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  1. OpenAir vs. Bib: Der beste Live-Ticker des Jahres

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    Das wohl fieseste Wochenende des Semester steht bevor. Während sich abertausende Musiksüchtige im Sittertobel musikalisch und anderweitig zudröhnen lassen, steckt so manch ein Studi noch bis spätabends in der Bibliothek und lernt und lernt und lernt. Verfolgt hier in unserem Ticker, wie ein paar prisma-Redakteure das Leben am Openair St. Gallen feiern und andere sich in der Bib abrackern.

    Es tickern für euch: Adrian Köstli (ak), Moritz Haegi (mh) vom Gelände, Luana Rossi (lr), Kevin Kohler (kk), Nina Amann (na) und Simone Brunner (sb) aus der Bib.


    19:00 Uii, das war heiss! Hier unten alles okay. Die Feuerwehr hatte den Brand rasch unter Kontrolle. Wanda, Kodaline, Kraftklub und Paulo Nutini rundeten das OASG 2015 heute ab. Mir bleibt nur noch, mich zum Shuttlebus zu begeben. Und zuhause dann IMT büffeln. Bin ab morgen wieder in der Bib. Der Ticker endet aber an dieser Stelle. Danke für’s Mitlesen. (ak)

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    11:25 Feurio! Diesselbe grosse Schweizer Zeitung die über sexhungrige Festivalbesucher schrieb, zeigt jetzt Zelte in Flammen… Man kann ja über die Bib sagen was man will aber immerhin brennt sie nicht. Alles in Ordnung im Sittertobel?? (kk)

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    21:44 Farin Urlaub Racing Team! (ak)


    20:05 Wir machen hier kein Fremd-Posting, lieber Adrian Nur weil du (wahrscheinlich seit heute morgen) schon einen an der Schüssel hast, poste ich sicher keine Ticker-Einträge für dich ;) trotzdem: Much love <3 (na)

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    18:42 Farin who? Wer sind den Farin und Fritz? Ach übrigens: in 15 minuten schliesst die Bib (gleich ertönt der Gong) – ich geh wenigstens mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich was gemacht habe… und du so? (na)


    18:28  Apropos Sex! Eine einschlägige Gratiszeitung hat ja behauptet, dass so manch einer ans Openäär gehe, um aufzureissen und aufgerissen zu werden. Würdet ihr mit einem wildfremden Partymonster einfach so mal hurtig gschwind ein Nümmerli machen? Ich nicht. Aber Farin oder Fritz vielleicht? (ak)


    14:29 Ach herrje! Warum muss in der heutigen Zeit alles immer sexualisiert werden? Das war eine völlig unschuldige Idee, aber im Grunde hast du ja schon Recht: Sex sells! Dementsprechend schlage ich Kendra Sunderland für die Rolle der Reblla vor… (kk)


    14:20 *hmkkmmmh* Also ich bin gestern auch in einen Zug eingestiegen und im Aargau gelandet, aber der Zug fuhr irgendwann auch wieder zurück nach St. Gallen und da bin ich jetzt seit gestern Abend auch wieder. Und zu deiner Idee, dich als Screen-Writer zu versuchen: Hast du dir den Titel deiner Serie mal genauer angeschaut? Ich will ja nicht prüde rüberkommen, aber das ist eindeutig zweideutig… (na)


    14:05 Geistesblitz! Ja, Nina, ich werde heute wohl tatsächlich nicht mehr in der Bib auftauchen. Ich bin gestern in einen Zug eingestiegen und im Aargau gelandet, vorsätzlich versteht sich. Dieser Live-Ticker hat mich dafür auf eine geniale Idee für eine neue Hit-Serie gebracht. Die Geschichte dreht sich um 4 junge HSG-Studenten, wovon die 2 Hauptcharaktere, Leonhard und Xheldon, gemeinsam in einer WG leben. An Wochentagen treffen sie sich die vier in der Mensa zum Essen und in einem mit Bücherregalen vollgestopften Gebäude um sich die neusten, heissesten Wirtschaftsbücher unter den Nagel zu reissen. Die Studenten leben komplett in ihrer HSG-Bubble, Entscheidungen werden per SWOT-Analyse, Marginalkostenrechnung oder Game Theory gefällt, die BWLer machen Witze über die VWLer und umgekehrt, mit Leuten von ausserhalb der Uni haben sie nur selten Kontakt. Auch wenn sich einer von ihnen für einen Riesenplayer hält, bleibt das weibliche Geschlecht für die 4 Jungs zu einem grossen Teil ein Mysterium, schliesslich sind Frauen in ihrer Studienrichtung massiv untervertreten. Das alles beginnt sich auf einmal zu ändern als neben Leonhard und Xheldon die hübsche Blondine Rebella (Rufname Reblla) einzieht. Mehr will ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Ich nenne die Serie:

    *drumroll*

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    Hat jemand schon Ideen für die Besetzung? Du könntest doch auf dem Festivalgelände bereits einmal ein paar Rollen vorcasten Adi ;-) (kk)


    12:59 Long live Petrus! Also ich werde ja schon fast ein bisschen schadenfreudig, wenn ich an den Himmel schaue. Nicht, dass ich dir gutes Wetter nicht gönnen mag, lieber Adrian, aber ich rede mir einfach ein, dass es viel angenehmer ist, in der Bib zu lernen, als im Sittertobel im Regen zu stehen. Ich wälze mich lieber durch mein 700-seitiges Skript als durch den Schlamm am Openair. (na)

    Skript


    11:43 Kommt er oder kommt er nicht? Gewiss lebe ich noch. Teils. Gestern schwelgte ich wie Mo in Erinnerungen an die rebellische Jugend. Dann ging alles schnell: ein bisschen Bier, ein bisschen Rauchen, dazu ganz viel Musik und Tanz. Und heute soll das passieren, womit alle schon gerechnet haben. Sankt Gallen soll zu Schlammgallen werden. So sind die Stiefel und der Regenponcho seit der Ankunft bereitgelegt. Doch hört! Meteo Schweiz zeigt auf dem Regenradar, wie das Wölkchen zwar kurz vorbeischauen soll, nach 20 Minuten solls dann wieder vorbei sein. Ob’s zum Schlammcatch reicht? (ak)

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    Samstag (!!!) 09:40 Lebst du schon? Heute wäre ja eigentlich der perfekte Tag, mal zum Zeitpunkt der Bib-Öffnung schon in den Startlöchern zu stehen, und nicht erst zwei Stunden später einzutrudeln, schliesslich öffnet die Bib samstags ja erst eine Stunde später als üblich. Aber weit und breit sehe ich nichts von Luana, Adi, Kevin oder Moritz. Moritz ist entschuldigt, der ist wahrscheinlich noch nicht zuhause und steckt im Appenzell fest. Von Adi zumindest weiss ich, dass er eigentlich mit dem Gedanken spielte, heute mal vorbeizuschauen. Adi auf meine Frage per Whatsapp, ob er schon lebe oder noch katert: “teils teils”. Ich glaube, das wird heut nichts mehr, oder? (na)

    Orangensaft


    00:30 Heimkehr
    In den falschen Bus eingestiegen – in Appenzell Ausserrhoden gelandet, schöner Kanton doch mittelfristig nicht so meins. Warte auf Bus heim nach St. Gallen – Rise Against war ganz gut, erinnerte an vergangene Zeiten, rebellischere Zeiten. Noel Gallagher absolutes Highlight des Abends, Britpop vom feinsten. Don’t look back in anger what is there more to say? Oasis ohne Liam! (mh)


    21:57 Schlussstrich. Wer kennt sie nicht, die herbe Enttäuschung wenn bald nach Dämmerung die Schliessung der Bib in Windeseile (weil time flies when you’re having fun und so) näher rückt und es Zeit wird seine sieben Sachen zu packen und nach Hause zu gehen. Was mich in solchen Momenten aufheitert, ist der wohlige Gedanke daran, dass das Ganze am nächsten Morgen ja Gott sei Dank wieder von Neuem beginnt und ich mich dementsprechend auf einen weiteren Tag voller Freude, Spass und Spannung freuen kann! Ich wünschte es würde niemals enden. (lr)

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    16:58 Science Bitch! Hitzköpfig? Nein. Wirr? Ein bisschen. Allerdings sollte man nicht unbedingt mit Steinen werfen, wenn man in einem Zelt mit kopulierenden Plastikflamingos sitzt ;-) Rechthaberisch? Auf jeden Fall. Das Niveau am OpenAir ist rund 170 Meter tiefer als in der Bib. Case Closed. (kk)

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    16:19  Klima: tropisch. Stimmung: heiss. Lieber Kevin, kühle deinen Kopf. Du scheinst mir wirre Sachen zu tickern! Derweil bin ich mit meiner Truppe in ein schwedisches Einrichtungshaus hier ganz in der Nähe gepilgert (BWL I, Übung 3). Da gibts ja saugünstiges Essen. Und Kinder. Und Duschvorhänge. Schöner Campen, heisst unser Motto eben! Ich entdecke übrigens immer mehr Gemeinsamkeiten mit der Bib: hier ist es sicher genauso schwül wie bei euch. ;) (ak)

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    16:09 So nah und doch so fern. Da Gallus wieder einmal im “On-Teil” seiner On-Off Beziehung mit Petrus zu sein scheint, habe ich das Closed Air verlassen und bin den Hügel hinter meiner Wohnung hochgekraxelt. Das Resultat enthält sowohl die HSG als auch das OpenAir, welches allerdings aufgrund des zu tiefen Niveaus nicht sichtbar ist ;-).

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    Wie kann man bloss so zerfressen von innerem Hass sein, dass man sich selbst und anderen das Geschenk des Lebens nimmt, nur weil jemand Photonen mit einer anderen Wellenlänge reflektiert oder weil jemand an eine andere Metaphysik glaubt? Ich werde das nie verstehen. Arme Menschen, schöne Welt; fuck your terror, life is beautiful <3 (kk)

     


    12:02 No place I’d rather be. Die Assessis sind durch mit den grossen Prüfungen und das merkt man auch am Füllgrad der Bib. Herrlich, jedoch ungewohnt leer und kühl ist es hier drin – also wohl ganz so wie auf dem Festivalgelände, stelle ich mir vor. (lr)

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    09:56 Guätä Morgä, es Kaffi und es Gpfeli bitte. Das Gute am Openair ist ja, dass man nie zu lange schläft. Weil die Sonne sowieso ab 7:30 Uhr beginnt das Zelt aufzuheizen, flüchtet man sich spätestens ab 10 Uhr hinaus. Erst unter den Pavillon – Augen reiben, Kräfte sammeln – und dann ab ins Z’morge-Zelt!

    P.S.: Da fühlt sich’s wie daheim (a.k.a. Dufourstrasse 50) an.. Kaffee aus dem Pappbecher mit Rührstäbli. (ak)

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    08:59 Morgenstund hat Müesli im Mund, ebenfalls ohne Cocktailsauce ;-) (sb)

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    22:09 Karl Wer? Ich hab Level 1 erreicht: Bier für 6.50 Fr. und Chicken Tandoori im Fladenbrot (ohne Coktail-Sauce) für 10.- Fr. gekauft mit meinem Cashless-Bändeli. Dazu das erste (persönliche) Highlight des Openairs: Frank Turner, angekündigt als Punkpoet. Sein seichter “Punk” ist das, was meinem lernüberstressten Kopf jetzt hilft, in’s Wochenende zu taumeln. Das teure Bier war seinen Preis wert. Vielleicht. Bis morgen. (ak)

     

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    21:00 I read some Marx and I liked it! Aufgrund der aus meinen eigenen Festivalerfahrungen extrapolierten negativen Korrelation zwischen der Aufnahmefähigkeit in der Bib und jener auf dem Festivalgelände schliesse ich, dass heute Abend vermutlich keine Replik mehr aus dem Sittertobel kommen wird (und wohl auch sollte). Ich habe den Prokrastinationsteil meiner Lernzeit heute allerdings wirklich produktiv genutzt und Karl-Marx-Musikvideos gesucht. Dementsprechend möchte ich euch die folgende Internetperle trotzdem nicht vorenthalten: (kk)


    17:25 Wer hat das bessere Line-Up? Hey Adi, ich hab da mal kurz das OASG Line-Up für heute abgecheckt und dies mag vielleicht auch daran liegen, dass ich langsam alt werde, doch diese Namen sagen mir ehrlich gesagt überhaupt nichts. Jetzt, schau dir einmal mein hochkarätiges Programm für heute Abend an. Was ist eine “Antilopen Gang” schon gegen Legenden wie Friedrich Engels und Karl f*cking Marx? (kk)

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    16:45  Es wäre schon lange soweit gewesen! Seit Wochen sehne ich ich nach dem Moment, endlich wieder vor den Toren des Prüfungsraumes auf dessen Öffnung zu warten! In der prallen Sonne unter der Pyramide warten mit mir mehrere dutzend BIA-Studenten darauf, morgen um 08.15 Uhr den Prüfungsraum zu stürmen und den besten Sitzplatz zu ergattern. Oh wie froh ich doch bin, morgen eine Prüfung schreiben zu dürfen und nicht am OASG schmachten zu müssen! (na)

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    15:40  Es ist soweit! Seit Wochen sehne ich mich nach dem Moment, endlich wieder vor den Toren des Openairs auf deren Öffnung zu warten! In der prallen Sonne warten mit mir mehrere tausend Menschen darauf, um 17 Uhr das Gelände zu stürmen und den besten Zeltplatz zu ergattern. Oh wie froh ich doch bin, jetzt nicht in der Bib zu schmachten! (ak)

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  2. #studyporn: Jetzt wird richtig hart studiert!

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    Die zweite Woche der Lernphase neigt sich langsam dem Ende zu und die anfängliche Motivation ist längst irgendwo in den gefühlten 200 Seiten Text pro Tag hängen geblieben. Was macht man mit Pandas, welchen die Lust auf Pandas fehlt? Richtig, man zeigt ihnen Pandapornos. Gemäss Studien sprechen Studenten nicht oder nur zu einem sehr kleinen Teil auf Pandapornos an. Dies ist jedoch kein Problem, schliesslich sollen sich Studenten mit Skripten und nicht mit Pandas befassen. Die dementsprechende Lösung lautet «studyporn» : Die visuelle Stimulation der Lerntriebe der Studierenden.

    Die prisma-Redaktion hat dafür gleich selbst zur Kamera gegriffen und Lernviagra für (beinahe) alle Vorlieben geschaffen, von professionellen Szenen bis zu authentischen Amateuraufnahmen:

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    Na, spürst du schon etwas?

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    Manche mögen es auch mitten in der Öffentlichkeit…!

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    Ja, Steuerrecht ist in der Tat zum Weinen. Doch frag doch einmal den Sepp (wenn du ihn findest), das Steuerrecht zu kennen ist immer noch besser als Steuern zu bezahlen!

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    So sieht ein befriedigtes OR aus! Das Gesetz respektive die Gesetzeslücken werden von allen Seiten mit Post-It’s penetriert :O

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    Auch Taschenrechner können sexy sein.

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    Bei manchen Prokrastinationsexperten funktioniert es nur noch auf die harte Tour!

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    Vorfreude ist die schönste Freude

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    “Ganglearning” mit dem liebsten Lerntoy der HSG-Studenten

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    Nicht bei allen darf die NSA “mitlernen”

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    Wenn alles nicht mehr hilft kann man sich das Skript immer noch mit Drogen schöntrinken ;-)

     

  3. … diese Prüfungseinsichten

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    Ich bin mittlerweile seit vier nebligen Herbsten in St.Gallen und rege mich in regelmässigen Abständen gleich stark über die Prüfungseinsichten auf. Und jedes Semester motze ich rum, bis der Ärger dann doch ziemlich schnell wieder vergeht, und irgendwann vergeht er immer, es sind ja nur Noten. Und ich tue nichts.

    Aber ähnlich nobel wie Emma Watson in ihrer Rede frage ich mich nun: “If not me, who? If not now, when?”

    Also, here it goes: Mitte Juni habe ich Mikro III geschrieben. Welch emotionaler Moment! Die meisten VWLer in der Leserschaft werden es nachempfinden können, diese vielen Modelle und ewig langen Übungsblätter und WTF?-Lösungswege und WTF?!!-Prüfung, endlich fertig.

    Aber trotz intrinsischer Motivation, Lernen fürs Leben und anderer studentischer Tugenden war das für mich nicht das Ende der Geschichte. Was fehlte? Die Note, natürlich. Die elende Note. Die erschien dann am 7. August (+48 Tage nach der Prüfung) in der Notenvoranzeige.

    Nun also mein erster Einwand: Muss das sein? Wieso sollen Studenten ewig auf Noten warten, die schon lange feststehen? Klar, vielleicht bin ich als VWL-Student ignorant, schliesslich sind ein paar Grenzraten schneller korrigiert als ein Aufsatz über die Rechtsgeschichte. Und Nachholprüfungen finden ja erst später statt. No big deal, meine ich eigentlich, denn ich sehe wahrlich nicht ein, weshalb alle Noten gleichzeitig erscheinen müssen.

    Gestern also 23. September, Prüfungseinsicht für Mikro III (+96 Tage nach der Prüfung): Ich sitze um 11:15 Uhr glücklicherweise als erster beim Professor alleine im Büro, die anderen 15 Studierenden warten draussen; “einer aufs Mal” heisst es hier. Jetzt soll ich mir konzentriert die Prüfung anschauen, meine Antworten mit der Musterlösung vergleichen – zu einem Stoff, den ich seit über drei Monaten nicht mehr vertieft behandelt habe – während der Prof mir alle zwei Minuten über die Schulter schaut, und ich mir ständig bewusst bin, dass ein Mob voller ungeduldiger Kommilitonen vor der Tür auf mich wartet. Toll.

    Wie gesagt, ich bin kein Jurist, aber die gegenwärtige Regelung erscheint mir unsinnig und ungerecht. Denn das Einzige, was ich heute Morgen sinnvollerweise tun konnte, war, meine Punkte zusammenzuzählen. Diese Chance ist gewiss nicht zu unterschätzen. Ich habe schon von genug Freunden gehört, bei denen falsch zusammengezählt wurde oder gar ganze Aufgaben vergessen gingen. Und in meiner Mikro-Prüfung fand ich tatsächlich noch einen einsamen Punkt (eine bessere Note gabs leider nicht).

    Aber viel wichtiger erscheint mir – vor allem an einer Universität – die Möglichkeit, inhaltlich zu argumentieren. Fragen können missverständlich formuliert sein, und es gibt – spätestens seit der Mittelschule – nur selten eine einzige korrekte Antwort. Eine Prüfungseinsicht wäre nach diesem Verständnis nicht bloss dazu da, Studierende Punkte zusammenzählen und auf Flüchtigkeitsfehler der korrigierenden Person hoffen zu lassen. Stattdessen könnten sie ihre vermeintlich falschen Antworten vertreten und dem Professor einen zur Musterlösung alternativen ebenbürtigen oder gar besseren Argumentationsweg aufzeigen. Oder eben (und dieser Punkt ist genau so wichtig) verstehen, wo sie falsch lagen.

    Eine Prüfungseinsicht in diesem zweiten Sinne bleibt mir im jetzigen System verwehrt. Nach mehr als einem Vierteljahr seit dem Kurs und der anschliessenden Prüfung hat der normale Student keine realistische Chance, sich innert weniger Minuten unter Zeitdruck auf einen Diskurs mit einer Autoritätsperson vorzubereiten, die ihr berufliches Leben dem Thema gewidmet hat.

    Meine Vermutung ist, dass ein solcher Diskurs auch im Sinne vieler Dozierenden wäre (oder dass sie sich an einem solchen wenigstens nicht stören würden) und dass die gegenwärtige Prüfungseinsicht bloss eine weitere unverständliche administrative Regelung ist.

    Den einzigen Grund, den ich erkennen kann, die Noten dermassen spät zu veröffentlichen, die Prüfungseinsichten noch später und zeitlich unflexibel festzulegen, und sie dann noch möglichst mühsam und umständlich zu organisieren, ist, die Rekurswahrscheinlichkeit zu reduzieren. Und dies, meine lieben Prüfungseinsichts-Regulatoren, ist ein Grund, der einer wissenschaftlichen Institution wie der HSG unwürdig ist.

    “Who Cares” schreien mir manche Freunde ins Ohr, da draussen gibts Politik und Kriege und Krankheiten, und ich naiver Student rege mich auf über – wait for it – Prüfungseinsichten? GET A LIFE. Und Recht haben sie natürlich schon, denn mein Problem ist im Vergleich so unbedeutend und so klein. Aber kleine Probleme haben eben oft auch einfache Lösungen.

    Und ich weiss, dass vielen Studierenden die Prüfungseinsicht und der Diskurs am Arsch vorbeigehen, aber wenn ich in Mikro III eine Sache gelernt habe, dann Folgendes: Wenn es eine Möglichkeit gibt, selbst ein paar Wenige besserzustellen, ohne jemand anderen schlechter zu stellen, dann soll man sie wahrnehmen. Alles andere ist ineffizient.

  4. „Vorlesungen gehören ins Mittelalter!“

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    prisma besuchte die Dozierendentagung zur Zukunft der Lehre im Kongresshotel Einstein und war positiv überrascht wie intensiv und durchaus (selbst)kritisch die Diskussionen geführt wurden.

    Welcher Student kennt das nicht? Während dem Semester ist man geistig höchstens zur Hälfte anwesend, dafür wird dann in den ein, zwei Wochen vor den Prüfungen gelernt was das Zeug hält. Das eigentliche Verständnis der Materie ist dabei eher zweitrangig, im Vordergrund steht das Bestehen der Examen. Ist dies geschafft, geht das unter Zeitdruck eingeprägte Wissen dann schon an der nächsten „Memory Clear“ Party wieder flöten. Diese weitverbreitete Art zu lernen bezeichnete Dieter Euler vom Rektorat für Qualitätsentwicklung in seiner Eröffnungsrede zur Tagung als „Surface-Learning“ oder auch leicht pejorativ als „Bulimie-Lernen“.

    Eine schlechte Win-Win-Situation

    Die Dozierenden schoben den schwarzen Peterli jedoch nicht einfach den Studierenden zu. Die derzeitige Studienstruktur fördert Erledigungsdenken, sowohl bei den Studenten als auch bei den Professoren. Will ein Dozent beispielsweise offene Fragen, welche ein vertieftes Verständnis des Stoffs verlangen, in eine Prüfung einbauen, macht er sich für die Korrektur einen enormen Mehraufwand. Gleichzeitig rebellieren die Studierenden, weil sie die Lösung für die Frage nicht auf einer Karteikarte ablesen konnten. Daraus ergibt sich dann ein suboptimales Equilibrium, in welchem vor allem auswendig gelernte Konzepte abgefragt werden.

    Dabei herrscht eigentlich ein breiter Konsensus, dass stures Auswendiglernen in einer Welt in der alles Wissen nur einen Klick entfernt ist keine Validität mehr hat. Rektor Thomas Bieger betonte, dass die Welt zunehmend inkonsistent wird und die Universität die Studenten auf noch nicht vorsehbare Veränderungen vorbereiten muss. Anstatt Modelle zu memorisieren, die schon in fünf oder zehn Jahren vollkommen überholt sein könnten, braucht es ein funktionales Verständnis der Grundlagen, Kollaboration und vor allem Kreativität, welche die vielleicht wichtigste Ressource des 21. Jahrhunderts ist. Wie prophezeite schon Isaac Asimov: „The lucky few who can be involved in creative work of any sort will be the true elite of mankind, for they alone will do more than serve a machine.“

    Von „Surface-Learning“ zu „Deep Learning“

    Vor allem die klassischen Vorlesungen standen arg unter Beschuss. Im Mittelalter, als Bücher noch ein Luxusgut waren, habe es tatsächlich Sinn ergeben, dass ein Professor den Studenten vorliest. In der heutigen Zeit seien Vorlesungen, deren Inhalte 1:1 dem Textbuch entsprechen, reinste Ressourcenverschwendung, erklärte ein Professor in der Kaffeepause. Auch für Thomas Bieger ist klar, dass das Endziel „Flipping“ sein muss. Das bedeutet, dass die Grundlagen per Buch/Podcast von zu Hause aus erarbeitet werden, während die Lehrveranstaltungen integrativ und interaktiv gestaltet werden, z.B. in Form von Arenadebatten, Gerichtsverhandlungen oder Wirtschaftssimulationen.

    Der Inhalt und die Struktur der Lehre müssen also neu aufgebaut und verpackt werden, darüber sind sich (fast) alle einig. Wenn es jedoch um konkrete Vorschläge geht, scheiden sich die Geister oftmals: Weniger Kurse, weniger Prüfungen, kleinere Unterrichtsgruppen, mehr Kontext, „Achievements“, studentisches Mitspracherecht beim Kursangebot, Fachschaften, Enterpreneurial Year mit Nord-Süd Austausch oder ein Innovative Teaching Award, um nur einige der genannten Lösungsansätze zu nennen.

    Alles in allem war die Tagung ein gelungenes und anregendes Brainstorming. Welche der vielen Ideen am Ende umgesetzt werden, werden die nächsten Jahre zeigen. So oder so, ein bisschen beneide ich die Studenten der Zukunft schon heute.

     

     

  5. Ein Lernmorgen in St. Gallen

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    Die St. Galler Studierenden gelten als ehrgeizig, entschlossen, diszipliniert.

    Lisa schmeisst ihre Louis Vuitton Tasche auf den Tisch. Mit Lisas dünner, eher zerbrechlichen Gestalt ist man geneigt zu meinen, die Tasche sei leicht – aber nein, oh nein. Man bemerkt die Erleichterung in Lisas Gesicht, die Wucht, mit der die Tasche fällt, der Knall, der entsteht, als sie landet. Und dann, man kann es kaum fassen, was Lisa da nun alles rauszieht, Stück für Stück, endlos; sie eine Zauberin, und ich ein begeistertes Kind. Der Wahnsinn. Erster Ordner, ein Skript, ein Buch, aber was für ein riesiges Buch!, erste Schachtel Karteikarten, zweite Schachtel Karteikarten, iPad, iPhone, Macbook, zweiter Ordner, dritt- ah nein, da hat Lisa doch genug und lässt ihn wieder in die Tasche versinken. Das muss also reichen für den Anfang.

    Diese Universität sei kein Kinderspiel, heisst es von allen Seiten. Wäre natürlich auch nicht zu erwarten, man muss doch nur schauen, wie viele CEOs, CFOs, COOs, CTOs, CLOs, CROs sich hier schon durchgekämpft haben. Doch die richtigen HSGler, die meistern diese Unmengen an Stoff mit Bravour. Siehe Lisa: Um 10.30 Uhr sitzt sie bereits in der Halle des Bibliotheksgebäudes mit einem Arsenal an Lernmaterial. Die nächsten fünf Stunden werde sie hier konzentriert lernen, mindestens, macht sie ihrer Freundin am Telefon klar. Nein, sie komme heute weder ins Bodytoning noch ins Spinning noch ins Yoga. Heute ist Lerntag. Stoisch legt sie ihr iPhone auf die Seite, nicht zu nah, aber auch nicht zu weit weg, nicht im Vordergrund, und gleichwohl noch im Blickfeld. Sie lehnt sich noch ein letztes Mal zurück, streckt ihre Arme in einer eleganten, dehnartigen Bewegung aus, rotiert den Kopf langsam nach links, nach rechts, und macht sich an die Sache. Sie zieht einen Ordner vorsichtig von ihrer beträchtlichen Sammlung hervor, schlägt ihn auf, atmet tief ein, und liest. Und wie sie liest! Mit ihrem Leuchtstift streicht sie an, was das Zeug hält, immer mehr, Zeile für Zeile, sodass es einem vorkommt, als habe sie vielleicht eine spezielle Strategie, als wäre das Nicht-Angestrichene das, was zählt, und nicht umgekehrt.

    BZZZZZ. Lisas iPhone vibriert neben ihr, und mit dem iPhone der ganze Tisch. Der Leuchtstift bleibt auf der Stelle stehen, Lisas Kopf weiterhin auf der Seite im Ordner fixiert. Sie wirkt verunsichert, gespalten zwischen dem iPhone und dem Ordner. BZZZZZ. BZZZZZ. Es vibriert nochmal. BZZZZZ. Ohje, das muss ja wichtig sein. Ein Börsen-Crash vielleicht? Auch die Lernenden an den anderen Tischen haben ihren Blick nun auf Lisa gerichtet, sichtlich gespannt, wie sie reagiert. BZZZZZ. Das wars, Lisa lässt den Leuchtstift fallen, greift zum iPhone, streicht ihren Daumen über den Bildschirm. Sie fängt an, mit ihren Daumen auf dem Bildschirm herumzudrücken, so unglaublich schnell. Man schaut begeistert zu, sie ist in ihrem Element, das ist Kunst.

    Ohne Vorwarnung steht sie nun abrupt auf, greift ihre Jacke, den Schal, lässt alles andere da, und spurtet zum Ausgang. Man vermutet, es sei etwas Schlimmes, etwas Tragisches vorgefallen, man will ihr helfen, aber alles halb so wild, wie sich herausstellt: Rauchpause mit der Freundin. Erste Zigarette. Ob sie gestern im Ele gewesen sei. Sicher, und dann noch im Trischli, und dann noch im Backstage, lustig sei es gewesen, sie wisse zwar nicht mehr alles, und sie sei heute morgen so kaputt gewesen, aber hey, YOLO. Zweite Zigarette. Ob sie schon ein Praktikum habe für den Sommer. Ja klar, bei der UBS, ihr Dad kenne da jemanden, voll die gute Bezahlung, und auch sonst, in Zürich arbeiten sei einfach geil. Dritte Zigarette. Ob sie schon gelernt habe auf die Prüfungen. Ja, gerade eben, aber sie müsse noch mehr machen heute, es sei so viel zum Lernen, und in der Lernpause sei sie ja in der Karibik.

    Zu zweit kehren sie nun wieder ins Gebäude, holen sich einen Kaffee, und begeben sich wieder an den Tisch, wo Lisas Ordner noch offenliegt und wartet. Lisa schliesst den Ordner und schmeisst ihn wieder in die endlose Tasche. Das wars wohl schon mit dem ersten Fach, so schnell geht das, so effizient sind diese HSGler, das macht einen doch zuversichtlich für das Wirtschaftswachstum unseres Landes. Lisa und ihre Freundin trinken ihren Kaffee langsam, reden über dies und das, über den und über die, man kommt gar nicht mehr mit. Es scheint allerdings nichts mit den Ordnern oder den Büchern oder den Karten zu tun zu haben, denn diese liegen allesamt auf einem Haufen auf der Seite.

    Nach einer Weile packt Lisa alles wieder in die endlose Tasche, Stück für Stück werden iPad, Macbook, Ordner, Bücher, Karten wieder von der Dunkelheit verschlungen. Man versucht zu verstehen, was passiert ist, und allmählich wird es klar: Sie gehen in die Mensa, um den grossen Ansturm zu umgehen, den es nachher mit Sicherheit gibt.  Aber Lisa macht vorher noch einen Telefonanruf, es scheint wieder die zu sein, mit der sie am Morgen bereits telefoniert hat: Sie komme zwar nicht ins Yoga, aber doch ins Spinning und ins Bodytoning. Immerhin habe sie am Morgen aussergewöhnlich viel für die Uni gemacht.

  6. It’s Procrastination Time!

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    Für eine genügende Note in einem Fach sind per definitionem dreissig Arbeitsstunden pro ECTS-Point – an der HSG ganz einfach «Credit» genannt – nötig. Dieser eine Satz ist eigentlich das einzige, was im normalen Universitätsalltag von der Bologna-Reform zu sehen ist. (mehr …)

  7. Welcher Drink gibt den besten Energieschub?

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    Jeder der es schon einmal versucht hat, weiss, dass eine Nacht durchzulernen entweder einen sehr eisernen Willen oder eine grosse Menge an Energiedrinks voraussetzt. Das Magazin Saldo nahm sich bereits 2008 dieser Problemstellung an und untersuchte die Getränke diverser Hersteller. Da diese Erkenntnisse in der Lernphase oft Anwendung finden, folgt hier die Auswertung.  (mehr …)