Author Archives: Lukas Zumbrunn

  • #MeToo und #MeTwo – Was tun?

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Schon bei #MeToo wurden Stimmen – hauptsächlich aus Amerika – hörbar, dass von diesem Moment an Männer Angst hätten, Frauen einzustellen und sich mit Frauen alleine in der Firma aufzuhalten. Doch solche Kommentare schiessen weit über das Ziel hinaus: die Herausforderung lautet nicht, Frauen anzustellen, sondern vielmehr ein Arbeitsklima zu fördern, in dem sich niemand diskriminiert oder sexuell belästigt fühlt.

    Dies ist bestimmt keine leichte Aufgabe, denn schon in den frühen 1990er-Jahren gab es nach den schweren Vorwürfen der schwarzen Professorin Anita Hill in den Vereinigten Staaten eine ähnliche Debatte, wie wir sie heute miterleben. Im Vergleich zu vor fast 30 Jahren haben wir viele Schritte in die richtige Richtung gemacht. Jedoch ist das Ziel noch in weiter Ferne. Besonders die Führungskräfte der Zukunft sollten sich vermehrt mit der Thematik von Diversity auseinandersetzen, denn bereits durch eine kritische  Auseinandersetzung können Fragestellungen auftreten, welche eine Verbesserung des Arbeitsklimas für alle mit sich bringen könnten.

    Wenn man aufdringliches Verhalten von Mitarbeitenden gegenüber anderen beobachtet, dann sollte man das proaktiv ansprechen und auf die Betroffenen zu- und eingehen. Auch ein grosser Schritt ist es, sich der eigenen Vorurteile bewusst zu werden. Dafür gibt es verschiedenste Tests, wie beispielsweise den Impliziten Assoziationstest (IAT) der Harvard University, den man online für verschiedenste Situationen ausfüllen kann.

    Für mich zeigen solche Bewegungen und Aufdeckungen insbesondere etwas auf: Ein Problem in der zwischenmenschlichen Kommunikation, mangelnder Anstand einzelner Individuen und was geschehen kann, wenn Probleme über Monate oder sogar Jahre teilweise systematisch verschwiegen werden. Und solche Strukturen sind 2018 ebenso verachtenswert wie 1991.

     

  • Stimmrecht für Ausländer mit Niederlassungsbewilligung C

    Schreiben Sie einen Kommentar

    CONTRA

    Ausländerstimmrecht

    Status quo: Der Schweizer Pass ermöglicht das Stimmen und Wählen auf allen politischen Ebenen. Warum der Schweizer Pass die Linie ist, um Stimmen und Wählen zu können, und nicht die C Bewilligung, soll im Folgenden dargelegt werden. Die Wählerinnen und Wähler steuern so gemeinsam das «Schiff», auf dem sie alle sitzen. Doch gibt es auf diesem Schiff auch einige Passagiere, die nicht am kollektiven Meinungsbildungs- und -äusserungsprozess teilnehmen dürfen. Während die Frage um das fehlende Stimmrecht von Kindern oder Menschen, die kurz vor ihrem Lebensende stehen, nie ernsthaft zur Debatte steht, werden vermehrt Stimmen laut, die ein Ausländerstimmrecht fordern: Jeder und Jede mit Niederlassungsbewilligung C soll die gleichen Stimm- und Wahlrechte bekommen, wie die Besitzer eines Schweizer Passes. Das ist Blödsinn.

    Rechte und Pflichten

    Der Schweizer Pass ist wohl einer der begehrtesten Pässe der Welt. So kann man auch jeden verstehen, der das rote Büchlein gerne haben will. Leider hat sich unser Verhältnis zu genau jenem Stück plastifizierten Papier banalisiert: Es ist nicht einfach irgendein Dokument. Es zeichnet jene Personen in diesem Land aus, die zusammen das Staats- und somit auch das Wahlvolk darstellen. Dieser zugegebenermassen durch das Wahl- und Stimmrecht privilegierte Status beinhaltet sogleich Recht und Pflichten. Die Wehrpflicht, die mindestens die Männer unter uns trifft, sei nur ein Beispiel. Wir haben Verfahren und Prozesse festgelegt, die bestimmen, wer in diesen Kreis eintreten darf. Die Anforderungen für den Schweizer Pass verlangen eine gewisse Sozialisierung in der Schweiz sowie die Absicht, dieses schöne Land zu seiner Heimat zu machen. Klar gibt es Hürden. Doch wer bereit ist, diese zu überwinden, um auch mit ans Steuer zu kommen, darf dies gerne tun.

    PRO

    Wer wollte nicht auch schon einmal schlechter behandelt werden, nur weil seine Eltern nicht aus dem «richtigen» Land kommen?

    Richtig – niemand will das!

    Um jedoch die politische Zukunft in der Schweiz kurz- und langfristig mitgestalten zu können, muss man einen Schweizer Pass besitzen. Nun gut, mit Rechten kommen immer auch Pflichten. Doch sprechen wir jetzt einmal nicht vom Militärdienst, der sowieso nur die Männer betrifft. Sprechen wir davon, dass alle AusländerInnen mit einer sogenannten C-Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz steuerpflichtig sind. Oder davon, dass diese Menschen teilweise ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht haben und sich ebenso gut mit den Schweizer Traditionen auskennen wie ich – eine der «Glücklichen» mit Eltern der «richtigen» Herkunft.

    In der Schweiz ist das Bürgerrecht noch immer an finanzielle Mittel gebunden. Aus meiner Sicht ist ein solcher Zensus bei unseren Abstimmungen nicht wünschenswert, eher sollte er verboten sein. Aus diesem Grund scheint es mir eine Farce, den Politik-interessierten Erwachsenen die Möglichkeit zu nehmen, aktiv an der Schweizer Politik teilzunehmen. Geben wir ihrer Meinung im politischen Diskurs ein Gewicht. Das wird ohne das Stimmrecht nicht geschehen, denn wer nicht stimmen darf, dem seine Stimme wird in der Politik auch nicht gehört. In der Schweiz gibt es einen genügend grossen Prozentanteil der Bevölkerung, der gerne mitbestimmen würde, dies jedoch nicht darf. Ausserdem nutzen viele BürgerInnen dieses «exklusive» Recht gar nicht aus und leben nach der Philosophie «die Anderen werden das schon regeln». Wenn die Schweiz wirklich eine Demokratie sein will, dann sollte doch zumindest der Grossteil der Bevölkerung, vor allem jene BürgerInnen, über deren Lebensalltag letztendlich entschieden wird, mitbestimmen können.
    Also gehen wir auf unsere MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund zu und verhindern wir die Bildung von Subkulturen, weil man sich vom politischen System ausgeschlossen fühlt! Eine Schweiz für alle, nicht nur die, welche das nötige Glück hatten.

  • Tales of the Drinks of the Week

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Vor einigen tausend Jahren, als Gummistiefel noch aus Holz geschnitzt wurden, die Erde noch eine Scheibe war und das orangefarbige Trampeltier in Amerika noch nicht an der Macht war, wurde in der ganzen Schweiz überall der gleiche Trank kredenzt. Diese Unart wurde von Geschichtsschreibern das erste Mal im Jahre 1291 bemerkt, bevor die drei Waldstätten sich zum Bunde zusammengeschlossen hatten. Als zeremonieller Abschluss der Unterschrift des Bundesbriefes mit eigenem Blut durch unsere Väter tranken sie  aus einem heiligen Gral ein Getränk, dessen Name damals noch «Birrus Fatalus» lautete. Die Neutralität und der Zusammenhalt der Schweiz führte dazu, dass die Kehlen des gesamten Volkes mit diesem Hopfengetränk benetzt wurden. Dabei wunderten sie sich nicht, was es sonst noch für Genussmittel geben könnte.

    Deutlich später, rund 1898, trafen sich drei Fremde auf dem Rosenberg in St. Gallen. Das gesamte Studentenvolk der neu entstandenen Universität behaupteten sie zu vertreten. Wie in einem schlechten Witz war der eine ein Nachkomme der Habsburger, einer der der Burgunder und der dritte ein Nachfahre von Wilhelm höchstpersönlich. Die drei tranken sich die Birne weich, Tag für Tag, bis Burgunder Junior eine Glutenintoleranz entwickelte. Eine Lösung musste also her: die drei fingen an herumzuexperimentieren, und so entstand eine Karte gegen die Eintönigkeit des Flüssigbrots: DRINKS OF THE WEEK (Das war übrigens auch der Anfang der Verwendung von Anglizismen).

    Wöchentliche Abwechslung wurde möglich, die Voraussetzung für die grossen kulturellen Erfolge der Menschheit,  wie das Kaffeerösten und die Dichtkunst, das Internet und Beerpong.

    In dieser Tradition steht der prisma Drink of the Week. So werden Woche für Woche Durchbrüche im Leben von tausenden Studierenden ermöglicht und die Kreativität gefördert und gefordert.

    Für mehr Kreativität in der Welt der Getränke – prisma Drink of the Week.