«Ohne Moos nix los»

Zum ersten Mal fand in St. Gallen der Swiss Smart Government Day statt, bei dem die Zukunft einer digitalen Gesellschaft sowie Ansätze einer modernen Verwaltung diskutiert wurden. prisma war für euch dabei.

Nicht nur für IA-Studierende war der Swiss Smart Gover- nment Day eine Bereicherung. Es betrifft die Zukunft von uns allen, denn die Dienste der Schweizerischen Eidgenossenschaft werden sich in Zukunft verändern müssen. So sehen das praktisch alle Referierenden an diesem Tag. Nebst aktuellen politischen Geschäften wie die E-ID, welche ebenfalls Einzug fand, wurden auch Schwachstellen offenbart. Denn, so sagten es jedenfalls die Vertreter von pwc, ohne Vertrauen in den Staat und die Technologie kann auch die beste Errungenschaft nicht effizient eingesetzt werden. Und dieses Vertrauen hat in der letzten Zeit insbesondere hinsichtlich digitaler Transformation abgenommen, was an Schlagzeilen wie den öffentlich zugänglichen Patientendaten liegen mag.

Sicherheit in der Ukraine

Vertrauen war auch in Kiew ein grosses Thema, wie Vitali Klitschko erzählte. Als er vor 5 Jahren das Amt als Bürgermeister übernahm, hatte er mit Kriminalität und Unsicherheit zu kämpfen. Dazu kam eine unglaubliche Verschuldung der Stadt, welche Investitionen für ihn zu einer grossen politischen Herausforderung machten. Trotzdem setzte er ein Budget durch, welches grosse Ausgaben im Bereich Sicherheit beinhaltete. Im Moment, erzählt er stolz, wird die Stadt von rund 8000 Kameras überwacht, die sogar mit Gesichtserkennungssoftware ausgestattet sind. Auch bezüglich smarter Technik hat Kiew in der letzten Zeit Fortschritte gemacht. So werden die Strassenbeleuchtungen mit Bewegungsmeldern ergänzt, die insbesondere den Stromverbrauch reduzieren können.

Fortschritt unabwendbar

Auch Marcel Dobler, Ständeratskandidat für die FDP in St. Gallen, beschreibt eine Welt, die zwingend in die Zukunft schauen muss. Deshalb forderte er mehr Kenntnisse bezüglich Informationstechnologien, ins- besondere auch in den eidgenössischen Räten. Es ist klar, dass in Zukunft eine Entwicklung stattfinden muss. Dies ist auch an der HSG sichtbar, welche mit der Reform des BWL-Bachelors einen Schritt in die Richtung macht. Jedoch wird in Zukunft auch bei verschiedenen Ämtern auf die Fachkompetenz geschaut werden müssen, wenn die HSG an der Spitze mithalten will. Vertreter von pwc betonen jedoch, dass insbesondere die Digitalisierung nicht als Selbstzweck gesehen werden darf. Man sollte nicht ohne Hintergedanken und Ziele einfach eine digitale Plattform erstellen, vielmehr sollte das Enableing aller Generationen im Vordergrund stehen. So wird ein nachhaltiger Umgang mit moderner Technik gefördert. Dies bestätigt auch der Vertreter der Universität Lausanne, der sagt, dass ein radikales Umdenken in allen Belangen notwendig ist, um eine langfristige digitale Verwaltung sicherzustellen. Martin Jordan, angestellt bei der britischen Regierung, sah den Grund für die meisten Probleme in der Interdependenz zwischen verschiedenen Regierungseinheiten, da diese aus dem bürokratischen Alltag keine starke Zusammenarbeit gewohnt sind. Ein Problem, das vielleicht auch an der HSG Schwierigkeiten bereiten könnte. Lassen wir uns überraschen.


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