie eine «Work-Work-Balance». «Wenn man Spass an der Arbeit hat, dann ist die Arbeit auch etwas Privates», findet Weibel. Ihre grössten Erfolge und Niederlagen haben sich somit auch in ihrem Berufsleben zugetragen. Dabei nennt sie den «Vertrauensvorschuss», den sie von ihrer späteren Doktormutter erhalten hatte, als bestes Erlebnis in ihrem Studium. Sie erhielt als Studentin die Möglichkeit, an einem Kongress in Sevilla vor international anerkannten Forschern die Zwischenergebnisse einer Studie vorzustellen. «Es war ein super Erlebnis. Da habe ich den Entschluss gefasst, eine Doktorarbeit zu schreiben.»
    Einen solchen «Vertrauensvorschuss» gewährt die harmoniebedürftige Weibel auch ihrem Team. Gleichzeitig musste sie lernen, dass man sich von Leuten trennen können muss, wenn es überhaupt nicht funktioniert. So musste sie einer Mitarbeiterin kündigen, die unhöflich und manchmal auch durchaus unangenehm zu den Studierenden war.

    Arbeitstier Weibel

    Weibel fällt es schwer, abzuschalten. Als Workaholic und Professorin trage sie das Büro immer auf den Schultern. In ihre Projekte steckt sie viel Mühe und Arbeit. «Mein Ziel ist es, Arbeitsplätze zu schaffen, wo sich Mitarbeitende einbringen und sinnhafte Arbeit leben können», sagt Weibel. So untersucht sie zurzeit in einem gemeinsamen Projekt mit dem Institut für Wirtschaftsethik, ob der sogenannte gläserne Mitarbeiter auch so umgesetzt werden kann, dass nicht nur dem Unternehmen, sondern auch den Mitarbeitenden Vorteile daraus erwachsen. Ein weiteres Forschungsthema ist Vertrauen sowie Innovations- und Fehlerkultur. Misserfolge erachtet Weibel als normal. Es seien Möglichkeiten sich zu verbessern. «Man muss einem Menschen mindestens zwei bis drei Chancen geben», unterstreicht Weibel ihr Statement. Sie glaubt fest daran, dass man aus Fehlern lernen kann, aber dass man hierfür Vertrauensvorschuss benötigt und zwar sowohl von Mitarbeitenden als auch von Unternehmen.
    Nebst der Tätigkeit am Institut für Arbeit und Arbeitsleben hat Weibel Einsitz in diversen Stiftungsräten. Dafür erhält sie höchstens Sitzungsgelder. Der zeitliche Aufwand variiere von Organisation zu Organisation. «Am zeitintensivsten ist sicherlich die Tätigkeit bei der SGO (Anm. d. Red: Schweizerische Gesellschaft für Organisation und Management, eine Organisation, die Forschende und Entwickelnde in Theorie und Praxis vernetzt und unter anderem auch Bücher publiziert), dies ist für mich aber eine Herzensarbeit», erklärt Weibel. Zur SGO sei sie gekommen, als sie ihr Buch «Investition Vertrauen» publiziert habe, welches von der SGO gesponsert worden sei. Über ihre anderen Stiftungsratsmandate beim Trust Management Institute, beim deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung «Speyer» und der schweizerischen Vereinigung für Führungsausbildung, verliert sie kaum ein Wort. Einzig sagt sie, dass sich diese Tätigkeiten gut mit ihrer Arbeit am Institut für Arbeit und Arbeitswelten verbinden lasse. Eine gewisse Bescheidenheit tritt zu Tage.
    Diese zeigt sich auch, wenn sie über ihre Tätigkeit als Professorin spricht. «Als Professorin ist man sicher ein wenig eitel, aber die Sache steht meist im Vordergrund», meint Weibel. Generell scheint sie sich ihren momentanen Forschungsprojekten völlig hinzugeben und auch ihre anderen Tätigkeiten voller Leidenschaft auszuüben. Deshalb bleibt ihr wenig Zeit, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Wenn sie doch einmal frei hat, verbringt sie ihre Zeit gerne mit Wandern, Schnorcheln, Tauchen, dem Lesen von Zeitschriften sowie dem Spielen mit ihren beiden Katzen.

    Pro Frauenquote

    «Frauen sind nicht in den richtigen Netzwerken», meint Weibel und macht sich deshalb für eine Frauenquote stark. Für sie ist die Lösung des Problems eine temporäre Frauenquote, damit endlich eine «kritische Masse» von Frauen die «Old-Boy-Netzwerke» aufweichen kann. Vor einiger Zeit hat sie selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist, die einzige Frau in einem Männergremium zu sein. Ein Vorschlag wurde völlig überhört, als er von ihr geäussert wurde. Als ein Mann einige Minuten später denselben Vorschlag machte, erntete er Lob dafür. Schlechte Betreuungsstätten würden es der Frau zudem verwehren, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. «In Schweden ist die Vereinbarkeit von Kind und Karriere viel besser», meint Weibel.

    Burschenschaft schreckte ab

    Ein Studium an der Universität St. Gallen kam für Weibel nicht in Frage. Als sie vor Studienbeginn Schweizer Universitäten anschaute, fand sie den Traditionalismus der Burschenschaften nicht besonders anziehend. Auch heute noch habe die HSG eine eher «männliche» Kultur. Damit sich hier was ändert, «braucht es eine Gegenpower von Studentinnen», meint Weibel. So wären mehr Frauen auf allen Stufen der HSG hilfreich, um zu einer Kultur zu finden, die Frauen und Männer anspricht. Als Forscherin entspricht die HSG mehr ihren Ansprüchen, da sie an dieser Universität praxisorientierte Forschung betreiben kann. «An der HSG kann man selbst Unternehmer spielen», freut sich Weibel. In ihrer Stellung als Direktorin des Instituts für Arbeit und Arbeitswelten hat sie das Gefühl, die Praxis verbessern zu können. Über ihre momentane Stellung verliert sie viele positive Worte und scheint sehr zufrieden damit zu sein.
    Auch über ihre Kollegen redet sie nur positiv. «Zu meinen Doktoranden habe ich eine enge Bindung», erzählt sie. Als selbst sehr von ihrer Doktormutter beeinflusste Persönlichkeit will sie die ihr vorgelebten Werte an ihre Doktorierenden weitervermitteln. Für sie ist es ein persönlicher Misserfolg, wenn Doktoranden, die Potenzial hätten, nicht abschliessen. Ihre offene und sehr empathische Art tritt bei solchen Erzählungen besonders zu Tage. Ihre Mitarbeitenden scheinen für sie fast wie eine Familie zu sein, um die sie sich kümmert und denen sie helfen will, sich weiterzuentwickeln.

    Langwierige Wissenschaft

    Einen Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift unterzubringen ist kein leichtes Unterfangen. Oft dauert es Jahre, bis sich eine solche Zeitschrift überhaupt dazu bereit erklärt, den Artikel zu veröffentlichen. Es folgen zahlreiche Überarbeitungen. So können bis zur Veröffentlichung gut und gerne zehn Jahre vergehen. Problematisch findet Weibel diese Langwierigkeit der Wissenschaft nicht. Man stelle bereits vor der Veröffentlichung seine Erkenntnisse an Konferenzen vor oder halte Vorträge darüber. So würden die Erkenntnisse bereits vor der Veröffentlichung in Fachzeitschriften an die Öffentlichkeit gelangen.
    Als Bücherwurm mit eigener Haus-Bibliothek wollte sie nie etwas anderes, als in der Forschung tätig zu sein. «Unterrichten ist sehr schön, Forschen und Neues entdecken, sowie Modelle entwickeln und die Teamarbeit gefallen mir», beschreibt Weibel ihre Passion. Für sie scheint die Forschung entgegen ihres Klischees nicht trocken, sondern vielmehr lebendig zu sein. So erforscht Weibel oft sehr praxisnahe Themen wie den gläsernen Mitarbeiter oder wie man Stakeholder wieder «einfangen» kann, sollten sie einmal misstrauisch geworden sein. Ihre Leidenschaft ist und bleibt das Lesen, Schreiben und der Kontakt zu den Menschen – alles, was ihre momentane Stellung als Direktorin des Instituts für Arbeit und Arbeitswelten beinhaltet. Sie scheint wahrhaftig angekommen zu sein und fühlt sich trotz hoher Arbeitsbelastung pudelwohl. Antoinette Weibel ist wohl – wie sie selbst sagt – wahrhaftig ein Nerd.

  • ,,You have to treat yourself like a friend”

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    Melissa Wells teaches women how to get over their eating disorders and how to start loving themselves. The former actress experienced self-destruction herself as she suffered under a long-lasting eating disorder.

    «Switzerland is so beautiful», Melissa Wells, who introduces herself as Mel, greets us. It is her first time in Switzerland and at a Ted Talk, for which she made the long way from her home in Bali. She was very excited about her speech, but also a bit nervous. Her own speech about eating disorders was the first one at this years’ Tedx HSG. According to Wells these disorders exist due to women’s missing self-love. «The problems are often deeper than the craving for food. Sometimes it is problems at work, with their husband or the craving for change», Wells knows. Having had eating disorder herself for six years when she was working as a model and actress, she definitely knows what she is talking about. In one of her videos she tells the audience how she thought losing just five more pounds would make her happy. But it was never like this. Her wake-up-call was when she believed to be pregnant. «I realized that I was abusing myself and I didn’t want to do that to my child», Wells explains.
    Now she helps women to be the «goddess», as she calls it, they really are. Wells even got a tattoo with the goddess symbol on her wrist. The symbol looks like two moons with a circle in between. According to her many other women, who have gotten out of eating disorders thanks to Wells and are part of the so-called «goddess community», got the same tattoo. The tattoo has become a symbol of self-love and being confident and satisfied with your body and yourself.

    Being friends with yourself

    Wells really wants to make women discover their inner «goddess», so her happiest moments in life are when she can see the women make progress on their journey. She wants women to treat themselves like a friend. Women care about their friends, make them feel good, look after them. And so, according to Mel, should they do to themselves. In her opinion self-love is for everyone. She adds that she knows what it is like to hate yourself. Seeing her on the street or having a normal conversation with her, you would never imagine that the beautiful, slim Wells could have hated herself. When you hear how it came to that you might be able to relate. Wells tells us that her eating disorder had started when everybody around her had been doing diets and had been feeling bad about their bodies.
    When she finally managed to get out of her eating disorder and started sharing her story, people took a lot of interest in it, so one day she decided to write a book. «The Goddess Revolution» was born. The book about how to «make peace with food, love your body and reclaim your life» has gotten extremely diverse feedback. Some say it is amazing, positive and progressive. Others criticize the lack of scientific background and claim that there are no actual suggestions on how to do the mentioned things.
    Now Wells just finished writing her second book titled «Hungry for more» another self-help book about the deeper cravings and the hunger for change. It contains bits of her story and lessons she learned. It will be published worldwide next May. At the beginning of December Wells posted a picture of the cover on Instagram, where she has 48 thousand followers. She lets her fan base know that she loved every second writing it and cannot wait until her readers will be able to read it. Wells also mentioned that it would contain some «vulnerable shares» from her own story.

    VIP retreats

    Mel Wells’ experiences and her knowledge are shared. But everything has its price. Her first book for $ 20 has a fair one. Her so-called «academy» costs a bit more, counting $ 49 per month. A subscription to the video-based «academy» usually lasts for a year. The video course contains about 50 videos and seems to be well-spent money having had over 800 subscriptions. «I get a lot of positive testimonials on it», Wells says with a bright smile. The videos really seem to help her subscribers. Women who want to dig deeper can also book one of Well’s retreats, which take place twice a year and cost $ 750. So what do these retreats offer, that one cannot get cheaper? «Usually retreats are just about doing yoga or relaxing. Mine are about growing as a person and changing the mind-set», Wells explains. Her retreats contain yoga classes, a goddess workshop, spa treatments, cooking classes and goddess circles. They are treated with «amazing» food, cooked by Jay Halford, a cook specialized in raw vegan food.
    Besides the retreats one can have an even more personal meeting with Mel Wells called «Date with Mel». Costing £ 1 200 a day the meeting is set for her VIP-clients, Wells says. Under VIP-client she not only understands women who are quite loaded, but also such that followed her for a long time, read her book and are inspired by her.
    At this meeting women can spend an entire day with Mel and talk to her about all their problems.They can do something they love doing and work on a new possible lifestyle for the client together. Sounding a bit like a one-day-therapy, according to Mel, the whole day is about «getting down to the nitty-gritty», so getting to the crux of the women’s problems. So far Wells has had about 10 of these «dates».

    From blog to label

    Wells is a very positive person, who smiles a lot. During the interview not a single minute passed without a smile on her lips. Nevertheless, there are moments when she is sad too. «The death of my father was the saddest moment of my life. We were very close and he died of stage 4 cancer», she says still very sad about it. Wells allows herself to be sad, but when she is on this stage she also thinks about what she is grateful for. That is one subject she talks about in her blog on her website as well. Her blog is all about self-reflection and defeating eating disorders. The topics reach from the secrets of happiness to the perfect diet, that – according to Wells – doesn’t exist.
    However the website contains a few recipes as well. Most of them being both healthy and nutritious like salmon avocado burgers. But there is also a recipe for homemade Nutella. You can order her first book on the website, and come across a link to O.M.G.oddess as well. O.M.G.oddess is a new clothing label with clothes designed by Mel. On the T-shirts and pullovers slogans like «You got this Goddess » and «Exhale the bullshit» are printed. The Instagram site of O.M.G.oddess counts 6 000 followers.
    Mel Wells is definitely successful. And in order to be successful women should have a vision, says Wells, being one of Forbes 30-under-30. «You should try new things and not be afraid to fail.» Procrastinating is the worst, she believes and tells us that it is important to start in order to succeed.

  • Strassen-Zahnärzte und ein Down-Syndrom-Model

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    Der diesjährige TEDxHSG-Event war trotz einiger kurzfristig auftretender Hindernisse ein voller Erfolg. (Fast) alle Speaker mochten die Zuschauer zu überzeugen. Besonders die Varietät der Speaker beeindruckte.

    «Du kannst den Menschen vertrauen, dass sie das Richtige tun, wenn sie alle anderen Optionen ausgelotet haben», meint Jacques Pitteloud, Schweizer Botschafter. Dieses sehr kritische Statement trifft auf viele Menschen zu. Pitteloud war zwar kritisch, dies aber in einer äusserst unterhaltsamen Art und Weise. So zeigt er viele Folien mit witzigen Sprüchen – sogar ein Katzenvideo ist dabei – und vermag das Publikum zum Lachen zu bringen.

    Die Botschaft des Botschafters ist einfach: Die Menschen sollen aus der Geschichte lernen und die ganze Management-Literatur sei nutzlos, darunter auch das St. Galler Management-Modell. Auch Kritik, die ihm gegenüber oft aufgrund seines Alters zuteil wird, entwaffnet er geschickt.

    Nicht nur Pitteloud vermag es das Publikum zum Lachen zu bringen. Auch Mark Adams, Vizepräsident von VICE, hatte hohen Unterhaltungswert. Mit Erzählungen aus seiner Studienzeit beginnt er seine Rede. So erzählt er, dass seine Aufschieb-Angewohnheit so ausgeprägt war, dass er mit dem Erstellen einer Kassette für seine im Sterben liegende Grossmutter so lange zuwartete, bis ihr Tod eingetreten war. Dies war sein Weckruf. Er beschloss mit dem Aufschieben aufzuhören.

    «Wenn ich mich ändern kann, kann dies jeder», meint Adams mit einem Lachen. Er findet es wichtig, Angst zum eigenen Freund zu machen. Zu versagen sollte gemäss Adams furchterregender sein als erfolgreich zu sein. Durch seinen Charme und seine Sprüche hat er sicherlich die Aufmerksamkeit des Publikums, seine Message bleibt somit nicht ungehört.

    Abwesende Speaker  

    Obwohl der diesjährige TEDxHSG-Event feinsäuberlich geplant war, lief er nicht gänzlich frei von Komplikationen ab: Gleich zwei Speaker waren verhindert. Darunter der syrische Kriegsfotograf Hosam Katan. Er war ins Krankenhaus eingeliefert worden – mittlerweile wurde er entlassen und konnte sich wieder erholen. Es musste kurz vor dem Event jedoch schnell ein Ersatz für die beiden ausgefallenen Speaker gefunden werden.

    So kam Pete Blackshaw nach 2016 erneut an den TEDxHSG-Event. Mit einer völlig neuen Rede zum Thema «Wie man zum Rezeptionisten des Kunden wird» stellt Blackshaw einmal mehr eindrücklich unter Beweis, dass er ein ausgezeichneter Redner ist. Er spricht völlig frei, bindet Videos in seine Präsentation ein – und dies mit weniger als 24 Stunden Vorbereitung. Eindrücklich zeigt er auf, wie man zum Rezeptionisten des Kunden wird. Es geht darum, Vertrauen zum Kunden aufzubauen und objektiv zu bleiben. Blackshaw bringt Positivbeispiele wie Weechat und zeigt mittels eines Videos mit seiner Tochter auf, wie Alexa (ein Spracheingabe-System) funktioniert.

    Bilder: Fiorella Linder

    Victor – der Auserwählte

    Aussergewöhnlich ist die Rede vom HSG-Studenten Victor Morgan, dem Gewinner von «Bring your Voice». Er wurde aus 20 möglichen Speakern, die sich via Video als Speaker bei TEDxHSG beworben haben, mittels Online-Voting ausgewählt. Seine Rede gleicht der eines «professionellen» TEDx-Speakers. Aussergewöhnlich macht seinen Speech, dass er dazwischen schauspielerische Einlagen einbaut. Er spielt einen obdachlosen Bekannten aus Brasilien. Diesen hatte er im Rahmen eines Austausches kennengelernt. Er erlebte viele eindrucksvolle Begegnungen mit Obdachlosen. Als er bei frostigem Wetter ohne Pullover unterwegs war, hat ihm einer seiner obdachlosen Bekanntschaften einen Pullover geschenkt.

    Dies zeigt eindrücklich auf, dass man auch viel geben kann, wenn man wenig hat. Eindrücklich sind auch die Geschichten von Strassen-Zahnärzten, die mit professionellem Werkzeug auf der Strasse armen Leuten ein neues oder besseres Lächeln schenken. Mit einem Foto illustriert er, wie gut die Ärzte ihr Handwerk beherrschen. Für seine Rede erntete der HSG-Student überwältigend grossen Applaus.

    Enttäuschende Xenia, eindrucksvolle Madeline

    Die bekannteste Speakerin ist Xenia Tchoumi. Die ehemalige Vize-Miss-Schweiz und Social Influencerin erzählt von der Verbindung zwischen Schmerz und Erfolg und wie man den Schmerz überwindet. Obwohl ihre Rede inhaltlich spannend und wertvoll ist, geht ihre Botschaft an das Publikum ziemlich unter. Denn sie wirkt auf ihre Zuhörerschaft arrogant und ihr Auftritt wirkt etwas showhaft. Viele sind enttäuscht von ihrem Auftritt. Das mag jedoch auch daran liegen, dass Xenia an dem Tag an einer Erkältung litt und erschöpft war.

    Im Gegensatz dazu stand das Down-Syndrom-Model Madeline. Sie hielt ihre Rede nicht selbst, da sie, wie ihre Mutter erklärte, für viele Leute wegen ihrer Behinderung schwer zu verstehen ist. Rosanne Stuart erwähnt in der Rede über ihre bewundernswerte Tochter, dass sie durch Madeline ein besserer Mensch wurde: «I made Madeline and Madeline made me». Rosanne Stuart zeigt auf, dass behinderte Menschen über genauso viel Potenzial und Talent verfügen, wie ein jeder anderer Mensch auch.

    Am Schluss der Rede kommt Madeline in einem schönen schwarzen Kleid auf die Bühne. Sie winkt und strahlt. Das Model, das gerade ihre erste eigene Kollektion für ihr neues Label «21 reasons why» entworfen hat, ist stolz auf ihren Erfolg. Sie ist ein Vorbild für Millionen von Menschen, da sie trotz ihrer Behinderung für ihre Träume kämpft und zeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur an sich glaubt.

  • «Nanoleq ist nicht sexy»

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    Die Gründer von Nanoleq, dem Start Summit Gewinner 2017, erzählen im Interview, warum sie ein Start-up gegründet haben, an dessen Erfolg glauben und die Schweiz als gutes Umfeld für ein Start-up wahrnehmen.

    Warum habt ihr am Start Summit teilgenommen?

    Vincent Martinez: Wir haben von dem Start-up IDUN HealthTech gehört, dass es diesen Event gibt und dass dieser ziemlich lohnenswert für Start-ups ist.

    Wie habt ihr den Start Summit erlebt?

    Es war ein sehr emotionaler Event für uns. Wir hatten drei Präsentationen für den Pitch-Wettbewerb. Die erste war ziemlich schrecklich. Die Powerpoint-Präsentation funktionierte nicht, und ich verlor den roten Faden. Wir waren überrascht und überglücklich, dass wir am Schluss trotzdem gewinnen konnten. Wir konnten auch viele Kontakte zu potenziellen Investoren und Partnern knüpfen. Das hat sich für uns sehr gelohnt. Denn eigentlich sind Unternehmen, die Kabel verkaufen, nicht so sexy.

    Was denkt ihr, wieso habt ihr den Start Summit gewonnen?

    Wir lösen ein real existierendes Problem. Ich selbst musste schon fünf Kopfhörer entsorgen, weil die Kabel einen Defekt hatten. Das Schmerzniveau kann sehr hoch sein, wenn ein Kabel kaputt geht, beispielsweise in der Medizinaltechnik, Robotik oder der Luftfahrttechnik. Es ist also ein wichtiges Bedürfnis, robuste Kabel zu haben. Dies, in Kombination mit der Grösse des Kabelmarkts, hat die Jury wohl überzeugt.

    Wie habt ihr euch für den Namen Nanoleq entschieden?

    (Lächelt). Das war meine Idee, Luca war zuerst nicht so begeistert davon. «Nano» steht für Nanotechnologie und «leq» für Elektrizität. Es war sehr schwierig einen originellen Namen zu finden. Wir wollten keinen Namen, der uns auf die Produktion von Kabeln festnagelt. Wir können uns beispielsweise vorstellen, unsere Technologie in fünf Jahren für smarte Kleidung zu verwenden.

    Wie viele Stunden pro Woche arbeitest du?

    Das variiert stark. Normalerweise arbeite ich 45 Stunden pro Woche. Es gab auch schon Zeiten, in denen ich 60 Stunden gearbeitet habe. Ich arbeitete auch schon an den Wochenenden. Meine Vision ist nicht zu viel zu arbeiten, da man dann auch nicht mehr effizient ist. Man sollte zuerst wissen, wo man hin will, bevor man etwas tut. Wenn man sich auf die richtigen Dinge fokussiert, dann kann man alles in einer 45-Stunden-Woche schaffen. Eine Life-Work-Balance ist mir persönlich wichtig. Sport, Familie und Freunde treffen, sich gut zu fühlen und glücklich zu sein.

    Wie hoch ist dein momentaner Lohn im Vergleich zu jenem anderer Ingenieure?

    Ich habe einen eher tiefen Lohn. Er ist etwas tiefer als das, was ich verdiente, als ich doktoriert habe. Ich muss damit einfach meine Ausgaben decken können.

    Du kommst ursprünglich aus Frankreich. Warum habt ihr ein Start-up in der Schweiz gegründet?

    Ich habe meinen Doktor an der ETH Zürich gemacht. In einem meiner Projekte ging es darum, mittels elektrischer Implantate gelähmten Tieren zu helfen, wieder laufen zu können. Wir kamen danach auf die Idee, mit den selben Materialien das Problem der ständig «brechenden» Kabel zu beheben. Wir haben mit verschiedenen Unternehmen diskutiert und es stellte sich heraus, dass solche Kabel zum Beispiel für Medtech-Unternehmen sehr interessant sind.
    Generell bietet die Schweiz ein gutes Umfeld für Start-ups. So bekommen wir beispielsweise finanzielle Hilfe von der ETH und werden zusätzlich durch Coaching unterstützt. Von der ETH Pioneer Fellowship und von der Kommission für Technologie und Innovation der Schweiz erhielten wir finanzielle Unterstützung.  Unsere hauptsächliche Zielgruppe, die der Medtech-Unternehmen, ist in der Schweiz stark vertreten.

    Wie ist es euch gelungen, Coaches und Berater für Nanoleq zu gewinnen?

    Einer unserer Berater ist mein Onkel, der eine Menge an Unternehmer-Erfahrung beisteuert. Weitere Coaches beraten uns, weil unsere Geldgeber, das heisst der Schweizer Staat und die ETH, nebst den finanziellen Mittel auch die Berater stellen, die ein Start-up begleiten und beaufsichtigen sollen.

    Wann werdet ihr voraussichtlich einen Gewinn erwirtschaften?

    Ich überlege mir jeweils den Idealfall. Dieser sieht wie folgt aus: In den ersten zwei Jahren werden wir eine kleine Menge an Kabeln verkaufen. Wir wollen mit der Zeit dann immer mehr Kabel verkaufen und schnell wachsen. In diesen zwei Jahren wollen wir an Bekanntheit und Glaubwürdigkeit gewinnen und zeigen, dass unsere Idee für viele Anwendungen Sinn macht. In zwei bis fünf Jahren wollen wir einen Gewinn erwirtschaften.

    In welchen Momenten habt ihr Angst zu versagen?

    Wenn wir grosse Unternehmen treffen. Am Anfang haben wir uns gefragt, ob unsere Idee für diese erfahrenen Unternehmen nicht einfach naiv ist. Die Idee war neu und wir wussten zwar, dass es funktioniert, dennoch waren wir anfangs nervös. Mit der Zeit gewöhnten wir uns jedoch an diese Treffen. Jedes Treffen ist wichtig, aber erste Treffen mit einem Unternehmen sind für mich immer am schwierigsten.

    Wie beruhigt ihr euch in solchen Situationen?

    Ich denke daran, dass es auch viele andere Unternehmen gibt, mit denen wir zusammenarbeiten könnten. Wenn wir in einer Verhandlung nicht weiterkommen, wird es noch andere Chancen geben.

    Was werdet ihr tun, wenn ihr versagt, kein Geld mehr habt, oder keine Investoren mehr findet?

    Dass kommt darauf an, ob wir dann noch an das Projekt glauben. Ich würde von meinen Ersparnissen leben, Freunde und Familie um Geld bitten und versuchen, das Projekt zu pushen. Wir würden aber sicher intern darüber diskutieren, ob und wie lange wir so weitermachen könnten. Wir würden uns vor allem fragen, warum wir kein Geld mehr bekommen. Das Business-Modell müssten wir in diesem Fall sicherlich überarbeiten, denn ein Scheitern könnte höchstens am Geschäftsmodell liegen, da sind wir uns sicher. Von der Technologie und deren Nutzen sind wir überzeugt.

    Wie stark werdet ihr von der ETH, die euch finanziell unterstützt, beeinflusst?

    Wir werden sehr stark von unserem Hintergrund geprägt, also von unserer Ausbildung zu Ingenieuren an der ETH. Ich sehe mich dadurch als ein sehr rational denkender Mensch. Viele Start-ups verkaufen sich über ihrem Wert, wir eher darunter. Wir relativieren unsere Resultate eher, als dass wir sie hochloben. Unser Denken ist also stark von unserer Ausbildung beeinflusst. Dies müssen wir teilweise noch ablegen, vor allem dann, wenn es darum geht, das eigene Unternehmen zu verkaufen.

    Wie wichtig ist Nachhaltigkeit für euch?

    Unser eigentliches Ziel war es, ein Produkt zu kreieren, auf welches man zählen kann. Nachhaltigkeit war nicht unser oberstes Ziel. Nachhaltigkeit kann aber ein Argument sein, da Produkte mit unserer Technologie eine längere Lebensdauer haben, und somit beispielsweise weniger Elektroschrott anfallen würde.

    Könnt ihr euch vorstellen euer Start-up zu verkaufen?

    Momentan nicht. Wenn wir sehen, dass unsere Technologie in vielen Bereichen zum Einsatz kommt, dann könnte ich es mir vorstellen. Wir wollen, dass die Menschen von unserem Produkt profitieren können.

    Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

    Nach einer Phase der Überzeugungsarbeit bei Unternehmen werden wir sehen, welche Produktionspartner wir für uns gewinnen konnten. Sollten wir keine Partner finden, wollen wir eine eigene Fabrik eröffnen und unsere eigenen Kabel verkaufen

  • Kakerlaken, Kämpfe und Künste der Präsentation

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    Am Samstag fand der bislang zweite TEDx-Event an der HSG statt. Präsentiert wurden unter dem Motto «Go Beyond» Lebensgeschichten, innovative Ideen, Philosophien und Visionen für eine bessere Welt.

    Dutzende Kakerlaken, die auf einem rumkrabblen, in die Ohren eindringen, kein Entkommen in Sicht. Essen, das den Anschein macht mit Blut getränkt zu sein. Was nach Aufgaben der bekannten TV-Serie «Dschungelcamp» klingt, war Shaun Attwoods tagtägliches Leben im Gefängnis in Seattle. Dazu kamen Prügeleien und die Angst, nie mehr aus dem Gefängnis herauszukommen. Denn nachdem Attwood mit Drogen erwischt wurde, die er dealte und mit denen er auch sogenannte «Rave-Parties» veranstaltet, wurde er für neuneinhalb Jahre ins Gefängnis geschickt. Eines Tages bekam er einen Anruf von seinem Anwalt. Er habe eine reelle Chance bald aus dem Gefängnis zu entkommen. Es war ein Lichtblick am Ende eines dunklen und beängstigenden Tunnels. Doch alles kam anders. Anstatt eine kürzere Strafe zu erhalten, musste Attwood eine höhere Geldstrafe bezahlen und sah sich mit einer Freiheitsstrafe von 200 (!) Jahren konfrontiert. Er war am Ende und hätte sich fast das Leben genommen. Das einzige, was ihn davon abhielt, war, seine britische Nationalität. Selbst in dieser aussichtslosen Situation hatte er das Gefühl es seiner Mutter nicht antun zu können, dass er in einem ausländischen Gefängnis starb. Warum er dennoch nur sechs Jahre anstelle von 200 im Gefängnis sass, verriet der dem Publikum nicht. Aufschluss darüber geben könnte sein Blog «Jon`s Jail Journal».

    Man könnte denken, dass Attwood am Boden zerstört ist. Gescheitert. Abgekämpft. Doch der Brite stand mit aufrechter Körperhaltung dem Publikum im Audimax gegenüber. Seine Geschichte erzählt er auf eine witzige Art und Weise. Mit dem rasierten Gesicht und dem Anzug wirkt er gewiss nicht wie ein ehemaliger Häftling. Schon gar nicht wie einer, der eine Biographie über den bekannten Mafia-Boss «Two Tory» schreibt. Doch all dies ereignete sich in einem amerikanischen Gefängnis und macht deutlich wie schrecklich die Zustände dort sind und wie menschenunwürdig ein Leben in einem solchen ist. Attwoods eigentliche Botschaft ist, dass man noch so reich sein könne, doch dass Glück und Zufriedenheit im Herzen liege. Als verurteilter Straftäter und Millionär weiss Attwood sicherlich wovon er spricht. Mit seiner Geschichte erreichte er an den TEDx-Talks hunderte von Menschen. Für viele war er in diesem Moment kein Verbrecher, sondern ein Redner mit einer eindrücklichen Geschichte.

    Widerstand gegen den Staat und das eigene Schicksal

    Attwood ist jedoch nicht der einzige mit einer mitreissenden Geschichte. Auch Marcelo Bertorelli hat eine erlebt. Der jüngste Redner an diesem TEDx-Talk erlebte die Revolution in Venezuela mit. Er öffnete seine Türe für Studenten, die protestierten und half ihnen nicht nur sich vor der Polizei in Sicherheit zu bringen, sondern bot ihnen auch die Möglichkeit ihre Erfahrungen zu verarbeiten. Für einen 19-jährigen hat der gebürtige Venezolaner einiges erlebt und beweist, dass man nicht lange gelebt haben muss, um eine eindrucksvolle Geschichte zu haben. Auch Hila Azadzoy hat eine spanndende Geschichte von Widerstand zu erzählen, jedoch ist es nicht ihre eigene. Es ist jene ihres afghanischen Vaters, der sich nicht mit seinem Schicksal zufrieden geben wollte. Als junger Mann wurde er der Schule verwiesen, weil er sich dem Lehrer wiedersetzte. Für den wissenshungrigen Mann war an Aufgeben nicht zu denken. Er wanderte nach Deutschland aus – ohne einen Hauptschulabschluss. Um trotzdem an eine Universität angenommen zu werden, fälschte er sich das benötigte Diplom und war an dieser sehr erfolgreich. Mit ihrer persönlichen Geschichte wollte Azadzoy zeigen, dass Bildung allen zugänglich sein sollte. Dafür setzt sie sich Tag für Tag als Mitgründerin von «Kiron Open Higher Education» ein. In ihrem Vortrag zeigt sie auf wie wertvoll MOOCS (Massive Open Online Course) und integriertes Lernen sein können.

    «Ich versage jeden Tag»

    Nicht immer haben die Speaker erreicht, was sie sich vorgenommen haben. So erzählt Mischa Janiec, der bekannte Bodybuilder, dass er jeden Tag versage und stolz darauf sei. Laut ihm braucht es Niederlagen, um wachsen zu können. Seine erste Niederlage war eine, die er am Anfang gar nicht als selbstverursacht wahrnahm. Er verlor seine Lehrstelle nach acht Monaten. Als Janiec dann noch eine Verkrümmung der Wirbelsäule prognostiziert wurde, beschloss er etwas zu unternehmen. Er begann zweimal die Woche ins Fitness zu gehen. Nach einer Weile ging er täglich. Versagen tue er da jeden Tag, weil er sich bis an seine Grenzen bringe und darüber hinausgehe, erzählte er am TEDx. Sein Umgang mit Niederlagen birgt jedoch noch etwas Verbesserungspotential. So geriet er vollkommen aus dem Konzept als seine Folien nicht alle vorhanden waren. Er unterbrach seinen Vortrag, gab viele Sekunden lang keinen Ton mehr von sich. Er beendete sein Schweigen mit einem leicht verzweifeln wirkenden «Fuck!», was mit einem Gelächter aus dem Publikum kommentiert wurde.

    Wie man hingegen Niederlagen verarbeiten kann erzählte Phil Anthony M., Berater und Coach, in seiner Rede. Auffallend an Anthony war, wie sehr er die rhetorischen Künste zu nutzen wusste. Seine Präsentation war von einer charismatischen Art, er betrachtete das ganze Publikum und strahlte eine ansteckende Freude aus. Nicht so begeistert waren die Zuschauer von der Präsentation von Dr. Laura Penn. Der Applaus war spärlicher als sonst und einige Zuhörer meinten, es sei die schlechteste Rede des Tages gewesen. Der Coach für öffentliche Sprache erzählte dem Publikum wie man richtig präsentiert. Für manche wirkte ihr Lächeln aufgesetzt und ihre Präsentation wurde nicht gerade von vielen als Geschenk wahrgenommen. Die Präsentation selbst als ein Geschenk zu betrachten, gab Penn dem Publikum als Ratschlag. Weniger künstlich wirkte die Rede vom Global Digital Chief von Nestlé, Pete Blackshaw. Seine Emotionen spiegelten sich in einem vernünftigen Mass in seinem Vortrag. So vermochte der Zuhörer die Liebe zu seiner Familie zu spüren. Auch die Begeisterung von seinem Job brachte Blackshaw zum Ausdruck. Beeindruckend war auch der reibungslose Ablauf des Tages. Alles war perfekt organisiert und wirkte sehr professionell. Die Helfer haben ganze Arbeit geleistet. Für Verpflegung war stets gesorgt und auch in dem Pausen gab es immer etwas zu tun. So endete der Tag für die meisten Besucher mit einem genussvollen Mojito in den gemütlichen Sesseln.

    Bilder: Timon Furrer Fotografie / eveni.to