Peitsche – Von leblosen Tümpeln und Hechtkraut

Ich appelliere hiermit an die Verantwortlichen: Nehmt euch doch unserer genug gestraften Augen an und gebt uns noch mehr Natur.

Wenn wir schon bei Betontümpel und Natur sind: Mal abgesehen von dem zu Recht gelobten und wahrhaftig prächtigen Park wäre doch das ebenfalls genannte «Biotop» die beste Art, dem grauen Gemäuer etwas Farbe einzuhauchen. Stattdessen dümpelt das Gewässer neben dem Hauptgebäude träge vor sich hin, einschliesslich der lethargisch anmutenden Goldfische, die im Zuckerbrot noch traurig betrachtet worden waren. Trostlos ist hier leider genau das richtige Stichwort.

Da liegt unsere Universität inmitten der blühenden Landschaft eines Rosenbergs, aber die eigene Umgebung wird lieblos sich selbst überlassen. Oder soll das gar etwa so aussehen? Vielleicht ist der traurige Anblick unseres hauseigenen Gewässers gewollt, soll modern sein oder hat einen anderen spezifischen Grund: Das einzige, was wir wissen, wenn wir in der Pause kurz frische Luft schnappen und der erstickenden Atmosphäre der Vorlesungen entkommen wollen: Hier draussen ist es genauso zubetoniert wie drinnen. Ohne Ausblick über die Gallusstadt und die hohen Baumwipfel wären wir wohl völlig verloren.

Ich appelliere hiermit an die Verantwortlichen: Nehmt euch doch unserer genug gestraften Augen an und gebt uns noch mehr Natur. Keine rostigen Gitter, keine pool-artigen Ecken und Kanten, etwas mehr Grün und etwas weniger Grau. Vor meinem inneren Auge erscheint da etwa eine glitzernde Wasseroberfläche, gesäumt von Bambushain und Naturstein anstelle des Beton um braune Brühe. Ein Blümchen hier und etwas Hechtkraut dort würden das in neuem Gewand erstrahlende Biotop komplettieren.

Inspiration findet man in dieser Zeit des Jahres schliesslich an jeder Ecke. Wer den Blick nicht aus dem Fenster wagt, kann ansonsten auch einfach mal in der Aprilausgabe von «Garten Träume» blättern.

Vielleicht verspüren dann auch die Fische wieder mehr Lebensfreude und wir hoffentlich gleich mit ihnen.


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