Einen neuen Sport und sich selbst entdecken

Jeder hat eigene bevorzugte Methoden, um den Puls zum Rasen zu bringen. Doch was, wenn man sich einmal in einer komplett fremden Sportart versucht? Dies wollte ich ausprobieren – und ging also ins Kickboxen.

Eine Teilnehmerin versucht sich an den Basics.

Ob «Karate Kid» oder «Das Schwergewicht»: Filme über Kampfsportarten sind beliebt und darauf baut ein grosser Teil des Actiongenres auf. Wenn es aber um Sportarten geht, die ich gerne treibe, gehen diese in eine ganz andere Richtung. Nun wollte ich aber herausfinden wie es ist, Fight-Szenen nicht nur anzuschauen. Und so wurde es höchste Zeit, ins Kickboxen zu gehen.

Die Kickbox-Stunde der Wahrheit

Gespannt begab ich mich also eines Abends in die Sporthalle der HSG. Auf den Matten stehend machte ich mich für die Stunde bereit. Ich würde mich zwar nicht als völlige Sportskanone bezeichnen, aber alles in allem denke ich, dass ich einigermassen fit bin. Oder besser gesagt, dachte ich das. Wir fingen nämlich mit Kraft- und Ausdauertraining an. Wenn Minuten an Prüfungen so lange dauern würden wie während plank crawls, wäre Zeitdruck ein Ding der Vergangenheit. Eine Übung nach der anderen, der Körper praktisch immer in Bewegung. Waren die Übungen machbar? Klar. Für jemanden, der nicht an diese Art Training gewöhnt ist, bleibt es jedoch eine grössere Herausforderung als erwartet. Nach etwa einer halben Stunde wurde ich erlöst.

Der nächste Teil ging etwas ruhiger zu und her. Schweissgebadet machte ich mit als wir begannen, die Grundbewegungen zu erlernen. Wie man den Arm richtig schwingt, wie der ganze Körper korrekt mitgeht. Na also, geht zumindest einigermassen, dachte ich. Koordination kenne ich doch schon aus dem Tanzen. Mein Gefühl, endlich etwas richtig zu machen, hielt jedoch nicht lange an. Während es im Tanzen nämlich um ausdrucksstarke Bewegungen geht, beschrieb der Trainer im Vorbeigehen meine Technik mit zwei knappen Worten: «Too much». Weiter üben also.

So lieferten wir uns noch eine Weile lang einen Kampf mit der Luft, bis wir endlich als bereit eingestuft wurden. Schlagpolster wurden uns zugeworfen und es ging ans Eingemachte. Nun konnten wir in Zweiergruppen richtig Kickboxen üben. Während wir Neulinge uns weiter an den Grundlagen ausprobierten, dieses Mal aber auf ein materielles Objekt zielen durften, machten die erfahreneren Teams im Eigentempo eine beeindruckende Bewegung nach der anderen. Eines Tages könnten wir das sein. Doch vorher heisst es zuerst: fleissig kicken und boxen. Dies taten wir auch, was letztendlich der spassigste Teil des ganzen Erlebnisses war.

Nach insgesamt 90 Minuten endete die Stunde und wir wurden entlassen. Trotz eines holprigen Starts konnte ich positiv erschöpft und mit dem Gefühl, etwas Gutes für meinen Körper getan zu haben nach Hause gehen. Die erste Kickboxstunde meines Lebens hatte ich nun, zumindest semi-erfolgreich, hinter mir.

Hat es sich gelohnt?

Eine komplett andere Sportart auszuprobieren, war eine sehr interessante Erfahrung. Ich denke zwar nicht, dass ich in nächster Zeit wieder in einer Kickbox-Stunde anzutreffen sein werde, jedoch bin ich trotzdem froh, es ausprobiert zu haben. So weiss ich jetzt besser, was genau mir beim Sport machen wichtig ist. Sich ab und an aus seiner eigenen Komfortzone zu begeben, kann ich also nur empfehlen. Ausserdem konnte ich sogar in den Tagen danach etwas Neues über mich lernen. Nämlich wie viele meiner Muskeln auf einmal weh tun können.


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