«Klein anfangen und Feedback erhalten»

Melanie Kovacs, Gründerin von Master 21, dem ersten Anbieter von Coding Bootcamps in der Schweiz, erzählt, weshalb sie sich mit Programmieren beschäftigt und teilt ihre Erfahrung als Jungunternehmerin.

Warum braucht es ein Coding Bootcamp in der Schweiz?

Es macht Sinn, Programmieren zu lernen, unabhängig davon, ob dies jetzt in einem Coding Bootcamp ist oder nicht. Nicht damit alle Programmierer werden, sondern um das grundsätzliche Verständnis dafür zu haben. Es ist wichtig mitreden zu können. Je besser man programmieren kann, desto mehr kann man in unserer zunehmend digitalen Gesellschaft nicht nur konsumieren sondern mitgestalten.

Wie weit ist die Schweiz im Bereich der Programmierausbildung?

Das Informatik-Studium, so wie ich es erlebt habe, ist sehr theoretisch.

Was müsste denn die Schweiz tun, um sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln?

Offener werden im Rekrutierungsprozess gegenüber Kandidaten, die keine Uni-Abschlüsse, sondern ein Portfolio haben und sich das Programmieren selbst beigebracht haben.

Was ist aus deiner Sicht das Wichtigste, um Programmieren zu lernen?

Geduld. Und Konzentration im Sinne von, dass man nicht die ganze Zeit unterbrochen wird. Es braucht viel Fokus, um sich in die Welt des Programmierens hineinzudenken.

Was fasziniert dich persönlich am Programmieren?

Zum einen, dass man etwas neu kreieren kann und damit Probleme lösen und Sachen automatisieren kann. Zum anderen, dass man mit einer logischen Denkweise an die Sachen herangeht. Man nimmt ein Problem an und erarbeitet step-by-step einer Lösung.

Warum wolltest du dein eigenes Unternehmen gründen?

Ich hatte damals das Gefühl, ich könnte so mehr bewirken als wenn ich eine Angestellte wäre. Da es bis jetzt nichts in diese Richtung gab, dachte ich mir dann, dass ich damit starte.

Welche Ratschläge würdest du jemandem geben, der ein Unternehmen gründen will?

Einfach anfangen. Es ist gut, klein anzufangen und dann zu versuchen, möglichst viel Erfahrung und Feedback zu erhalten. Mit Master 21 haben wir so angefangen, dass wir einmal zwei Kurse als Probelektionen auf der Webseite laufen ausgeschrieben haben und geschaut haben, ob überhaupt Nachfrage dafür da ist. Wir nehmen immer Feedback entgegen und verbessern uns so kontinuierlich. Es ist wichtig zu planen, aber auch zu wissen, dass es meistens anders kommt als als geplant. 

Was war dein grösster Erfolg?

Jedes Mal, wenn wir einen Kurs abschliessen und sehen, was die Leute gelernt haben, wie dankbar sie sind und welche Freude sie haben, ist es für mich Erfolg. Erfolg ist für mich zu sehen, wie Leute lernen und wachsen. Das Strahlen, welches die Menschen haben, die etwas gelernt haben, finde ich schön.

Und dein grösster Fehler?

Fehler sehe ich immer als Möglichkeit, etwas zu lernen. Bis jetzt gab es nie so einen katastrophalen Fehler, wie dass uns beispielsweise das Geld ausging. Vielleicht haben wir etwas zu früh in einen neuen Markt gestartet, aber ich sehe dies eigentlich eher als eine Lektion, aus der wir gelernt haben.

Was würdest du heute anders machen?

Nichts, genau aus dem Grund, dass wir bei allem lernen und wachsen konnten.


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