prisma empfiehlt: United We Stream

United We Stream - Facebook

Clubfeeling im Wohnzimmer gegen Langeweile und Quarantäne-Stress

In diesen schwierigen Zeiten sind nicht nur Politik und Wirtschaft auf die Unterstützung und Solidarität der Bürger angewiesen. Auch die Musik- und Clubszene hat mit herben Rückschlägen zu kämpfen. Geschlossene Clubs, abgesagte Festivals und verbotene Großveranstaltungen machen es derzeit leider unmöglich, das Konzert des Lieblingskünstlers zu besuchen oder das Nachtleben bei einer Party im Lieblingsclub unsicher zu machen.

Doch dem soll nun so gut es geht entgegengearbeitet werden. Gemeinsam mit Arte-Concert haben Betreiber der Berliner Clubszene und internationale, sowie lokale DJs die Streaming-Plattform „United We Stream“ ins Leben gerufen. Seit dem 18. März bietet die Plattform neben Livestreams von DJ-Sets auch Gesprächsrunden, Vorträge und Filme rund um die Clubkultur an. Bei der gestreamten Musik handelt es sich in den meisten Fällen um elektronische Genres wie Techno oder House. Aufgenommen werden die DJ-Sets mit aufwändiger Lichttechnik an den unterschiedlichsten Locations. Neben den leerstehenden Tanzflächen bekannter Berliner Clubs zählen auch alte Industriegelände oder leere Schwimmbäder zu den bevorzugten Aufnahmeorten. Um auch die Clubszenen anderer Städte zu unterstützen, finden die Übertragungen seit Anfang April nicht mehr nur in Berlin statt. Weiter europäische Städte, darunter Wien, Amsterdam, Manchester und Mannheim, haben sich dem Projekt mittlerweile angeschlossen. 

Das Konzept ist einfach. Unter https://unitedwestream.berlin ist die Website des Projektes zu erreichen, zudem werden die Livestreams auch auf Facebook übertragen. All das mit einem großen Ziel vor Augen – es gilt die weltweite Clubkultur auch über die Krise hinaus zu erhalten. 

Um das zu erreichen, werden online Spendengelder gesammelt. Auch wenn der Zugriff auf die Plattform vollkommen kostenfrei ist, gibt es die Möglichkeit ein „Bier“ zu erwerben und auf diesem Wege einen kleinen Betrag zu spenden. Selbstverständlich sind auch größere Beträge gerne gesehen. Wenn die Krise einmal überstanden ist, sollen mit dem gesammelten Geld nicht nur Berliner Clubs und Veranstalter unterstützt werden. Zusätzlich geht ein geraumer Teil des aus dem gesammelten Geld gebildeten Rettungsfonds an gemeinnützige Organisationen.   

Bislang sind etwa 100 Künstler und über 40 Clubs in das Projekt involviert, und die Zahl steigt stetig. In den ersten zwei Wochen gelang es den Betreibern von United We Stream bereits 370`000 € an Spendengeldern zu sammeln und mit ihren Streams über 5 Millionen Aufrufe zu erreichen. Doch auch wenn das Spendenziel erreicht wird, bleibt abzuwarten, ob die Bemühungen ausreichen, denn noch letztes Jahr generierten allein die Berliner Clubs eine Wertschöpfung von über 1,5 Milliarden Euro. Kein Betrag, der leicht auszugleichen sein wird. Und doch geben Betreiber, Veranstalter und DJs Tag für Tag ihr Bestes, um auch in der Quarantäne ein Fünkchen guter Musik und Freude in unsere Wohnzimmer zu bringen.


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