HSG: 1 – UZH: 0

Was für uns HSG’ler schon zur Selbstverständlichkeit verkommen ist, versucht die Uni Zürich kläglich: Alle Studien-Unterlagen aus einer Hand an einem Ort auf dem Campus. Die SKK ist eine HSG-Erfolgsgeschichte.

Joel Tinguely und die SKK (Illustration: Larissa Streule)

Als Initiative der Studentenschaft der Universität St. Gallen druckt und verkauft die Skriptekommission seit über 50 Jahren Skripte. Gegründet von vier Studenten, von denen drei jeweils unterschiedlichen Verbindungen angehörten (AV Amicitia, AV Bodania, AV Mercuria sowie ein Nicht-Verbindungsstudent), ist sie auch heute weiterhin stark von unterschiedlichen Verbindungskulturen geprägt. 

Das studentische Vorzeige-KMU

Die Non-Profit-Organisation verkauft heute, im Vergleich zu den Anfängen, nebst Skripten auch Bücher und sonstige Utensilien wie zugelassene Taschenrechner an die Studentinnen und Studenten der HSG. Diese Angebote werden von vielen in Anspruch genommen und geschätzt, begleiten oder verfolgen Skripte doch die Studierenden fast jeden Tag! Die SKK ist mit fast 1.1 Millionen Franken Umsatz und insgesamt gut 25 Mitarbeitenden auch ein beachtliches KMU auf dem Campus. Sie bietet als Arbeitgeberin ihren ausschliesslich studentischen Mitarbeitenden die Chance, bereits während dem Studium wertvolle Praxiserfahrungen in einem KMU zu sammeln. 

Tinguely malt nicht sondern führt 

1. Säule: Der Dienstleistungsbetrieb: Primär versucht der Leiter Einkauf der SKK (Kevin Blum), so viele prüfungsrelevante Bücher wie möglich auf den ersten Semestertag mit 11 bis 20 Prozent Rabatt für dieStudierende nach St. Gallen zu bestellen. «Das bedeutet jeweils hohen Verhandlungsaufwand mit den Lieferanten, z.B. in Punkto Rücksendungskonditionen. Niemand soll auf sein Buch warten. Klar haben wir Vorjahreszahlen, aber die Bestellmenge zu definieren, ist oft nichts anderes als im Roulette auf eine Zahl zu tippen», erklärt Joel Tinguely, Präsident der SKK. Zusammen mit dem Skriptverkauf vereint ist die SKK, zumindest im Assessment und Bachelor, ein «Onestop-shop», dessen Tagesgeschäft vom Leiter Verkauf (Marc Bucheli) geleitet wird. Die Kerndienstleistung der SKK ist die Beschaffung der prüfungsrelevanten Literatur sowie die Beratung von Studentinnen und Studenten: Wer seine Kurse aufsagen kann, bekommt von den Mitarbeitenden der SKK gleich die passenden Unterlagen vorgeschlagen. 

Um die Aufgabe dieses Shops zu realisieren, bedarf es Unterlagen, welche nur durch aktive Betreuung und das Vertrauen der Dozierenden ermöglicht werden. Um Aufträge generieren zu können, werden möglichst viele Dozierende über das Leistungsangebot der SKK informiert und ihnen Hilfestellungen zur Bereitstellung ihrer Vorlesungsunterlagen geboten. Da Bücher direkt von der SKK eingekauft und verkauft werden, tragen sie keinerlei Risiken im Falle einer Zusammenarbeit. Sollte mal etwas im Sortiment fehlen, macht die SKK gerne auch spezifische Nachbestellungen. 

SKK: Nirgends druckst du billiger 

2. Klassischer Produktionsbetrieb: Nicht alle wissen um die eigene Herstellung der Skripte, welche unter der Leitung vonNicolas Gmünder produziert werden. Zur besseren Lesbarkeit werden Texte digital aufgewertet und schwarze Ränder entfernt, um Platz für individuelle Notizen zu machen. Zu diesem Zweck verfügt die SKK über zwei professionelle Druckstrassen inkl. Schneide und Buchbindemaschine. Dank des «Print on Demand»Service können die Studierenden ihre Sildes oder andere Unterlagen zu einem unschlagbaren Preis via die Website www.myskk.ch drucken lassen – besonders für Open-Book Prüfungen sehr empfehlenswert. Auch Druckservices für Vereine, wie bspw. für Broschüren und Flyer, werden angeboten. 

3. Attraktiver Arbeitgeber gestützt auf Freund-und Kameradschaft: In der SKK sind ausschliesslich Studentinnen und Studenten der Universität St. Gallen beschäftigt. Dabei spielen bei den über 25 Mitarbeitenden weder Studienstufen noch -richtungen eine Rolle. Bereits nach kurzer Zeit ist es motivierten Mitarbeitenden möglich, Führungspositionen einzunehmen und erste Führungserfahrungen in kleinen Teams zu sammeln. So werden jedes Semester mehrere Leute neu eingestellt, während bewährtes Personal in die Geschäftsleitung aufsteigt. Die Nachfolgeregelung ist folglich in der SKK ein Dauerthema. Gerne ist die SKK daher immer offen für Bewerbungen von Studierenden der HSG. 

Ein Millionengeschäft: Skripte

Operativ wird die SKK vom Präsidenten Joel Tinguely geführt und nach aussen vertreten. Getragen wird sie jedoch von weiteren vier Kommissionsmitgliedern. Diese führen, wie oben erwähnt, ihre drei Ressorts und setzen sich regelmässig mit Präsident und Leiter Finanzen (Robin Kaufmann) zusammen, um über den Geschäftsgang zu diskutieren und komplexeren Problemen gemeinsam zu begegnen. Der Säckelmeister, wie der Leiter Finanzen auch liebevoll genannt werden kann, trägt die Verantwortung über ein Budget im Umsatzbereich von über einer Million Schweizer Franken. Darin fallen auch Themen wie Mehrwertsteuer, Sozialversicherungen oder auch Kostenstellenberechnung. Zur Kontrolle rapportiert die SKK jährlich ihrem vierköpfigen Beirat (bestehend aus Vertretungen der Universität, ehemaligen SKK-Mitarbeitenden, dem Finanzvorstand der Studentenschaft sowie einem Mitglied der Geschäftsprüfungskommission). Weiter muss das Einverständnis des Beirats bei grösseren Investitionen eingeholt werden. Das Initiativen-Reglement, nach welchem gearbeitet wird, legt das Studentenparlament fest und ist öffentlich auf www.myshsg.ch einsehbar. Etwaig erwirtschaftete Überschüsse werden regelkonform nach Sicherung des Geschäftsbetriebs zur Vergünstigung der Skripte und Bücher eingesetzt. Der Geschäftsbericht wird jeweils dem StuPa zur Kenntnisnahme vorgelegt. 

Einzigartigkeit, Seniorität, Konstanz

Das Geschäftsmodell, geführt von HSG-Studierenden für HSG-Studierende, ist sicherlich einzigartig und führt dazu, dass die SKK nie stehen bleibt. Nach Studienabschluss wird das Arbeitsverhältnis gekündigt, um neuen Köpfen Platz zu machen. Die personelle Zusammensetzung der Führungsetage ändert sich daher regelmässig, wodurch immer wieder frische Ideen generiert werden. Um trotzdem eine gewisse Konstanz zu wahren, wird darauf hingearbeitet, dass alle Kommissionsmitglieder dieselbe Vision verfolgen. Eine weitere Konstante bildet die eingangs erwähnte und gelebte Verbindungskultur. Durch die bereits inhärente Unternehmenskultur werden respektvoller Umgang, Senioritätsprinzip, Freude an und Freundschaften auf der Arbeit nicht nur festgeschrieben, sondern gelebt. Obschon dies viele abschrecken mag, arbeiten seit jeher eine Handvoll Nicht-Verbindungsstudierende in der SKK, welchen diese Kultur alles andere als missfällt. Diese gesunde Mischung soll auch aufrechterhalten werden. 

Die SKK im Machtzentrum der SHSG

Wie alle Initiativen der SHSG, sind auch die Büroräumlichkeiten der SKK traditionell im SHSG-Haus untergebracht. Tür an Tür mit dem prisma pflegen wir, wie mit allen Initiativen, ein fast familiäres Verhältnis. Wer sich in einer Initiative wie der SKK, dem Bereich G, dem Ressort International oder eben dem prisma engagiert, findet sich schnell in einem Kreis sehr engagierter Studierender wieder, welche das Campusleben besonders intensiv erleben und mitgestalten. Ja, es ist schon eine verschworene Gemeinschaft die starke freundschaftliche, bis hin zu brüderlichen Banden über das Studium hinaus hinterlässt. So trifft sich die Alumni Gemeinschaft noch alle zwei Jahre und trägt die SKK weiter im Herzen. Dadurch hält sich die SKK, zum Glück aller Studierenden der HSG, tief verwurzelt an unserer Alma Mater, während ihr Zürcher Pendant vor ziemlich genau drei Jahren, nach über hundertjähriger Geschichte, den Bach runter ging. 


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