Author Archives: Jonas Streule

  • Horn oder nicht Horn?

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    Ende November sind knapp 5.5 Millionen Stimmberechtigte dazu aufgerufen an der Urne über die Vorlage «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)» abzustimmen. Auf den ersten Blick mag das auch für hartgesottene Demokraten ein wenig befremdlich wirken. Stimmen wir jetzt bald auch über das Angebot in der Uni-Mensa an der Urne ab? Oder wie es die Gegner der Vorlage formulieren: So eine Detailfrage gehört nicht in die Bundesverfassung. Falsch. Die nötigen 100’000 Unterschriften waren schnell zusammen und so haben die Unterzeichner die Frage nach der Wichtigkeit dieser Frage bereits beantwortet.

    Der Initiant und kurlige Bergbauer Armin Capaul wollte sein Anliegen bereits auf dem parlamentarischen Weg einbringen, was erfolglos blieb. Und was macht man in der Schweiz, wenn der Gesetzgeber nicht spuren will? Genau. Es wird eine  Initiative lanciert. Doch welches «Problem» soll denn genau angegangen werden? In der Schweiz leben rund eine Million Kühe, doch nur zehn Prozent tragen ihre Hörner. Wo sind denn die anderen 1.8 Millionen Hörner hin? Diese dürfen gemäss Artikel 32 der Tierschutzverordnung in den ersten drei Lebenswochen unter Schmerzausschaltung durch eine Person mit Sachkundenachweis «entfernt» werden.

    Praktisch wird daraus ein Ausbrennen der Hornanlagen unter Lokalanästhesie. Ein 700 Grad heisser Eisen-Kolben wird dazu ca. 15 Sekunden auf die Hornanlage des Kalbes gedrückt. Das dies die Tiere ein Leben lang beeinträchtigt, zeigen zwei jüngst veröffentlichte Studien, wie bereits das Tagblatt und die Bauernzeitung berichteten.

    Doch warum macht man überhaupt diesen Eingriff? Kühe ohne Hörner können sich, andere Tiere und auch Menschen weniger verletzen. Die Hörner sind ein Mittel der Tiere, um sich Platz und auch Respekt zu verschaffen. Tragen die Tiere ihre Hörner nicht, sinkt das Verletzungsrisiko. Es ist wohl allgemein anerkannt, dass das Enthornen die Arbeit und die Produktion mit den Tieren einfacher und sicherer macht.

    Um dennoch die Hörner zu den Tieren zurück zu bringen, will Armin Capaul die Bauern entschädigt haben, die auf die Enthornung verzichten und so Nachteile in Produktion und täglicher Arbeit auf sich nehmen – zugunsten des Tierwohls. Es soll kein zusätzliches Geld ausgegeben werden, denn die Mittel sollen aus dem bestehenden Direktzahlungs-Topf umverteilt werden.

    Sowohl National-, wie auch Ständerat empfehlen die Vorlage zur Ablehnung. Nun ist es an den Stimmbürgern zu entscheiden, ob sie, wie auch Armin Capaul, für das Wohl der Tiere einstehen wollen.

    Damit der ohnehin bereits harte Verteilungskampf um die knappen Direktzahlungen nicht weiter verschärft wird, fordert der Bauernverband, dass für die Umsetzung der Initiative neue Mittel bereitgestellt werden. Was in Anbetracht des am Gesamthaushalt des Bundes gemessenen sinkenden Budgets für Direktzahlungen durchaus sinnvoll scheint. Der Bauernverband hat Stimmfreiheit beschlossen. Zum Kreis der Befürworter zählen sich von den relevanten politischen Kräften einzig die Sozialdemokraten.

    Studie 1 https://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2018/sonntagszeitung-kuehe-brauchen-hoerner

    Studie 2 https://www.tagblatt.ch/schweiz/hornkuh-initiative-kaelber-leiden-unter-dem-enthornen-ein-leben-lang-ld.1046130

    https://www.arte.tv/de/videos/079473-001-A/re-die-wuerde-der-kuh/

    Initiative im Wortlaut: https://www.bk.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis456t.html

  • Stimmrecht für Ausländer mit Niederlassungsbewilligung C

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    CONTRA

    Ausländerstimmrecht

    Status quo: Der Schweizer Pass ermöglicht das Stimmen und Wählen auf allen politischen Ebenen. Warum der Schweizer Pass die Linie ist, um Stimmen und Wählen zu können, und nicht die C Bewilligung, soll im Folgenden dargelegt werden. Die Wählerinnen und Wähler steuern so gemeinsam das «Schiff», auf dem sie alle sitzen. Doch gibt es auf diesem Schiff auch einige Passagiere, die nicht am kollektiven Meinungsbildungs- und -äusserungsprozess teilnehmen dürfen. Während die Frage um das fehlende Stimmrecht von Kindern oder Menschen, die kurz vor ihrem Lebensende stehen, nie ernsthaft zur Debatte steht, werden vermehrt Stimmen laut, die ein Ausländerstimmrecht fordern: Jeder und Jede mit Niederlassungsbewilligung C soll die gleichen Stimm- und Wahlrechte bekommen, wie die Besitzer eines Schweizer Passes. Das ist Blödsinn.

    Rechte und Pflichten

    Der Schweizer Pass ist wohl einer der begehrtesten Pässe der Welt. So kann man auch jeden verstehen, der das rote Büchlein gerne haben will. Leider hat sich unser Verhältnis zu genau jenem Stück plastifizierten Papier banalisiert: Es ist nicht einfach irgendein Dokument. Es zeichnet jene Personen in diesem Land aus, die zusammen das Staats- und somit auch das Wahlvolk darstellen. Dieser zugegebenermassen durch das Wahl- und Stimmrecht privilegierte Status beinhaltet sogleich Recht und Pflichten. Die Wehrpflicht, die mindestens die Männer unter uns trifft, sei nur ein Beispiel. Wir haben Verfahren und Prozesse festgelegt, die bestimmen, wer in diesen Kreis eintreten darf. Die Anforderungen für den Schweizer Pass verlangen eine gewisse Sozialisierung in der Schweiz sowie die Absicht, dieses schöne Land zu seiner Heimat zu machen. Klar gibt es Hürden. Doch wer bereit ist, diese zu überwinden, um auch mit ans Steuer zu kommen, darf dies gerne tun.

    PRO

    Wer wollte nicht auch schon einmal schlechter behandelt werden, nur weil seine Eltern nicht aus dem «richtigen» Land kommen?

    Richtig – niemand will das!

    Um jedoch die politische Zukunft in der Schweiz kurz- und langfristig mitgestalten zu können, muss man einen Schweizer Pass besitzen. Nun gut, mit Rechten kommen immer auch Pflichten. Doch sprechen wir jetzt einmal nicht vom Militärdienst, der sowieso nur die Männer betrifft. Sprechen wir davon, dass alle AusländerInnen mit einer sogenannten C-Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz steuerpflichtig sind. Oder davon, dass diese Menschen teilweise ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht haben und sich ebenso gut mit den Schweizer Traditionen auskennen wie ich – eine der «Glücklichen» mit Eltern der «richtigen» Herkunft.

    In der Schweiz ist das Bürgerrecht noch immer an finanzielle Mittel gebunden. Aus meiner Sicht ist ein solcher Zensus bei unseren Abstimmungen nicht wünschenswert, eher sollte er verboten sein. Aus diesem Grund scheint es mir eine Farce, den Politik-interessierten Erwachsenen die Möglichkeit zu nehmen, aktiv an der Schweizer Politik teilzunehmen. Geben wir ihrer Meinung im politischen Diskurs ein Gewicht. Das wird ohne das Stimmrecht nicht geschehen, denn wer nicht stimmen darf, dem seine Stimme wird in der Politik auch nicht gehört. In der Schweiz gibt es einen genügend grossen Prozentanteil der Bevölkerung, der gerne mitbestimmen würde, dies jedoch nicht darf. Ausserdem nutzen viele BürgerInnen dieses «exklusive» Recht gar nicht aus und leben nach der Philosophie «die Anderen werden das schon regeln». Wenn die Schweiz wirklich eine Demokratie sein will, dann sollte doch zumindest der Grossteil der Bevölkerung, vor allem jene BürgerInnen, über deren Lebensalltag letztendlich entschieden wird, mitbestimmen können.
    Also gehen wir auf unsere MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund zu und verhindern wir die Bildung von Subkulturen, weil man sich vom politischen System ausgeschlossen fühlt! Eine Schweiz für alle, nicht nur die, welche das nötige Glück hatten.

  • «Ich habe eine Süssigkeit geklaut»

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    Sie untersucht Täter- und Opferpsychologie; Dr. Revital Ludewig vom Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis über das Gute und Böse im Menschen und die Ursprünge der Klischees der HSG.

    In Gehdistanz zur Uni treffen wir Dr. Ludewig in ihrer Wohnung am Rosenberg. Hier wohnt sie mit Ehemann und Tochter auf zwei Etagen. Die Aussicht auf das schöne St. Gallen ist beeindruckend. Eine Katze streift durch die Wohnung, bleibt aber auf sicherer Distanz. «Normalerweise zeigt sie sich nicht gleich bei der ersten Begegnung mit Gästen», merkt Ludewig an, als sie uns ein Glas Wasser einschenkt.

    Gatter- oder Dufourstrasse?

    Revital Ludewig ist seit 18 Jahren an der HSG. Seit zwei Jahren sind sie und Ihr Mann Schweizer Bürger, wie sie uns erzählt: «Wir mussten eine Prüfung machen. Wir mussten sogar die Busstationen kennen.» Beide haben gut abgeschnitten. «Ich hatte Dank des korrekten Namens der Busstation einen Punkt mehr als mein Mann», erzählt Ludewig mit einem Lächeln. Als Vorbereitung auf den Einbürgerungstest hat sie sogar den entsprechenden Kurs besucht. Nicht etwa, weil Ludewig den Test sonst nicht geschafft hätte: «Es war wunderbar und spannend zu sehen, wie eine Lehrerin Ausländerinnen und Ausländern, die teilweise keine Schulbildung hatten, das Rechtssystem der Schweiz mit Rechten und Pflichten erklärt», schwärmt Ludewig von damals.
    Zusätzlich musste Sie noch belegen, dass Sie überhaupt Deutsch spricht. «Ich habe dann einfach einen Artikel von mir aus der NZZ eingereicht», führt Ludewig amüsiert aus.

    Die Elite vom Rosenberg

    Die Klischeereiterei zu Lasten der HSG und ihren Studierenden geht auch an Ludewig nicht unbemerkt vorbei: «Ab und zu muss ich die HSG rechtfertigen und sagen: Nein, sie sind nicht so schlimm, wie man denkt», erzählt sie und analysiert die Beweggründe: «Da in St. Gallen die Maturitätsquote nur 15 Prozent beträgt, gehören die Studierenden per se zu einer Bildungselite.» Zudem gibt es einen alten Streit in Verbindung mit dem Bau des Hauptgebäudes, denn es bestand die baurechtliche Auflage, dass dieses nicht zu weit in die Höhe gebaut werden darf. Man wollte wohl verhindern, dass die Universität allzu prominent auf dem Rosenberg über der Stadt thront. Die strikte Selektion für ausländische Studierende bestärke das Klischee einer abgehobenen Elite.
    Zu guter Letzt macht die Psychologin einen weiteren Grund für die Vorverurteilung der Uni aus: Die Schwerpunkte liegen in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. «Beide Gebiete sind häufig mit der Assoziation verbunden, viel Geld verdienen zu wollen», analysiert Ludewig. Deshalb begrüsse sie auch die Weiterentwicklung der Uni in den Studienrichtungen Medizin und Internationale Beziehungen.
    Ihre eigene Tochter, welche zurzeit ihre Matura in St. Gallen macht, will dennoch nicht an die HSG. «Ich versuche sie immer davon zu überzeugen, dass es durchaus viele, nette, interessante und auch idealistische junge Leute an der HSG gibt.»
    Dr. Revital Ludewig unterrichtet an der HSG auf einem einzigartigen Gebiet: der Rechtspsychologie. Ihr Kurs «Psychologische Begutachtung für die Rechtspraxis: Einführung in die Rechtspsychologie» kostet die Teilnehmenden fast immer ganze 500 Bidding-Punkte. «Ja, der Kurs ist sehr gut besucht», kommentiert Ludewig zufrieden. Die Studierenden seien sehr engagiert, trotz der komplexen Thematik fern der Wirtschaftswissenschaften.
    Sie gibt einen Einblick in die Täter- und Opferpsychologie: «Wir unterhalten uns im Kurs über sehr grundlegende Fragen des Lebens, wie etwa, ist jeder Mensch Gut und Böse zugleich oder gibt es gute und schlechte Menschen.» Auch die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge spielt eine zentrale Rolle im Seminar: «Jeder von uns lügt im Schnitt 25 Mal am Tag», sagt Ludewig und relativiert gleichzeitig: «Meistens handelt es sich dabei aber um die prosoziale Lüge, deren Ziel eigentlich «positiv» ist: Wir lügen, um andere nicht zu verletzen, aus Höflichkeit oder um unsere Privatsphäre zu schützen.» Ganz die Dozentin illustriert Ludewig das Konzept der prosozialen Lüge mit einem plastischen Beispiel: «Wenn ich meinen Mann, fünf Minuten bevor wir das Haus verlassen müssen, frage, ob ihm mein Kleid gefällt, wird er wahrscheinlich ja sagen und das Kleid vermutlich loben, auch wenn es ihm nicht gefällt, damit ich mich wohl fühle» und fügt hinzu «und natürlich auch damit wir rechtzeitig zu unserer Verabredung kommen.»

    Zwischen Gut und Böse

    Auch Ludewig ist kein unbeschriebenes Blatt: «Als Kind habe ich einmal Süssigkeiten gestohlen und wurde erwischt. Das war mir sehr unangenehm.»
    Ihr eigene Antwort auf die Frage nach dem Guten und Bösen im Menschen erklärt sie anhand einer Anekdote aus ihrem Beruf, der Opfer- und Täterbefragung: «Zwei junge Männer wurden von einer 20-jährigen Bekannten beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein.» Die Herausforderung sei hier im Einzelgespräch und die Analyse des Gesprächs die Wahrheit zu ergründen, denn es gab keine weiteren Zeugen. Es stand eine Aussage gegen die andere Aussage. «Die beiden Herren sagten aus, dass es in keiner Weise zu einem sexuellen Kontakt gekommen ist.» Der angehende Jurist und der angehende Polizist machten einen gepflegten und sympathischen Eindruck. «Ich wusste, ich muss ganz hart arbeiten, um die Aussagen objektiv zu beurteilen», beschreibt sie die Herausforderung in den mehrstündigen Explorationen mit der jungen Frau. Die Analyse zeigte: Die Aussage des Opfers war sehr glaubhaft.
    Am Tag der Gerichtsverhandlung, an dem die von Ludewig verfassten Glaubhaftigkeitsgutachten hätten eingebracht werden sollen, folgte die grosse Überraschung: «Die beiden jungen Männer hatten nach dem Lesen des Gutachtens die Tat zugegeben, sich beim Opfer schriftlich entschuldigt und wollten es finanziell unterstützen», erzählt Ludewig. «Ich bin zu den beiden hingegangen, und habe ihnen die Hand gegeben: sie waren während der Tat, die 10 Minuten dauerte, schlechte Menschen. Danach stehen sie hin und empfangen die entsprechende Strafe. Zugleich haben sie Verantwortung für ihre Tat sowie gegenüber dem Opfer übernommen. Ich wünschte ihnen alles Gute für die Zukunft.»

    «Ich nehme die Geschichten
    mit nach Hause»

    Wenn man im Beruf mit solchen Schicksalen konfrontiert wird, stellt sich schnell die Frage, wie man sich und sein Privatleben davon abgrenzt. Ludewig hat da eine klare Haltung: «Natürlich nehme ich die Geschichten teilweise auch mit nach Hause. Einfach am Feierabend die Haustüre abzuschliessen und alles auf Knopfdruck zu vergessen, ist eine moderne Idealvorstellung, die aber eigentlich realitätsfremd ist.» Psychologen und Juristen sind keine emotionslosen Roboter. «Wir sind Menschen, die anderen Menschen (Klienten, Parteien) in der Not fachliche Unterstützung anbieten und zwar mit Hilfe des erlernten Wissens aus der Uni.» In Seminaren hilft die Dozentin Richtern, KESB-Mitarbeitern, Polizeibeamten oder auch Mitarbeitenden des Staatssekretariats für Migration mit schweren Schicksalen, auf die diese im Beruf treffen, umzugehen und einzuordnen.
    Gerade letzteres stellt die Mitarbeiter des Staatssekretariats für Migration vor eine riesige Herausforderung, wenn sie Asylsuchende befragen und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen untersuchen müssen. Sie sollen herausfinden, ob die Aussagen des Asylsuchenden über die politische Verfolgung im Heimatland erfunden oder erlebnisbasiert sind. Die Mitarbeiter erkennen dabei nicht selten, dass die asylsuchende Person sehr wahrscheinlich politisch nicht verfolgt wurde, doch auf dem Weg nach Europa viel Leid und Angst erlebt hat. Kürzlich habe sie gar davon gehört, dass es Asylbewerber gibt, die dreitägige Vorbereitungskurse besuchen, damit Ihre Aussage vor dem Amt möglichst glaubhaft wirken werden, denn es gehe um viel, den Asylstatus des Befragten, sowie meist auch um denjenigen der ganzen Familie.
    Ähnlich differenziert beurteilt Ludewig auch die Problematik des Ghostwritings von studentischen Arbeiten: «Es gibt offenbar eine Nachfrage nach solchen Dienstleistungen», es dürfe auf keinen Fall dazu kommen, dass gutbetuchte Studierende sich durch Geld einen Vorteil verschaffen können. In ihrer eigenen Lehrtätigkeit ist Ludewig aber noch nie damit in Berührung gekommen. «Ich versuche die Aufgaben für Seminararbeiten und Präsentationen als Vertiefung der Veranstaltung zu gestalten», und so schliesse sich die Möglichkeit aus, dafür einen unbeteiligten Dritten engagieren zu können.

  • Der Mann, der für uns bis zu 500 Kilogramm Essen am Tag kocht

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    Wir sehen Björn Düring fast jeden Tag, denn er bereitet unser Mittagessen zu. Damit die täglich über tausend Mensagäste ihr Gegenüber an der Theke besser kennenlernen können, serviert euch prisma dieses Porträt.

    Das erste Mal aufgefallen ist mir Björn während den Semesterferien im Sommer. Genauer gesagt bin ich ihm aufgefallen, auf dem Szene Openair in Lustenau. Als ich gemütlich über das Festivalgelände gehe, erreicht mich ein Ruf: «Hey du! Dich kenn ich doch. Du studierst doch an der HSG!» Erfreut über meine vermeintliche Prominenz kommen wir ins Gespräch. Es zeigt sich, dass meine täglichen Mensabesuche nicht unbemerkt geblieben sind. Björn, Koch in unserer Mensa, hat mich erkannt.
    Der sympathische 25-jährige Ostschweizer arbeitet seit einem Jahr in der Uni-Mensa. Zuvor war er Koch in einem «à la carte» Restaurant. Unregelmässige Arbeitszeiten, wenige freie Wochenenden und späte Feierabende brachten Björn dazu, sich bei der Uni-Mensa zu bewerben. «Nun bin ich viel freier in meiner Freizeitgestaltung», erklärt er seine Beweggründe.
    Während des Vorlesungsbetriebs ist auch in der Mensa Hochkonjunktur. Zwischen 800 und 1200 Portionen gehen täglich über die Theke. Das kann schnell einmal einen Zehn- bis Elfstundentag bedeuten. «Wir bauen während des Vollsemesters viele Stunden auf, welche wir in den Sommer- oder Winterferien wieder kompensieren können. Da kommt es auch mal zu der einen oder anderen Dreitage-Woche», freut sich Björn. So bleibt viel Freizeit während den schönen Jahreszeiten. Klingt vertraut.

    Albtraum Startwoche

    Die anspruchsvollste Zeit für das Mensa-Team ist die Startwoche. Wer an einem solchen Mittag selbst einmal Gast in der Mensa war, weiss wovon ich spreche: «Es war brutal», beschreibt Björn seine Sicht. Wenn sogar extra Support-Crew-Mitglieder der Startwoche Assessies in die richtige Warteschlange einlotsen müssten, kann man sich vorstellen, was in der Küche losgewesen sein muss. An solchen Tagen erreicht man schnell eine Spitzenleistung von 1200 Personen, was etwa einem Gesamtgewicht von 500 Kilogramm an Essen entspricht. «Die enormen Mengen sind eine Herausforderung», erinnert sich Björn.
    Die vielen Anlässe an der HSG bringen eine willkommene Abwechslung: «Am HSG-Ball werden wir ein Drei-Gang-Menu für euch kochen», freut sich Björn sichtlich. Man merkt, dass Kochen für ihn mehr als nur ein Beruf ist, den er einmal erlernt hat.

    Koch durch und durch

    Auch in seiner Freizeit spielt Kochen und gutes Essen eine wichtige Rolle: «Ich koche täglich zuhause, meist für meine Freundin.» Wenn genügend Zeit da ist, darf es ruhig auch ein wenig aufwändiger sein: «Lammrack mit Olivenkruste», nennt Björn als Beispiel und ohne überhaupt zu wissen, welcher Teil des Tieres dies nun ist, bekommt man bereits Hunger. Zum Schluss des Ausflugs in sein kulinarisches Privatleben gibt Björn noch einen Geheimtipp: Pizza mit selbstgemachtem Teig und im Kugelgrill zubereitet. Mit dem richtigen Grill und dem passenden Aufsatz bekommt man perfekte 320 Grad, «so wird die Pizza aussen schön knusprig und bleibt innen weich», erklärt der Fachmann. Sein Lieblingsgericht in der Uni-Mensa ist der Karriere-Burger, welcher auch unter den Studierenden sehr beliebt ist.

    Björn der Festivalgänger

    Wie zu erwarten, war es kein Zufall, dass ich Björn an einem Festival kennengelernt habe. Neben dem Szene Openair in Lustenau besucht er auch das Openair St. Gallen, das Frequency in St. Pölten oder das Southside. In Sachen Ausgang fühlt sich Björn eher zu Zürich hingezogen als St. Gallen: «Dann darf es gerne auch mal ein anständiger Rave sein.» Zur Olma meint er kurz: «zu eng, zu viele Leute.» Fest im Programm steht auch das wöchentliche Feierabendbier mit Weisswurst freitags im Adhoc, wo sich das Mensa-Team zum Wochenabschluss trifft.
    Sein Verhältnis zu den Studierenden der HSG beschreibt Björn ganz nüchtern: «Die meisten sind freundlich und anständig», und wenn er Zeit hat, hält er gerne mal einen Schwatz. Von den Vorurteilen gegenüber den HSG-Studenten hält er nichts: «Als ich in meinem Zwischenjahr durch Australien, Bali und Neuseeland gereist bin, habe ich gelernt: Man muss den Menschen offen gegenübertreten .» Mit der gleichen Einstellung kam er vor einem Jahr an die HSG und hat es bis heute nicht bereut, gibt Björn zu.

  • Umwelt verfertigt: Raucher-Riege gegründet

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    Ein Dorf-Turnverein nahe St. Gallen ruft gezielt Raucherinnen und Raucher dazu auf, in ihrer neuen Raucher-Riege mitzuturnen. Das Projekt ist eine Kooperation mit einem ortsansässigen Tabakfabrikanten. Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung.

    Wenn Mitgliederzahlen kontinuierlich schwinden und somit die Existenz eines Dorfvereins gefährdet wird, ist kreatives, unternehmerisches Denken gefragt. Was am Ende eines reflexiven Gestaltungsprozesses der Wertschöpfungskette des Turnverein STV Steinach herauskam, ähnelt auf den ersten Blick einem April-Scherz. prisma ist der Sache auf den Grund gegangen.

    «Wir sind uns bewusst, dass dies eine unkonventionelle Mischung ist. Niemand denkt beim Turnsport ans Rauchen. Wir haben uns gefragt: Wieso eigentlich nicht?» kommentiert Jonas Streule, Präsident des STV Steinach. Das Produkt Raucher-Riege steht bis anhin konkurrenzlos auf dem Markt der Vereinsangebote. Was sicherlich Marktpotenzial vermuten lässt, aber auch das Risiko eines Shitstorms ist nicht zu unterschätzen: «Ich weiss. Aber wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir haben nichts zu verlieren.» erklärt sich Streule.

    Mit dorfeigener Zigaretten-Marke

    Als Partner für das wagemutige Projekt konnte der Verein einen Steinacher Tabakfabrikanten  gewinnen.

    Jonas Streule, Präsident STV Steinach, mit Roger Koch, Geschäftsführer eines Steinacher Tabakfabrikanten

    «Wenn die Raucherinnen und Raucher durch dieses Projekt den Tabakkonsum wieder mehr mit Genuss und vielleicht Sport assoziieren, als mit einem gesundheitsschädlichen Laster, raucht man auch gesünder. Analog des Placebo Effektes.» erklärt Roger Koch, Geschäftsführer eines ortsansässigen Tabakfabrikanten seine Beweggründe.

    Ob nun unternehmerischer Spürsinn oder verzweifeltes Aufbäumen, nur die Zukunft wird zeigen, ob es sich schlussendlich wirklich um eine Marktinnovation handelt. Professor Oliver Gassmann, Innovationsforscher der HSG ist vorsichtig optimistisch: «Turnende Raucher sind besser vorstellbar als rauchende Turner. Zwischen Barren und Ringen noch eine Raucherpause zur Reduktion der kognitiven Dissonanzen? Ein verzweifelter Versuch das letzte Marktsegment im Dorf zu erobern. Ich sehe schon Töffli-fahrende Raucher beim 1000m Lauf.»

  • «Die besten Partys macht der AC»

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    Während des Assessments bzw. Vordiploms, wie es damals hiess, war Aeschi bereits in der Organisation des ISC, dem heutigen St. Gallen Symposium, eingebunden. «Ich hatte den Vorteil, dass ich bereits ein Jahr in den USA gelebt hatte. Normalerweise nahm das ISC keine Erstsemestrigen», erzählt er. Dieses Engagement im ISC führte Aeschi gegen Ende des ersten Studienjahres zu einer prägenden Erkenntnis: «Ich stellte fest, dass man auch einfach den ganzen Sommer durchlernen und trotzdem die Prüfungen bestehen konnte».

    Diesen entdeckten Freiraum füllte Aeschi im weiteren Verlauf seines Studiums mit zahlreichen Austauschsemestern rund um die Welt: Israel, Malaysia sowie eine Backpacker-Reise durch Südamerika. Vor der Bolognareform habe man mehr Gestaltungsfreiheit beim eigenen Curriculum gehabt und solche Kulturreisen waren ohne Unterbruch des Studiums möglich. «Die dabei gewonnene Lebenserfahrung ist aus heutiger Sicht nützlicher, als das viele inhaltliche Wissen, dass ich an der HSG vermittelt erhielt.»

    Thomas Aeschi, 37, HSG-Alumnus
    Thomas Aeschi, 37, HSG-Alumnus

    Wenn Thomas Aeschi aber an der Universität präsent war, lag der Fokus voll auf der Prüfungsvorbereitung. Zeit für ein politisches Engagement blieb da nicht. Auf den Hinweis, dass politische Verein heute gar nicht mehr an der Uni akkreditiert werden, meint er: «Schade. Das verstehe ich überhaupt nicht, zumal Wirtschaft und Politik eng verzahnt sind.»

    In einer gemeinsamen vergleichenden Analyse der Situation damals und heute stellt sich heraus, was gleichgeblieben ist: «Die besten Partys macht der AC» stimmen wir überein und auch wenn sich der Campus merklich weiterentwickelt hat, wohnt ihm immer noch dieser junge, dynamische Geist inne. «Als ich heute Abend kurz oben im Hauptgebäude war, waren viele Studierende noch fleissig am Arbeiten.» stellt Aeschi mit anerkennender Zufriedenheit fest.

  • Bald Pferdeabstellplatz an der HSG?

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    Die Verkehrssituation auf dem Rosenberg ist bekanntlich angespannt. Parkplätze sind Mangelware und Busverbindungen sind zu Stosszeiten jenseits ihrer Kapazitätsgrenzen. Mit einem neuen Vorschlag will man in naher Zukunft, möglichst schon für kommenden Sommer, wenigstens einem Teil der Studierenden entgegenkommen: Wer bisher mit seinem Pferd zur Universität kommen wollte, musste für einen Abstellplatz auf den benachbarten Bauernhof ausweichen. „Wir hatten zum Teil fünfzehn Tiere parallel untergebracht, dazu oft noch ein oder zwei Kutschen derjenigen Studierenden, welche ein ganzes Gespann führen.“ bestätigte der Hofherr gegenüber prisma. Auch Maximilan, 22, HSG (Bild) sieht Handlungsbedarf: „Da im Sommer die schwarzen Ledersitze meines Autos zu heiss werden, greife ich gezwungenermassen jeweils auf mein Pferd Mary Lou zurück, um zur Universität zu kommen. Ein gedeckter Unterstand, um meine Stute auf dem Campus abstellen zu können, wäre da die ideale Lösung.“

    Alternativen attraktiver machen: Projekt „Stallung an der HSG“

    Seitens der Universität soll nun endlich reagiert werden; die Gebäudeverwaltung der HSG ist „froh um jeden, der nicht mit dem Auto anreist“ und will in der Konsequenz Schritte ergreifen, um Alternativen wie das Pferd attraktiver zu machen. In der jetzigen Phase des Projekts „Stallung an der HSG“ evaluiere man den Bedarf, wie prisma aus unbestätigten Quellen weiss. Wer sich bereits frühzeitig einen fixen Mietplatz für seinen Klepper sichern will, könne sich direkt bei der Gebäudeverwaltung melden.

  • Die Durchsetzungsinitiative: Köppel gegen Glättli

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    Im Audimax diskutieren Roger Köppel (ZH/SVP) und Balthasar Glättli (ZH/Grüne) über die Durchsetzungsinitiative und offenbaren dabei grundsätzliche ideologische Unterschiede, wenn es darum geht, wer, was, über wen zu entscheiden hat.

    Der Einladung der SVP zum öffentlichen Podium im Audimax zur Durchsetzungsinitiative sind am letzten Freitagabend im Januar zahlreiche Interessierte gefolgt, welche den Vorlesungssaal zu gut zwei Dritteln zu füllen vermögen.

    Zu Beginn präsentieren sich aber noch die beiden SVP Regierungskandidaten Stefan Kölliker (bisher) und Herbert Huser (neu) den Zuschauerinnen und Zuschauern. Sie nehmen zu einigen Themen Stellung, besonders betreffend der langfristigen Weiterentwicklung der HSG; Stefan Kölliker, seinerseits Präsident des Universitätsrates der Universität St.Gallen, stellt ein Medizin-Masterprogramm mit HSG-Abschluss in Aussicht, was es nach Herbert Huser noch wichtiger macht, dass für die angespannten Platzverhältnisse auf dem Rosenberg eine Campus-Lösung gefunden wird, die innerhalb von 15 Gehminuten mehr Raum für die Studierenden bieten soll. Beide betonen, dass die dafür benötigten finanziellen Mittel nicht Ausgaben, sondern Investitionen seien, die der Kanton und die Stadt St. Gallen nicht scheuen dürfen.

    Nach dieser obligatorischen und für HSG-Studenten dennoch informativen Kurzwerbung kommen wir zum Hauptgang; Balthasar Glättli (ZH/Grüne) auf der linken Seite und in der rechten Ecke Roger Köppel (ZH/SVP). Der Moderator Jürg Ackermann, Journalist und Blattmacher des St. Galler Tagblatt, beweist gleich zu Beginn Recherchekünste und fragte die beiden Kontrahenten nach ihrem gemeinsamen Philosophie-Studium an der Universität Zürich. Dies führt kurzzeitig zu gegenseitigen, nostalgischen (und ironischen) Sympathiebekundungen, sowie einigen Lachern.

    Der Ton ändert sich schnell, als man nach diesem gelungenen Einstieg auf das Thema des Abends, Die Durchsetzungsintiative der SVP, zu sprechen kommt. Die Eingangsstatements zusammengefasst; «Ausländerkriminalität ist böse» und «die Ausschaffungsinitiative sei ohne Automatismus umgesetzt worden» von rechts, «der Verfassungsauftrag sei der Menge nach übererfüllt worden» und «die Rechtsstaatlichkeit sei gefährdet» von links. Balthasar Glättli betont, dass die Justitia seiner Meinung nach blind sein muss und daraus folge, dass es generell keine unterschiedlichen Rechtsprechungen betreffend AusländerInnen und InländerInnen geben darf. Der Verweis auf Art. 8 BV scheint da nur im ersten Moment hilfreich; ein Gang in die Bib und ein Blick in den St. Galler Kommentar zum betreffenden Artikel relativiert, wenn nicht widerlegt, dieses Argument; «Sachlich begründete Differenzierungen zwischen Schweizern und Ausländern sind erlaubt». Ein Fakt, den aber auch Roger Köppel nicht zu kennen scheint, wenn auch ironischerweise in der neusten Ausgabe der Weltwoche abgedruckt (Markus Schär (2016). Weg in die Barberei. Die Weltwoche, 2016 (4), S. 10). Er hat den Anwesenden zwar netterweise eine Ladung druckfrische Gratis-Weltwoche-Zeitschriften mitgebracht, scheint sie aber selber bisher eher durchgeblättert zu haben.

    In der Folge werden einander Beispiele von möglichen Fällen, von Kiosken über Äpfel und Vergewaltiger bis hin zu Rasern oder Sozialhilfebetrügern vorgetragen, welche gegenseitig aufzeigen sollen, warum die Annahme katastrophal bzw. absolut notwendig ist. Eine Pattsituation ohne wirklichen Mehrwert für die Anwesenden. Auf die Innerparteiliche Kritik an der Intiative durch Hans-Ueli Vogt bleibt Roger Köppel leider eine abschliessende Antwort schuldig. Genauso kann Balthasar Glättli dem Vorwurf seines Gegenübers nicht überzeugend entgegnen, dass das Parlament die Ausschaffungsintiative im Abstimmungskampf vehement bekämpft hat und in der Folge den geforderten Automatismus nicht in der Umsetzungsgesetzgebung niedergeschrieben hätte. Die anschliessende, mehrfach bediente Analogie zur Begründung der Legitimität dieses Automatismus; im Strassenverkehr käme die Geschwindigkeitsbusse auch automatisch, zeigt dem Diskussionsleiter Jürg Ackermann wohl auf, dass dieses Themengebiet nun abgegrast ist und er eröffnet ein grundsätzlichere Debatte über die sinnvolle Verteilung der Macht im Staat.

    Roger Köppel antwortet mit seinem fast berühmt gewordenen Satz «Das Volk ist der Chef», welcher bei einem Auftritt bei «Hart aber Fair» im Gespräch mit Ralf Stegner (SPD) mediale Premiere feierte und den er seitdem gerne hier und da in spitzem Hochdeutsch wiedergibt. Balthasar Glättli bejaht im Grundsatz, betont zudem die besondere Verantwortung des Parlaments bei der Würdigung der Grundsatzbestimmungen der Bundesverfassung bei der Ausarbeitung der Gesetze, da die Schweiz kein Verfassungsgericht hat. Dies verbindet er mit einem Appell an die Anwesenden; da die Durchsetzungsinitiative diesen Schritt überspringt und quasi direkt anwendbar ist, muss diese sorgfältige Würdigung nun von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern vorgenommen werden. Das Parlament wird übergangen. «Schade, dass so ein Schritt notwendig war» pflichtet im Roger Köppel bei.

    Für Auflockerung zwischendurch sorgten immer wieder rhetorische Ergüsse wie das «pädagogisch, gesundbeterische Weltverständnis», was mit einem Schmunzeln Herrn Glättli unterstellt wird, oder der Vorwurf des «Kontorsionismus» an Herrn Köppel, welcher sich bisher nach ausgiebiger Recherche noch nicht im Duden auffinden lies.

    Der letzte Themenblock betrifft das Verhältnis der Initiative zu internationalem Recht. Ein heisses Eisen, welches der grüne Nationalrat mit beiden Händen beherzt anpackt: Die Schweiz würde bei Annahme und anschliessender Durchführung gegenüber den Menschenrechten in Strassbourg unterliegen und gerügt werden. Was er befürwortet, da die Rechte des Individuums gegenüber dem Staat geschützt werden müssen durch eine Institution wie den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er prognostiziert den Aufschrei der SVP unter dem Slogan «keine fremden Richter». Ohne da zu widersprechen betont Roger Köppel, dass die Aufgabe des Schutzes der Menschenrechte beim Volk liegt und diese besser garantiert, mit Verweis auf den Staatsrechtler Zaccaria Giacometti, der sich gegen Bundesrat und Parlament nach dem zweiten Weltkrieg per Initiative für die Abschaffung des Notrechts einsetzte, um zur direkten Demokratie zurückzukehren.

    Zum Schluss der Veranstaltung wird die Runde geöffnet. Eine Zuschauerfrage betreffend der praktischen Durchführbarkeit von Ausschaffungen wird sehr überraschend von beiden als «problemlos» beantwortet. So endete die Podiumsdiskussion im Audimax wie sie begonnen hatte; mit einem kleinen Konsens.

  • Von der HSG in den Nationalrat

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    Diese HSGler wollen es wissen und kandidieren bei den kommenden Wahlen für den Nationalrat. Hier stellen sie sich vor.


    Alain Foto 3
    Alain Schwald (1991) – FDP ZH
    VWL, 5. Semeter
    Nebenjobs: Videojournalist bei St.Gallen TV
    Weitere Engagements: Politik, Streethockey

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Temperamentvoll, sportlich, eloquent.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Martin Kolmar. Seine Vorlesungen sind zugleich lustig und interessant. Ich schätze diesen Unterhaltungswert.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Die diesjährige Startwoche als Tutor beim Dokuteam Video. Die Arbeit mit den Assessis hat viel Spass gemacht und das Endprodukt kann sich ebenfalls sehen lassen.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Als ich im Assessment die Prüfungen verbockt habe.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Schon zuhause wurde viel über Politik gesprochen. Meine Eltern sind ebenfalls in der FDP und so bin ich dann in der Kantizeit den Jungfreisinnigen beigetreten.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Ich bin in meiner Grundeinstellung bestärkt. Einige Konzepte und Modell, die ich hier gelernt habe, haben mich meine Meinung überdenken lassen, wie z.B. die Internalisierung von externen Effekten in Bezug auf Atomenergie.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Durchaus positiv. Natürlich kommen auch dumme Sprüche, aber die gibt es immer und sind selten ernst gemeint. Manchmal kämpft man mit Vorurteilen; HSG, gutes Elternhaus, Jungfreisinnige. Klischees eben.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Die grosse Terrasse der Uni im Hauptgebäude. Dort findet man Ruhe und kann die schöne Aussicht geniessen.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Manchmal bin ich zu temperamentvoll. Besonders zuhause vor dem Fernseher wenn ich mir die „Arena“ anschaue (lacht).

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Mehr Platz für die Studierenden. Es wird langsam echt eng. Man sollte sich auch nicht allzu sehr nur auf die Noten und ECTS Punkte fokussieren. Studieren beinhaltet so viel mehr.

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Weniger Staat und Bürokratie; z.B. Bauvorschriften abbauen oder all diese Gebühren für Dinge wie eine Wohnsitzbestätigung oder Ähnliches.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Da ich selber Medienschaffender bin, habe ich für beide Seiten Verständnis. Man braucht als Reporter eine gute Story, auf der anderen Seite will man möglichst kritikfrei davonkommen und muss aufpassen was man sagt. Es ist ein Geben und Nehmen würde ich sagen.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
    Zwischen 10 und 15 Stunden pro Woche und etwa 4000.- aus dem eigenen Sack. Über das Budget der Partei kann ich keine zuverlässige Aussage machen.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Es ist klar, dass wir nicht einfach unsere Grenzen aufmachen können. Wir müssen einerseits vor Ort Asylzentren aufbauen und langfristig natürlich die Befriedung der aktuellen Krisengebiete anstreben. Um das Flüchtlingsproblem in Europa zu lösen befürworte ich einen europäischen Verteilschlüssel auf freiwilliger Basis.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative stellt hier das grösste Problem dar. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass wir noch einmal Abstimmen werden, sobald ein referendumsfähiger Gesetzesvorschlag zur Umsetzung vorliegt. Von der RASA-Initiative halte ich wenig.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Bis jetzt klappt das ganz gut. Ich bin noch nicht am Limit, auch wenn ich während des Wahlkampfs sehr viel unterwegs zwischen Zürich, wo ich kandidiere, und der HSG, sowie der Arbeit hier in St. Gallen.


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    Joel Drittenbass (1992) – GLP SG

    MLaw
    Nebenjobs: Parteisekretär glp St.Gallen
    Engagements: Vizepräsident jglp Kanton St.Gallen, Präsident glp Andwil, Mitglied der GPK in Andwil

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Jung, liberal, nachhaltig.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Benjamin Schindler, weil er ein ausgezeichneter Rechtsprofessor ist, der perfekt vorbereitete Vorlesungen hält.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Die Startwoche war wirklich eine coole Erfahrung.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Hochnäsige Persönlichkeiten/Studenten nerven mich. Sie führen sich auf, als wären sie bereits CEO eines grossen Konzerns. Ab und zu vermisse ich typisch schweizerische Tugenden an der HSG – wie Demut und Bescheidenheit.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Mich hat die Asyldebatte der SVP politisiert. Später habe ich begonnen, mich für das Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie zu interessieren.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Durch mein Studium kam ich zur festen Überzeugung, dass ein marktwirtschaftliches Energie- und Umweltlenkungssystem die effizienteste sowie wirksamste Massnahme zur Erreichung der Energiewende ist. Die Regulierungs- und Subventionierungspolitik des Bundes führt dagegen zu weiteren Ineffizienzen und beseitigt dabei die originäre Ursache der Problematik nicht.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Die Reaktionen fielen grundsätzlich sehr positiv aus. Allerdings war ich häufig mit falschen Vorurteilen gegenüber der glp konfrontiert. Beispielsweise schätzten mich einige Studierende als links ein. In Tat und Wahrheit bin ich aber alles andere als links.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Eigentlich nicht wirklich, aber Peter und Paul ist wirklich ein ausgezeichneter Platz mit Aussicht auf den Bodensee und die Stadt. Für mich als Langstreckenläufer ist es darüber hinaus ein tolles Trainingsgelände.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich möchte gerne offener auf Menschen zugehen können. In der Politik ist es elementar, keine falsche Scheu zu haben.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Jede Fakultät sollte für die Studenten einen eigenen Pausenraum haben. Ein gemeinsamer Pausenraum würde den Austausch zwischen den Studenten fördern.

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Schweizer sollten ihren eigenen Horizont öffnen. Darüber hinaus sollten sie sich von der konservativen Grundhaltung distanzieren.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Ich habe bereits zahlreiche Medienanfragen beantwortet. Mit dem St. Galler Tagblatt pflege ich einen sehr guten Kontakt. Selten rege ich mich über überspitzt formulierte Titel oder Texte auf.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
    Zeitlich ist der Aufwand extrem. Zwei Abende pro Woche sowie der gesamte Samstag sind für Aktionen der Partei reserviert. Finanziell steht mir ein tiefer vierstelliger Betrag zur Verfügung. Dieser wurde von der Ortspartei und Spendern finanziert.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Wichtig ist eine strikte Unterscheidung zwischen Kriegsflüchtlingen (sog. Schutzbedürftige) und politischen Flüchtlingen, welche an Leib und Leben bedroht sind. Beide haben das Recht, sich in der Schweiz niederzulassen, wobei Schutzbedürftige nach Ende des Krieges in ihr Herkunftsland zurückkehren sollten. Die Flüchtlingskrise kann mittels einem europäischen Verteilschlüssel und der Hilfe entlang der Flüchtlingsströme reduziert werden. Asylsuchende sollten zudem schneller in den Arbeitsprozess integriert werden. Ein innovativer Ansatz wäre beispielsweise, dass Schutzbedürftige einen Teil ihres in unserem Land erzielten Einkommens auf ein spezielles Bankkonto überweisen, um nach ihrer Rückkehr im  Herkunftsland mit diesem Vermögen ein KMU zu gründen. Hilfe zur Selbsthilfe ist meine Devise in der Flüchtlingspolitik.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Einen EU-Beitritt lehne ich dezidiert ab. Meiner Meinung nach sollten wir unbedingt versuchen, die bilateralen Verträge zu retten. Bezüglich der Personenfreizügigkeit sollte die EU endlich ein Verhandlungsmandat verabschieden. Schlussendlich muss sich das Schweizer Stimmvolk wohl in naher Zukunft entweder für die strikte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative oder für den Erhalt der bilateralen Verträge entscheiden.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Ich bin sowohl im Studium als auch in der Politik gezwungen, Prioritäten zu setzen. Die Anzahl Credits habe ich zugunsten einer ausgewogenen Work-Life-Balance reduziert. Darüber hinaus gilt der Sonntag bei mir strikt als freier Tag.


    Kathrin Foto 2


    Kathrin Gabathuler (1992) – UFS SG

    BWL, 5. Semester
    Nebenjobs: Service im Einstein, Cashless bei der FC St.Gallen Events, Promo bei Frontal-Promo
    Engagements. Kampfrichterin Leichtathletik Turnverein Sennwald

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Zuverlässig, organisiert, sarkastisch.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Prof. Dr. Dirk Schäfer. Er konnte uns mit seiner Art im Assessment ein eher trockenes Thema (Finanzielle Führung) unglaublich interessant nahe bringen. Genau das zeichnet einen guten Dozenten aus.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Startwoche 2.0. In meiner zweiten Startwoche hatten wir wirklich eine tolle Truppe zusammen. Diese Woche zähle ich definitiv zu einer meiner schönsten Wochen an der HSG.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Als ich das Assessment beim ersten Mal nicht bestanden habe, war ich leicht enttäuscht. Das würde ich jetzt aber nicht als „schlimm“ bezeichnen. Schlimmer für mich war das Gefühl im Vergleich zu meinen Kommilitonen nicht intelligent, ambitioniert oder engagiert genug zu sein.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Als ich nach St. Gallen zog, wollte ich mich politisch engagieren. Für Politik interessiere ich mich schon seit ich in der Primarschule erstmals damit in Kontakt kam.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Dank der HSG habe ich jetzt mehr Wissen. Meine Grundprinzipien haben sich nicht wesentlich verändert. Ich hinterfrage einfach mehr. Die HSG hat mir geholfen die Dinge aus neuen Perspektiven zu sehen.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Eigentlich wusste das gar niemand (lacht). Jetzt erhalte ich aber ausschließlich positives Feedback.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Ich mag die Stadt als Ganzes. Müsste ich wählen, wäre es die Altstadt.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Weniger Selbstzweifel.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Man bekommt bereits im Assessment das Gefühl vermittelt, zu einer Elite zu gehören. Dies könnte man sicher in einer abgeschwächten Form oder gar nicht vermitteln.

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Mehr Toleranz. Leben und leben lassen. Die Leute kümmern sich viel zu stark um Dinge, die sie schlichtweg nichts angehen.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Ich persönlich habe noch keine Erfahrungen mit Medien gemacht, weder negativ noch positiv. Was mich jedoch beunruhigt ist die Entwicklung weg vom sachlichen Journalismus hin zum Sensationsjournalismus.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
    Ich investiere vor allem Zeit, kein Geld. Eine genaue Zahl kann ich da gar nicht nennen.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Da scheint mir ein Verteilungsschlüssel am plausibelsten. Das ist jedoch nur Symptombekämpfung. Möchte man wirklich etwas an der Lage ändern, muss die Situation vor Ort verändert werden.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Wenn noch mehr so geistreiche Initiativen à la Masseneinwanderung kommen, sehe ich da keine Zukunft mehr. Wir müssen jetzt wirklich aufpassen, dass wir unseren wichtigsten Handlungspartner nicht noch mehr provozieren. Die Schweiz ist von der EU abhängig und nicht umgekehrt.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Bis jetzt habe ich immer leicht über 30 Credits gemacht. Das hat wunderbar funktioniert.


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    Oliver Straub (1989) – JSVP TG

    MBF
    Nebenjobs: Kundenberater bei Credit Suisse AG
    Engagements: Präsident JSVP Thurgau, Vize-Präsident JSVP Deutschschweiz

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Zielstrebig, gelassen, positiv denkend.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Torsten Tomczak, aufgrund seiner lockeren und witzigen Art den Stoff zu vermitteln. In seine Vorlesungen fliessen sehr viele gute Beispiele mit ein.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Persönliche Kontakte dank regem Austausch mit Studierenden bleiben mir als tolle Erinnerung.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Die HSG stellt die Vorlesungen nach wie vor nicht online. Warum? Dieser Umstand ist unbegreiflich.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    2009 war ich mit einem Kollegen am Tag der Jugendpolitik. Anschliessend kam meine politische Laufbahn dank des Jugendforums ins Rollen.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Meine politischen Ansichten sind durch die HSG kaum merklich beeinflusst worden, da nur sehr wenige politische Kurse angeboten werden und wir als politisch interessierte Menschen keinen Verein gründen dürfen.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Ich erhielt vorwiegend positive Rückmeldungen. Der Grossteil der Studenten an der HSG befindet sich bekanntlich auf einer freiheitlichen Linie und teilt dementsprechend viele meiner politischen Ansichten.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Ich habe noch nie in St. Gallen gewohnt und kenne folglich nicht sehr viele ausserordentlich schöne Plätze hier. Peter und Paul ist aber immer einen Besuch wert – mit Glacé und Blick auf den Bodensee.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich weiss es nicht.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich würde die überfälligen Podcast-Aufzeichnungen einführen. Ausserdem gilt es, dem zunehmenden Platzproblem entgegen zu wirken. Freie Arbeitsplätze sind oft Mangelware.

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Die Schweiz würde ich freiheitlicher gestalten. Darunter fällt die Aufhebung unnötiger Regulierungen (Bsp. Verbote/Gesetze).

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Ich habe bisher sowohl positive als auch negative Erfahrungen gesammelt, meistens aber positive. Ab und zu werden leider nicht repräsentative Titel gesetzt.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
    Zeit investiere ich wirklich sehr viel. All die Plakate, Inserate, Flyer, Messen und auch die Planung fallen häufig auf mich zurück. Das Geld für meinen Wahlkampf stammt von Spenden sowie von der Partei selbst.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Gesetze durchsetzen – dies gilt auch für die EU! In der Schweiz sollten wir Grenzkontrollen wiedereinführen. Wir können schlichtweg nicht die gesamte Bevölkerung bedrohter oder wirtschaftlich schwacher und rückständiger Länder aufnehmen. Vor Ort Helfen ist nach wie vor hoch im Kurs. Hierbei muss man auf eine gezielte Einsetzung der Entwicklungsgelder achten.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Die Schweiz soll ein eigenständiges und unabhängiges Land bleiben. Die Masseneinwanderungsinitiative, der Volkswillen also, muss textgetreu umgesetzt werden. Ich stufe die zukünftige Beziehung als verhalten positiv ein. Der Fakt, dass die EU einzig die Personenfreizügigkeit künden würde, sollte uns mutiger agieren lassen. Der Rest der bilateralen Verträge ist ungefährdet.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Als Student hat man die Zeit und Pflicht, politisch interessiert zu sein und beispielsweise Podiumsdiskussionen zu besuchen. In vielen Jungparteien gibt es sehr viele Studenten. Dieser Umstand zeigt, dass das Zusammenspiel zwischen Studium und Politik gut funktioniert.


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    Samuel Brülisauer (1994) – SP SG
    B.A. Internationale Beziehungen
    Nebenjobs: Barkeeper
    Engagements: Co-Präsident JUSO SG, Vorstand VSC Sektion St.Gallen/Appenzell

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Sympathisch, diplomatisch, kritisch.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Christoph Frei, da er einerseits eine sehr inspirierende Persönlichkeit ist und andererseits eine gute Auffassung von Lehre hat. Im Dialog ist er aktiv und verfügt nicht zuletzt über ein unglaubliches Wissen.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Meine schönsten HSG-Erinnerungen habe ich allesamt als Vorstandsmitglied der SHSG sammeln können. In einem coolen Team wichtige, aber auch schöne Aspekte anzusprechen und zu bearbeiten, sowie der Dialog mit der Uni bereitete mir viel Freude.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Meine ersten drei bis vier Wochen hier an der HSG habe ich in ziemlich schlechter Erinnerung.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Bereits in der Sekundarschule war ich politisch interessiert. Noch während meines ersten Jahres an der Kantonsschule trat ich den JUSO bei. Daraufhin war ich knapp drei Jahre lang nur beschränkt politisch aktiv. Dann erlebte ich als Teilnehmer und später als Vorstand und Vize-Präsident des Vereins Jugendparlament die Session über mehrere Jahre mit. Dadurch wurde ich endgültig vom politischen Virus infiziert.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Meine Positionen schärften sich – trotz erheblicher politischer Gegensätze an der HSG. Grundlegend hat sich meine Fähigkeit politisch zu denken verbessert.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Ich bin zwar einer der rar gesäten Linken hier an der HSG, trotzdem werde ich toleriert und erhalte grundsätzlich positive Reaktionen. Zahlreiche Studenten wissen über mein politisches Engagement. Darauf werde ich beinahe täglich angesprochen. Häufig handelt es sich um Sticheleien, die jeweils von einem Schmunzeln begleitet werden.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Mein Lieblingsplatz ist der „Schwarze Engel“. Etwas klischeehaft, ich weiss…

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich verfüge über das Potenzial, mich in eine Thematik emotional hineinzusteigern. Damit tut man sich nicht immer einen Gefallen. In diesen Momenten wünschte ich mir etwas mehr Gelassenheit.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Konkret: Die gewinnorientierte Wirtschaft sollte etwas weniger stark gewichtet werden, dafür aber die für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Themen, ohne maximale Gewinne.

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    An sich geht es uns gut. Allerdings wünschte ich mir etwas mehr Bereitschaft, unseren Wohlstand mit dem Rest der Welt zu teilen. Beispiele wie die Bereicherung durch Waffenexport stören mich, da die Konsequenzen aussen vor gelassen werden und einzig die Gewinnoptimierung zählt.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Meine Erfahrungen sind grösstenteils positiv. Ich als Jungpolitiker bin für die Medien prädestiniert.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
    Ich investiere sehr viel Zeit, aber relativ wenig Geld. Zurzeit arbeite ich einzig und allein für die Politik. Es kommt ein ordentliches Wochenpensum zusammen. Private Spenden (ca. 1500 SFr.) sind die einzigen Geldquellen für meinen Wahlkampf.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Als erstes muss die Debatte abgeändert werden. Wir müssen eine stärkere Solidarität an den Tag legen und mehr Flüchtlinge aufnehmen. Daneben muss die Problematik vor Ort gelöst werden und so auf langfristige Ziele hingewirkt werden.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Die bilateralen Verträge müssen unbedingt überleben. Wir müssen höllisch aufpassen, wie wir mit unserem Verhältnis zur EU umgehen. Die Schweiz ist am kürzeren Hebel. Einen EU-Beitritt lehne ich aber momentan ab.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Bei mir lässt es sich nur zu Ungunsten des Studiums vereinbaren. Durch meine vielen Engagements, vor allem durch die letztjährige Vorstandsposition in der SHSG, leistete ich sehr viele Überstunden. Zeit für das eigentliche Studium bleibt kaum übrig.


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    Ramon Eberdorfer (1994) – JFDP SZ
    BWL, 3. Semester
    Nebenjobs: Keine
    Engagements: Asia Club, English Society, Österreicher Club

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Liberal, konsequent, pragmatisch.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Prof. Dr. Martin Kolmar; seine VWL-Vorlesung ist Unterhaltung pur. Die guten Sprüche sind einzigartig!

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    In meiner Startwoche war ich im Dokuteam Internet.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Wenn bei der Notenaufschaltung die Seite wieder nicht geht und dir aber alle Freunde schreiben, wie es denn bei dir aussieht.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Ich habe mich schon immer für Politik interessiert. Zu den Jungfreisinnigen bin ich während der Kantizeit gekommen.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Gar nicht.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    «Um Gotteswillen!» hörte ich oft (lacht). Nein, meistens ironisches Erstaunen mit ein wenig Überraschung.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Mir gefällt die Einstein Hotel-Bar. Die ist sehr gemütlich und als Hobbybarkeeper kann ich dort auch mit den Fachleuten etwas Fachsimpeln.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich würde mich gerne mehr auf die wichtigen Sachen fokussieren und mich nicht in Details verlieren.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich habe den Eindruck, dass man sich mehr und mehr Richtung Massenabfertigung bewegt, während heutige Alumni einen fast schon familiären Umgang untereinander zu pflegen scheinen. Das ist mittlerweile wohl leider auf der Strecke geblieben.

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Man sollte wieder nach Lösungen suchen, Kompromissbereit sein und nicht ständig nur Probleme bewirtschaften.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Mir gefällt, dass man bewusst die Jungparteien zeigt und uns so bekannt macht. Negativ finde ich, dass leider Schlagzeilen oft wichtiger sind als Inhalte.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
    Etwa 15 Stunden pro Woche. Jeder Kandidat bei den Jungfreisinnigen bringt CHF 250.00 in die Wahlkampfkasse ein. Über das gesamte Parteibudget kann ich nichts sagen.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Ich bin dafür, dass Stabilität in der Krisenregion geschaffen wird. Der IS muss bekämpft werden. Sobald der IS nicht mehr in der Region tätig ist, kann die Schweiz dann in beratender Funktion bei der Staatsbildung Unterstützung leisten.Wer asylberechtigt ist, soll hier auch Schutz bekommen. Das gilt natürlich nicht für Wirtschaftsflüchtlinge.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Zentral ist der Erhalt der Bilateralen Vertäge. Das Problem ist, dass die Masseneinwanderungsinitiative angenommen wurde: Die EU wird jegliche Umsetzungsvariante ablehnen.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Das ist ziemlich einfach – die HSG lässt einem hier sehr viele Freiheiten. Ich muss ab und zu Vorlesungen sausen lassen, denn im Wahlkampf geht die Politik nun mal vor.


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    Sandro Morelli (1990) – CVP SG
    MLaw, 3. Semester
    Nebenjobs: Momentan wegen Wahlkampf keine
    Engagements: ELSA, FC Weesen, Skiclub Schänis, Bürgermusik Benken

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    Beharrlich, initiativ, lösungsorientiert.

    Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Definitiv Prof. Dr. Roland Müller. Seine Arbeitsrechtsvorlesung ist spannend, inhaltlich anspruchsvoll und sehr dynamisch. Zudem ist er sehr eloquent.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Die Graduation-Party – alle im Freudentaumel.

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Die wunderbar bequemen Sitzbänke im Hauptgebäude. Mein Kreuz wird die HSG bestimmt nie vergessen (lacht).

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Viele in meiner Kantiklasse waren politisch sehr engagiert und sind es auch noch heute. Nicht wenige davon sind mittlerweile ebenfalls Jungpolitiker.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Gar nicht. Sonst hätte ich vielleicht die Partei wechseln müssen.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Diejenigen die es wissen freuen sich, dass sie nun jemanden in der Politik persönlich kennen.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Der Klosterplatz. Zusammen mit dem angrenzenden Regierungsgebäude und der Klosterwiese ist er sehr einladend und schön anzusehen.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich würde gerne die Dinge etwas ruhiger angehen. Ich kann mich schnell in etwas hineinsteigern.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Es wäre schön, wenn sich die Professoren öfter zu politischen und gesellschaftlichen Themen äussern würden. Gerade auf lokaler oder kommunaler Ebene wird hier zu oft Zurückhaltung geübt. Oder allgemein parteipolitische Vereine an der HSG, warum genau hat man diese verboten?

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich würde sofort die Familien sowie den Mittelstand entlasten. Zudem muss der politische Diskurs (besonders im Wahlkampf) wieder mit Ernsthaftigkeit geführt werden.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Journalisten verstehen oft wenig von (Sach-)Politik. Sie suchen Schlagzeilen und keine Inhalte. Regionalzeitungen schätze ich sehr für ihr Interesse an den Jungparteien. Das schafft Vielfalt.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
    Etwa 20 Stunden in der Woche. Als Parteipräsident ist der Wahlkampf sehr zeitintensiv.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Direkthilfe vor Ort: Wir müssen dafür sorgen, dass die Flüchtlinge gar nicht erst zu uns kommen müssen, sondern schon Vorort oder in Nachbarländern Schutz finden. Wer hier ankommt, und unter die Asylgesetzgebung fällt, den sollten wir natürlich aufnehmen. Auch einen europäischen Verteilschlüssel würde ich befürworten.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
    Wir müssen an den Bilateralen festhalten. Immerhin verdienen wir jeden dritten Franken im Euroraum. Das Volk will die Zuwanderung begrenzen. Die CVP steht dazu, will dies aber über eine Schutzklausel lösen. Wenn die EU dies ebenfalls nicht akzeptiert, braucht es eine erneute Volksabstimmung – die Initiative gegen Masseneinwanderung verlangt ja bekanntlich keine Kündigung von Verträgen. Die RASA-Initiative ist deshalb überflüssig.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Ich schreibe meine Masterarbeit parallel zum Wahlkampf. Dies lässt einen gewissen zeitlichen Handlungsspielraum zu.


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    Yusuf Barman (1991) – JFDP SG
    BWL, 7. Semester (Wipäd)
    Nebenjobs: Teilzeitmitarbeiter Sicherheitsdienst
    Engagements: Politik, Feuerwehr, Militär

    Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
    (keine Antwort)

    Wer war/ist dein Lieblingsprofessor an der HSG und wieso?
    Ich denke immer gerne an die Privatrecht Übungen im Assessment bei Roland Müller zurück. Herr Müller war stets sehr kompetent und hat es gut verstanden, mir seine Freude am Fach zu vermitteln. Seine Übungen habe ich deswegen auch nie verpasst.

    Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
    Als mein Bruder an die HSG kam und ich ihm den Start an der HSG mit meinen Tipps erleichtern konnte. .

    Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
    Als man sich zu Beginn des Assessments zuerst einmal in der Flut der Informationen an der HSG zurechtzufinden musste.

    Wie bist du zur Politik gekommen?
    Ich spürte schon früh, dass ich gut in die FDP passen würde. Richtig politisch aktiv wurde ich aber erst, als ein Kollege von der HSG mir den Kontakt zum Präsidenten der Jungfreisinnigen vermittelt hat. Mit ungefähr 20 Jahren war ich dann Mitglied der Jungfreisinnigen und habe mich anfangs, da ich gerade frisch aus dem Militär kam, vor allem für militärische Themen interessiert. Während den Vorbereitungen für die Nationalratswahlen wurde ich angefragt, ob ich interessiert wäre, an den Bewerbungsgesprächen für die Nationalratswahlen teilzunehmen und habe dann auch sogleich zugesagt. Im Wahlkreis Rorschach hatten wir auch noch keine Regionalpartei und so habe ich mich für die Gründung einer solchen stark gemacht.

    Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
    Ich habe erst hier verstanden, wie wichtig ein liberales Wirtschaftssystem für die erfolgreiche Entwicklung der Schweiz überhaupt ist. Ein gewisses Grundverständnis hatte ich diesbezüglich zwar schon früher, an der HSG konnte ich mich aber vertieft damit beschäftigen.

    Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
    Mit an Politik interessierten Mitstudenten kamen auch mal intensive und spannende Diskussionen zustande. Als Politiker mit Migrationshintergrund wird man beispielsweise auch schnell nach seiner Meinung bezüglich der Flüchtlingspolitik befragt. Negative Reaktionen musste ich aber nie erfahren, höchstens ein paar kritische.

    Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
    Den Marktplatz, dort treffe ich mich gerne mit meinen Bekannten. Er ist sehr zentral gelegen und da es in St. Gallen öfters regnet, kann man sich dort bei der Bushaltestelle auch schnell unterstellen.

    Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Ich würde öfters in den Vorlesungen an der HSG erscheinen.

    Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Man sollte den jungen Politikinteressierten auch Möglichkeiten bieten, sich entsprechend zu engagieren. Beispielsweise wollten wir einen Verein der Jungfreisinnigen an der HSG gründen, das war uns aber nicht erlaubt.  Grundsätzlich würde ich natürlich auch mehr neutrale Möglichkeiten, mit Politik an der HSG in Berührung zu kommen, sehr begrüssen

    Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
    Die bürokratischen Prozesse in der Verwaltung sollten gekürzt und vereinfacht werden. Heutzutage wird man fast schon überrumpelt mit allen Abstimmungen. Bis aber mal einen Prozess in Gang kommt und etwas umgesetzt werden kann, geht es leider noch immer sehr lange.

    Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
    Ich achte darauf, dass ich am Schluss auch richtig zitiert werde und verlange deswegen die Artikel immer zum Gegenlesen. Vor allem wenn ich zu heiklen Sachverhalten Stellung beziehe, weiss ich, dass ich damit auch entsprechend sensibel umgehen muss. Bisher wurden aber alle von mir eingegeben Korrekturen auch wie gewünscht vorgenommen. Als Jungpolitiker, der selber für den Wahlkampf kein grosses Budget zur Verfügung hat, bin ich natürlich froh, dass mir in den Medien eine Plattform für meine politischen Anliegen geboten wird.

    Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
    Ich investiere vor allem meine Zeit. Von Februar bis April war ich stark bei der Parteigründung der Jungfreisinnigen in Rorschach engagiert. Jetzt, so kurz vor den Wahlen, ist es auch sehr zeitintensiv. Momentan beschäftige ich mich circa 16 Wochenstunden mit meinem Wahlkampf. Geld investiere ich dabei selbst wenig. Finanziell werde ich partiell noch von der FDP und den Jungfreisinnigen unterstützt.

    Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
    Für mich ist es völlig klar, dass die Schweiz die Augen vor der Flüchtlingsproblematik nicht verschliessen darf. Wir sind aber ein kleines Land und können als solches nicht alle aufnehmen. Es muss möglichst schnell ein System entwickelt werden, das die Flüchtlinge gut in unsere Gesellschaft integriert. Man sollte auch nur so viele Menschen aufnehmen, wie dann auch anständig untergebracht werden können. Es wäre nicht zielgerichtet, wenn wir zu viele Menschen in der Schweiz willkommen heissen würden und diesen dann hier keine gute Zukunft bieten könnten. Das würde über lange oder kurze Frist nur zu erhöhter Kriminalität und Fremdenhass führen. Es gefällt mir übrigens auch nicht, wie gewisse Parteien momentan die Flüchtlingsproblematik für ihre Zwecke instrumentalisieren, nur um mehr Stimmen gewinnen zu können.

    Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?

    Die Schweiz muss mit der EU zusammenarbeiten. Das ist nicht nur für die Wirtschaftspolitik der Schweiz essentiell, sondern beispielsweise auch in der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik. Da muss ein realistisches Kontingent verhandelt und dieses dann auch so durchgesetzt werden. Ich finde es wichtig, dass die Schweiz mit der EU eine Verhandlungsbasis auf Augenhöhe finden und auch ihre wichtige Stellung als neutrales Land in der Mitte Europas beibehalten kann. Dabei soll die Schweiz auch gerne eine Moderationsrolle innehaben. Die Tendenz in letzter Zeit, dass die Schweiz sich von der EU zu stark unter Druck setzen lässt, gefällt mir nicht. Vereinbarungen mit der EU sollten in fairen Verhandlungen zustande kommen und dann auch wirklich so durchgesetzt werden können.

    Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
    Das Studium an der HSG ist sehr selbststudiumslastig, das ermöglicht es mir, mich zusätzlich in der Politik zu entfalten. Ich denke, das wäre an anderen Universitäten sicher nicht so einfach möglich gewesen.


  • Jodelcheck: Was sagen Brunner und Darbellay zu euren Jodels?

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    Kurz nach der Elefantenrunde gestern Dienstagabend, haben Toni Brunner und Christophe Darbellay für prisma einige Jodel kommentiert, die während der Veranstaltung besondere Beachtung unter den Jodlern gefunden haben.

    Toni Brunner beim Jodelcheck Foto: Jonas Streule)
    Toni Brunner beim Jodelcheck Foto: Jonas Streule)

    Dabei ist übrigens auch der Toni-Jodel (vergl. Bild) entstanden, der bereits über 400 Upvotes bekommen hat. An dieser Stelle ein Dankeschön für’s Karma meinerseits.

    Nun aber zu den Meinungen der beiden Politiker:

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    Christophe Darbellay: “Die HSG ist nachwievor bildungspolitisch ein Leuchtturm der Schweiz.”

    Toni Brunner: “Man hat sicher hohe Erwartungen an die Absolventen der HSG. Für mich ist die HSG tatsächlich ein Traktor, der den Karren zieht.”

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    Christophe Darbellay: “Naja, auch die SP hat potente Geldgeber. Und auch Christian Levrat hat mir den Namen der Dame, die ihm jedes Jahr 20’000 Franken spendet immer noch nicht gesagt.”

    Toni Brunner: “Parteien sind selber verantwortlich, wo und wie sie ihr Geld generieren.”

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    Christophe Darbellay: “Toni Brunner hat im ersten Teil der Diskussion zur Flüchtlingskrise sicher polarisiert. Er lehnt sich mit seinen Aussagen jeweils auch sehr weit hinaus.”

    Toni Brunner: “Herr Darbellay, der die Fotos gemacht hat, war heute halt schon an der Olma.”

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    Christophe Darbellay: “Jaja, das hat wohl so ein von ihm bezahlter Hooligan geschrieben…”

    Toni Brunner:
    Diesen Jodel haben wir Toni Brunner aus Versehen nicht gezeigt.

     
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    Christophe Darbellay: “Die Aussage ist richtig, hat nur einen Fehler: Es müsste CVP stehen.”

    Toni Brunner: “Naja, es gibt in der SP-Fraktion mehr Millionäre als in der SVP-Fraktion.”

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    Christophe Darbellay (lacht): “Wir arbeiten sehr viel zusammen. Das stimmt. Auch wenn wir bei den Bundesratswahlen wieder zusammenarbeiten würden, wäre das nicht neu.”

    Toni Brunner: “Die CVP legt sich mit der BDP ins Bett und scheut sich nicht einmal davor, noch den Hund mit dazu zu nehmen.”

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    Christophe Darbellay: “Es ist sehr positiv zu sehen, dass sich so viele Junge für die Politik interessieren. Seit der Rettung der UBS/Swissair haben auch die HSG-Absolventen gemerkt, dass man anständige Rahmenbedingungen durch die Politik braucht.

    Toni Brunner: “Absolut, diese Schlange wollte offenbar unbedingt SVP hören” (lacht).